Neue wassergekühlte Jawa (Archivversion) Prager Frühling

Die im Bahnsport sehr traditionsreiche tschechische Firma Jawa betreibt die Revolution. Nach 60 Jahren und keinem bißchen Nässe gibt es jetzt die erste wassergekühlte Bahn-Rennmaschine. Da die luftgekühlte 500er Einzylinder-Viertakt-Vierventil-Aggregate mit einem Kolbenhub um 86 Millimeter in ihrer jüngsten Generation bei Drehzahlen um 10000/min Kolbengeschwindigkeiten im Bereich von 30 m/s erreichen, besteht trotz der eher kurzen Belastungsphasen - die Rennen dauerend durchschnittlich nur rund eine Minute - die Gefahr von Motorschäden durch Überhitzung. Vor allem die Kolben selbst sind äußerst hitzegefährdet. Und dieses Problem ist mittels einer Wasserkühlung leicht in den Griff zu kriegen. Die Jawa-Techniker gehen sogar davon aus, daß die Wasserkühlung für Gehäuse und Zylinder ausreicht und setzen den Zylinderkopf weiterhin lediglich dem Luftstrom aus. Der Wasserkühler selbst, bei einem Bahnmotorrad aufgrund des permanenten Steinschlags während des Rennens ein äußerst sensibles Teil und vielleicht auch deshalb über lange Jahre nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, sitzt bei der neuen Jawa schräg unter dem Sitz innerhalb der Motorverkleidung, wo er bestmöglich gegen Steinschlag abgeschottet sein soll. Premiere feiern wird die neue Jawa beim Auftakt zur Langbahn-Weltmeisterschaft am 19. Mai 1996 im bayerischen Mühldorf. Die Jawa-Speedway-Maschinen sollen erst später mit der »revolutionären« Technik ausgerüstet werden.

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