Neue Moto Guzzi-Modelle IM KleineN

Seit Moto Guzzi Ende Dezember 2004 von Piaggio geschluckt wurde, geht es für den Kleinserienhersteller mit dem großen Namen langsam wieder aufwärts. Im Jahr der Übernahme verließen nur 3959 Motorräder die Werkshallen in Mandello. 2005 waren es immerhin schon 6975 Fahrzeuge. Ein Plus von 76 Prozent.
Die neue Breva 1100 mit kräftig renoviertem V-Zweizylinder, präzisem Sechsganggetriebe sowie drehbar gelagertem Hinterachsantrieb und Momentenabstützung trug zu diesem Erfolg bei. Ihr folgte die Griso, eine Mischung aus Cruiser und Muscle Bike, mit identischem Antrieb.
Völlig unerwartet schiebt Moto Guzzi nun 850er-Varianten beider Modelle nach. Die Hubraumreduzierung von 1064 auf 877 cm3 wird lediglich durch eine modifizierte Kurbelwelle und mit 14 Millimeter weniger Hub erreicht. Als einziges optisches Unterscheidungsmerkmal verzichtet die Griso 850 auf den dominanten, seitlich angeordneten Ölkühler am Motorgehäuse. Mit angepasstem Motormanagement bringt es der etwas höher drehende Twin auf 75 PS und ein maximales Drehmoment von 70 Nm. Auf die veränderte Leistung und Drehzahl abgestimmt, kommen die 850er mit einer kürzeren Primärübersetzung – 23/36 statt 24/35 – aus.
In der Praxis sind die Unterschiede zwischen dem 1100er- und 850er-Triebwerk deutlich spürbar. Der sonst so gierig wummernde und bebende V-Twin schüt-
telt sich kaum noch, die Guzzi-typischen mechanischen Geräusche kommen gedämpfter rüber, der Sound aber ist geblieben. Sauber hängt der Motor am Gas. Doch statt von unten heraus mit sattem Durchzug zu glänzen, muss der lebhaft wirkende Zweiventiler mit Drehzahlen bei Laune gehalten werden. Ab etwa 4500/min tritt er ordentlich in Aktion, um bei 8200/min abrupt in den Begrenzer zu drehen.
Für 10590 Euro, also 1400 Euro unter der 1100er-Griso, wird die Griso 850 in Deutschland angeboten. Die Breva 850 ist für 9990 Euro zu haben, ab Mitte des Jahres auch mit ABS. Schon jetzt ist es bei der 1100er zu haben. Das von Bosch/Brembo entwickelte System (Serie 8M) kommt bereits in der Ducati ST3S zum Einsatz und bringt das Vorderrad der Breva im Regelbereich ordentlich zum Pfeifen und lässt das Hinterrad im Grenzbereich auch mal ungewollt abheben. Mit ABS kostet die 1100er-Breva 11590 Euro, ohne 10990. nk

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote