MZ-Studie Dann eben ducati

Es hätte was werden können. Aber es wurde nix. Nix mit
Investitionen in die Marke, nix mit neuen Modellen für MZ.
Gezeichnet waren sie schon. So werden Jens vom Braucks Ideen wohl Ducati zugute kommen.

Es sah nicht schlecht aus. Mit zwei Investoren, die Geld in die Marke gesteckt hätten. So viel, dass die SFx (siehe MOTORRAD 2/2006) hätte in Produktion gehen können. Und mehr noch: Es gab konkrete Pläne, die Marke neu zu positionieren. MZ sollte weg vom modischen Kantendesign und dem missglückten Versuch, mit den Großen der Branche aufgeigen zu wollen. MZ sollte in nicht allzu ferner Zukunft – dies ein Teil des Businessplans, den der ehemalige Geschäftsführer Dr. Christoph Baumgärtner ausgearbeitet und mit den Geldgebern schon abgestimmt hatte – nach ähnlichem Muster funktionieren wie zum Beispiel Ducati oder Harley-Davidson. Als Marke also,
für deren Erfolg die Eigenständigkeit, das klare Profil wichtiger ist als auf Sieg in Vergleichstests abonnierte Maschinen auf dem letzten Stand der Technik.
In welche Richtung die Entwicklung gehen sollte, zeigt der Entwurf des Designers Jens vom Brauck. Zurück zu den Wurzeln der Firma, nicht nur, was die Modellbezeichnung angeht, ETZ 950, sondern auch im Hinblick auf die Qualitäten der Maschine, die auf der Technik der 1000er aufbaut. Robust muss sie sein, einfach, schlicht. Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen, und was dran ist, ebenfalls nicht. In zwei Jahren hätte die ETZ auf dem Markt sein können, für 8000 Euro. Und mit ihrem eigenwilligen Styling eine Alternative zu den gefälligen Japanern vom Schlage einer Honda CBF 1000.
Wird sie nicht, leider, weswegen vom Brauck die Details, die er für MZ entwickelt hat, ummodelt, so dass sie für Ducatis Monster passen.
MZ war trotz mehrmaliger Nachfrage nicht bereit, Auskunft über die weitere Entwicklung der 1000er-Reihe zu geben. Dass da was passieren muss, zeigen
die Zulassungszahlen: 21 Motorräder von Januar bis März 2006, im Vorjahr waren’s noch 118. Gesetzt den Fall, der MZ-Eigentümer, der malaysische Konzern Hong Leong, begnügt sich damit, in Zschopau 125er zu entwickeln, insbesondere für
den asiatischen Markt, und vernachlässigt die 1000er, dürfte es mit dem Motorradbau in einem der traditionsreichsten Standorte dieser Branche rascher als befürchtet zu Ende gehen. mor, nso

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