Neue K-BMW K-Ampfansage

Und wieder hat er zugeschlagen, der MOTORRAD-Erlkönigjäger. Diesmal erwischt: die neue K von BMW – die stärkste BMW aller Zeiten.

Foto: MOTORRAD
BMW bringt ein neues Bike mit Reihenmotor: MOTORRAD hat die ersten Bilder und Informationen
BMW bringt ein neues Bike mit Reihenmotor: MOTORRAD hat die ersten Bilder und Informationen
Mit Schwung biegt der BMW-Testfahrer in die Tankstelle ein. An der Leser K. gerade an der Kasse steht. Und – Leser K. besitzt eine Digitalkamera. Mit der lichtet er, als der BMW-Mann seine Rechnung begleicht, flugs
die neue K ab. Als der Tester wieder
die Tankstelle verlässt, nicht ohne noch einmal vor die Linse zu fahren und den
Motor so richtig hochzudrehen, ist unserem Leser klar: Hier handelt es sich nicht um den alten, asthmatisch heulenden und liegenden K-1200-RS-Motor, sondern um einen neuen, deutlich höher drehenden Reihenvierzylinder.
Erste Erkenntnis: Wenn die neue
K-BMW im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird, bedeutet das, die Erprobung ist schon so weit fortgeschritten, dass sich die Versuchsfahrer um die endgültige Abstimmung von Motor und Fahrwerk kümmern. Ebenso wird die Dauerhaltbarkeit in diesem Stadium unter realen Bedingungen getestet. Womit klar ist: Taucht kein dicker Fehler mehr auf, wird die neue K-Baureihe nächstes Jahr im September auf der Münchner Messe Intermot präsentiert und bald danach ausgeliefert.
Zweite Erkenntnis: Zwar verbirgt sich der Reihenvierzylinder hinter der fast schon japanisch anmutenden Verkleidung, aber die hohe Drehzahl verrät ein stark überquadratisches Hub-Bohrungs-Verhältnis, also mit großen Kolben und wenig Hub. Dies wäre bei der liegenden Anordnung und der längs liegenden
Kurbelwelle nicht ohne eine immense Baulänge der Maschine zu bewerkstel-
ligen. Die neue K wirkt jedoch sehr
kompakt, wie eine klassische japanische Straßenmaschine vom Schlage einer Honda CBR 1100 XX. Hinzu kommt: Sie trägt den Kardanantrieb zum ersten Mal
in der weißblauen Geschichte links, was einen völlig neuen Motor samt Antriebsstrang erfordert. Der Vierzylinder scheint konventionell mit quer liegender Kurbelwelle angeordnet zu sein.
Dritte Erkenntnis: Das Fahrwerk wird eine Revolution. Fangen wir mit der Hinterradschwinge an. Die trägt nun
eine obenliegende Momentabstützung. Wie bei der neuen R 1200 GS liegt
die Schwenkachse des Hinterradantriebs unterhalb der Kardanwellenflucht. Eine mutige Konstruktion. Noch mutiger: die Vorderradführung. Ein mächtiges Leichtmetallgussteil verrät es: Der Telelever scheint ausgedient zu haben, eine neue Konstruktion kommt zum Einsatz. Technik-Kennern ist sie unter dem Namen Hossack-Gabel bekannt. Eine Doppel-Längslenker-Konstruktion, bei der die
Federbewegung des Vorderrads über zwei im Rahmen gelagerte, schwenkbare Dreieckslenker realisiert wird. Wie beim Telelever übernimmt auch vorne ein
Federbein Feder- und Dämpfungsaufgaben. Die Lenkachse bilden zwei übereinander liegende Kugelköpfe, die Lenkkräfte werden durch eine scherenartige Konstruktion vom Lenker auf die Vorderradführung übertragen. Der Hauptrahmen besteht aus Leichtmetall, das Rahmenheck, übrigens abschraubbar, wird aus simplen Stahlrohren gefertigt.
Aus diesen drei Erkenntnissen folgert die vierte: Die neue K-Baureihe greift massiv die vier großen japanischen Marken an. Deren Hauptkonzept, Motorräder mit einem großvolumigen, quer eingebauten Reihenmotor, kann bald auch
in München geordert werden. Technologischen Vorsprung holen sich die Bayern mit dem revolutionären Fahrwerk. Daran werden die großen vier zu knabbern
haben. Zumal Sicherheitsfeatures wie
ein neues ABS und eine Anti-Schlupf-
Regelung den Weißblauen zusätzliche Vorteile bringen werden. Respekt.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote