Neue Einzylinder-BMW 450 für Enduro-WM Neue Einzylinder-BMW 450 für Enduro-WM

BMW macht auch im Offroad-Sport ernst. Pünktlich zum werksseitigen Comeback bei Straßen-Rennen anlässlich der 24 Stunden von Le Mans präsentierte BMW Motorrad Motorsport zusätzlich den neuen Enduro-Werksrenner.
Mit der brandneuen 450er-Einzylinder-Enduro schicken die Bayern – so die bisherigen Pläne – ein schlagkräftiges Team in 15 Wettbewerbe: Motocross-Ex-Weltmeister Joël Smets aus Belgien, den Finnen Simo Kirssi, bisher auf der BMW HP2 als Werksfahrer unterwegs, sowie den Deutschen Sascha Eckert. Die Premiere wird bereits am 28./29. April beim zweiten Enduro-WM-Lauf der Saison im spanischen Puerto Lumbreras steigen. Danach stehen noch die WM-Termine am 26. Mai in Italien und am 15. September in Frankreich auf dem Programm. Außerdem die Kultveranstaltung im sächsischen Zschopau am 13. Oktober. Sieben Läufe zum German-Cross-Country-Cup, das Erzbergrennen in Österreich, zwei Einsätze in den USA sowie das Barcelona Indoor Enduro komplettieren den gut gefüllten Terminplan.
Technisch bietet die neue 450er von BMW eine ganze Reihe von Spezialitäten. Allen voran die Vereinigung der Lagerachse der Hinterradschwinge mit der Drehachse des Antriebskettenritzels. Diese eigentlich nahe liegende, aber komplex umzusetzende Idee bringt gleich mehrere Vorteile. Eine Längenänderung der Kette beim Ein- und Ausfedern gehört der Vergangenheit an. Die Schwinge selbst fällt bei gleichem Radstand um 30 Millimeter länger aus, die Motorposition rückt weiter nach hinten und verbessert so die Traktion. Außerdem wird das Triebwerk stärker geneigt. Dies führt zu geraden, langen Ansaugwegen, was sowohl der Leistung entgegenkommt als auch zusammen mit dem Drosselklappensystem der Benzineinspritzung das Einhalten der Euro-3-Abgasnorm erleichtert. Die Vereinigung von Schwingendrehpunkt und Antriebsritzel wurde durch eine hohlgebohrte Getriebeausgangswelle realisiert, die das Antriebsritzel trägt und auf der komplett abgedichteten Schwingenachse sitzt.
Die direkt auf der Kurbelwelle sitzende Kupplung wiederum schafft Platz hinter dem Motor und ermöglicht so eine geradlinigere Rahmenführung und eine bessere Abstützung der Schwingenlagerung. Die Gesamtkonstruktion des Rahmens mit direkter Verbindung zwischen Steuerkopf und Schwingenlagerung führt zu trotz ganz hervorragender Steifigkeit erstaunlich geringem Gewicht.
BMW treibt beim Enduro-Renner also auch rund um den neuen 450er-Einzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen und Trockensumpfschmierung größten technischen Aufwand. Mit welchem Erfolg, wird unter Wettbewerbsbedingungen ab Ende April auf den internationalen Offroad-Pisten zu sehen sein.

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