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MZ macht dicht Entscheidung nur eine Finte?

Foto: Künstle
War’s das jetzt endgültig? Zum 31. Dezember 2008 werden bei MZ in Zschopau für immer die Lichter ausgehen. Dies jedenfalls hat die Geschäftsleitung am gestrigen Donnerstag in einem MOTORRADonline vorliegenden Rundschreiben seinen Händlern mitgeteilt. Darin heißt es wörtlich: "Diese Entscheidung ist den jahrelangen kontinuierlichen Verlusten geschuldet, die seit dem Erwerb von MZ 1996 durch Hong Leong Industruies Berhad entstanden sind. Alle Versuche der letzten zwei Jahre, einen Investor zur Unternehmensfortführung zu finden, waren leider nicht erfolgreich."

Der Verkauf von MZ Motorrädern aus dem Lagerbestand sowie der noch laufenden Produktion soll bis Jahresende fortgeführt werden. Die Ersatzteil-Versorgung für Kunden, sowie die Abwicklung eventueller Garantieansprüche soll jedoch auch über 2008 hinaus gesichert werden. Hierfür solle eine MZ-Vertretung eingerichtet werden. Details dazu kämen "zu gegebener Zeit," heißt es in dem Schreiben weiter. Viele der rund 50 in Zschopau noch verbliebenen MZ-Mitarbeiter hat das Schreiben ziemlich in Rage gebracht. So sei es eine "glatte Lüge," dass sich bis heute kein Investor gefunden habe, der MZ fortführen wolle. Es gebe, so Mitarbeiter, sogar zwei Interessenten. Die jetzige Ankündigung sei möglicherweise nur eine taktische Maßnahe von Hong Leong, um die im Raum stehende Summe bis Jahresende noch in die Höhe zu treiben, heißt es aus Mitarbeiterkreisen. Ein Strohhalm, an den man sich bei MZ noch zu klammern versucht?

Hong Leong Industries Berhad ist ein vornehmlich im asiatischen Raum agierender Mischkonzern mit Firmensitz in Malaysia. 1996 kaufte Hong Leong den bis dahin durch massive Zuschüsse des Landes Sachsen am Leben erhaltenen Motorradhersteller MZ auf. Noch 2006 hatte Hong Leong Investitionen in Millionenhöhe angekündigt, um MZ mit neuen Modellen auf die Beine zu helfen. Doch die Millionen kamen nie.

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