Neue Kawasaki-Modelle

Feine Arbeit

Die sportlichen Aushängeschilder von Kawasaki erfuhren eine sinnvolle Überarbeitun.

Kawasakis Ninja-Baureihe musste nicht zuletzt in Tests von MOTORRAD reichlich Kritik einstecken. Speziell die beiden ultrastarken ZX-9R und ZX-12R brachten trotz guter Anlagen und diverser Verbesserungen im Lauf ihres Daseins nicht die gewünschten Verkaufserfolge.
Das soll sich nun ändern. Das Flaggschiff ZX-12R, das stärkste Serienmotorrad, soll dank einer um 30 Prozent vergrößerten Ram-Air-Öffnung in der Verkleidungsfront statt 178 jetzt 190 PS mobilisieren. Die Kurbelwelle erhält eine größere Schwungmasse, die Kennfelder der Zündung wurden überarbeitet. Ebenfalls neu: die Kupplung.
Ein agileres Handling verspricht Kawasaki durch einen kürzeren (?) Nachlauf, einen steileren Lenkkopf und einen versetzten Drehpunkt der leichteren Schwinge. Der Rahmen wurde modifiziert, die Federelemente, nun mit stufenloser Dämpfungseinstellung, neu abgestimmt. Eine höhere Verkleidungsscheibe soll für besseren Windschutz sorgen.
Bei der ZX-9R stand die Überarbeitung des Fahrwerks im Mittelpunkt. Sie bekam einen steiferen Rahmen mit geänderter Motoraufhängung sowie eine steifere Schwinge mit Oberzug. Außerdem modifizierten die Techniker das Set-up der äußerlich unveränderten Telegabel. Damit sollen die bislang bei manchen Exemplaren auftretenden Vorderradschwingungen beim Bremsen eliminiert sein. Für den Motor mit mehr Schwungmasse wird etwas mehr Dampf in unteren und mittleren Drehzahlen versprochen. Deutlich sportlicher und leichter wurde das Heck gestaltet. Gewicht spart auch die vordere Bremse. Eine Vierkolbenanlage ersetzt die Sechskolbenvariante, an der Leistungsfähigkeit dürfte dies nichts ändern.
Einen ganz erstaunlichen Weg geht Kawasaki beim Bestseller ZX-6R. Durch die Verwendung von Kolben mit 68 Millimeter Durchmesser wuchs der Hubraum auf 636 cm3, was an prominenter Stelle durch Aufkleber signalisiert wird. Das ergibt ein höheres Drehmoment und auch ein wenig mehr Spitzenleistung. Doch dem Supersport-Reglement entspricht die ZX-6R so nicht mehr.
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Die Änderungen im Detail

Kawasaki ZX-6R: Die neue ZX-6R überschreitet als erste das Hubraumlimit aus dem Rennsport von 599 cm3. Größere Kolben mit einem Durchmesser von 68 Millimeter ergeben 636 cm3. Dadurch wächst das Drehmoment bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Außerdem erfuhr die Vorderradgabel eine Überarbeitung.Kawasaki ZX-9R: Nach Kritik an gelegentlich auftretendem Gabelflattern beim Bremsen renovierte Kawasaki für 2002 das Fahrwerk des Supersportlers erstmals gründlich. Der Rahmen integriert den Motor über zusätzliche Motorhalterungen am Hauptrahmen wesentlich besser als tragendes Element und gelang somit deutlich steifer. Die Hinterradschwinge wird mit einem Oberzug zusätzlich versteift. Die Abstimmung der Vorderradgabel ist überarbeitet. Weitere Modifikationen: neues Fahrzeugheck, neue Sitzbank mit verbessertem Bezug, Abdeckung für den Soziussitz, Haltegriffe entfallen; Vierkolbenbremszangen statt der bisherigen Sechskolbenanlage; Motor mit 20 Prozent mehr Schwungmasse auf der Kurbelwelle, geänderte Abstimmung für mehr Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich.Kawasaki ZX-12R: Das Flaggschiff der Kawasaki-Modellreihe wurde in über 140 Punkten geändert. Hauptziel: das Handling der Maschine agiler zu gestalten. Deshalb wurde der Lenkkopf steiler (65 Grad) und der Nachlauf geändert, der Schwingendrehpunkt verlegt und die Hinterradschwinge leichter. Die Dämpferabstimmung ist nun stufenlos einstellbar. Neben einem modifizierten Rahmen erhielt die ZX-12R eine neue Verkleidungsnase für einen größeren Luftdurchsatz des Ram-Air-Systems und leistet 190 PS. Außerdem neu: höhere Verkleidungsscheibe sowie Spiegel, Motor mit um 20 Prozent vergrößerter Schwungmasse für besseres Laufverhalten, neue Zündung und Abstimmung der gemischaufbereitung für erhöhtes Drehmoment bei niedrigen und mittleren Drehzahlen.

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