Naked Bikes 97 (Archivversion) Kenny doch!

Wirklich? Sie kennen alle unverkleideten Motorräder des Jahrgangs 1997? Dann brauchen Sie den MOTORAD-Katalogteil NAKED BIKES 97 nicht. Aber nur dann.

Wer kennt die Typen, nennt die Namen aller unverkleideten Motorräder in Deutschland? MOTORRAD. Wer denn sonst?Roadster dürfen sich die BMW-Vierventil-Einspritz-Boxer R 850 R und R 1100 R nennen. Beide haben geregelten Kat und - wahlweise - ABS. Der Boss Hoss hat kein ABS, dafür auch kein Getriebe - aber acht Zylinder mit zusammen 5,7 Liter Hubraum. Eine andere eigenwillige Nackte kommt von Ducati, heißt Monster und startet auch 1997 in drei heißgeliebten Versionen à 600, 750 oder 900 cm3.Schwer zuzordnen sind wie immer die Harleys: Wer eine Sportster als Chopper kauft, der choppert halt damit. Andere touren, deshalb taucht die 883 Hugger in diesem Katalogteil schon wieder auf. Die Sportster 1200 Sport mit Doppelscheibenbremse und 58 PS wird sogar gehobenem Bewegungsdrang gerecht, trotzdem darf sich die Elektra Glide Road King dank Einspritzung und sagenhafter 60 PS stärkste Harley nennen.Richtig satt im Futter steht dagegen die CB 1000. Allerdings verläßt sie uns bald wieder. Aus dem offiziellen Programm flog das Macho-Bike bereits, steht aber bei vielen Händlern noch im Laden. Verglichen damit hat es der Kardantourer NTV schon eine Ewigkeit bei Honda ausgehalten, und wie bei der klassisch schönen CB 750 gibt’s Varianten mit 34 und 50 PS. Damit kann natürlich auch das vielverkaufte Einsteigermodell CB 500 dienen, das freilich erst offen und dann mit 58 PS zum Wolf im Schafspelz mutiert.Gut so, denn der kleine wassergekühlte Twin sollte sich tatsächlich warm anziehen: Neuerdings setzt ihm die ebenfalls äußerst preisgünstige ER 5 von Kawasaki zu, selbst wenn die nur mit 34 oder 50 PS antritt. Gemütlicher, aber immer wieder schön der nostalgische Singel Estrella 250, und auch bei den Vierzylindern versucht es Kawasaki seit Jahren mit Retro-Design. Der Erfolg der Zephyr-Reihe mit 550, 750 oder 1100 cm3 ebbt allerdings so langsam ab, weil die Freunde der Naked Bikes anfangen, sich nach modernerer Technik umzuschauen. Nach der neuen ZRX 1100 beispielsweise mit dem potenten Motor aus der GPZ 1100.Nostalgie und Moderne paart Laverdas Strike 650 mit ihrem 668-cm3-Vierventiler. Der an sich uralte Twin leistet mit Benzineinspritzung stramme 70 PS und steckt, anders als bei der Ghost, in einem leckeren Alu-Rahmen. Moto Guzzi-Käufer finden mit der 1100 i die beste Alternative zu Harley und mit der V 10 Centauro einen Achtventiler mit Einspritzung und 90 PS. Bodenständiger wird’s wieder bei MuZ, deren Straßeneinzylinder Silver Star Classic und Scorpion Tour mit eingekauften Motoren von Rotax beziehungsweise Yamaha ganz gut vorankommen. Suzukis Preiswunder GS 500 E wiederum kommt langsam in die Jahre. Allfrisch dagegen die Bandit 600 mit der verkleinerten Ausgabe des Ex-GSX-R 750-Vierzylinders, und die große Bandit 1200 treibt mit ihrem günstigen Preis und jetzt wahlweise sogar mit ABS alle Mitbewerber in den Wahnsinn.Zu den Etablierten unter der Unverkleideten zählen längst die soliden Triumph. Trident 750 und 900 eröffnen den Einstieg zu den britischen Tourern. Ebenfalls mit dem altbekannten Dreizylinder treten die Speed Triple 750 und die softe, auf 70 PS reduzierte Thunderbird 900 an. Leute mit Streetfighter-Ambitionen dürften sich dagegen an der neuen T 509 erfreuen, die mit der brandheißen neuen T 595 Daytona Fahrwerk und Motorkonstruktion teilt.Die Yamaha SR 500 ist wie der VW Käfer: Und läuft, und läuft. Die XJ 600 N täte es ihr als angenehmes Brot und Butter-Motorrad mit 34, 50 oder 60 PS gerne gleich, und die XJR 1200 macht als SP in Kenny Roberts-Farben die Siebziger Jahre lebendig. Dann steht immer noch die wilde Vmax im Programm - selbst in hohem Alter ein würdiger Schlußpunkt hinter diese Auflistung alles Nakes Bikes.

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