Neue Honda VTR 1000 (Archivversion) Rahmenlos

Das Fahrwerk der Honda VTR 1000 weicht vom üblichen Rahmen ab.

Viele Gerüchte ranken sich um Hondas neue VTR 1000. Jetzt ist raus, daß die eigentliche Sensation des Fire Storm genannten Zweizylinders in ihrem Fahrwerkskonzept versteckt ist: Hondas neuer Super-V verzichtet auf einen konventionellen Rahmen. Ähnlich wie ehemals bei Yamahas TR 1 übernimmt der Motor die tragende Funktion.Das Triebwerk bietet sich für eine solche Bauart geradezu an. Mit 90 Grad Zylinderwinkel und querliegender Kurbelwelle ist der vordere Zylinder unter dem Steuerkopf plaziert. Tatsächlich nimmt ein mit dem vorderen Zylinderkopf verschraubter Hilfsrahmen die Lagerung der Showa-Gabel auf. Der hintere Zylinder trägt sowohl das obere Auge des Federbeins als auch den Hilfsrahmen für Sitzbank und Heck. Die Schwinge ist im Motorgehäuse gelagert und über Umlenkhebel mit dem zentralen Federbein verbunden. Die gesamte Konstruktion trägt zu dem vergleichsweise geringen Gesamtgewicht von trocken 192 Kilogramm bei, mit Kraftstoff und Öl summieren sich etwa 205 Kilogramm. Wenig Revolutionäres hat dagegen das Triebwerk zu bieten. Die beiden Pleuel sitzen -gemäß der Definition eines echten V-Motors- auf einem gemeinsamen Hubzapfen. Die Zylinderköpfe sind nach dem aktuellen Stand der Technik mit zwei obenliegenden Nockenwellen, Tassenstößeln und vier Ventilen pro Zylinder gestaltet. Ebenso konventionell, allerdings wenig zeitgemäß präsentiert sich die Gemischaufbereitung per Vergaser, ein Katalysator ist nicht geplant. In der ungedrosselten Version leistet das Triebwerk 107 PS. Die VTR 1000 tritt damit in direkte Konkurrenz zu den Vierventilmodellen von Ducati. Bei vergleichbarer Spitzenleistung hat sie über zehn Kilogramm weniger Gewicht zu schleppen als eine 916. Rein äußerlich gibt sich die Fire Storm mit ihrer Halbschale freilich weit weniger aggressiv als die Italienerin. Die Verkleidung nimmt nicht nur zwei kleine Wasserkühler zu beiden Seiten auf, sondern integriert auch die Airbox. Gemäß ihrer zahmeren Erscheinung will Honda die VTR 1000 als gemäßigten Sportler verstanden wissen und läßt sie in der Superbike-WM weder gegen die übermächtigen Ducatis noch gegen die hauseigene Konkurrenz, die RC 45, antreten. Trotzdem beabsichtigt Hondas Rennabteilung HRC, einige Rennkits aufzulegen. Ob sich die VTR 1000 auf Deutschlands Straßen wie ein Feuersturm in der Steppe verbreiten wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, daß sie mit einem Preis von knapp unter 19 000 Mark eine interessante Alternative bietet - sowohl zu den allgegenwärtigen japanischen Vierzylindern als auch zur italienischen Konkurrenz.

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