Neue Wege der Zweitakttechnik (Archivversion) Aufschwung Süd

Die halbherzigen Maßnahmen vereinzelter Hersteller, ihre Zweitakt-Sprinter über die Abgashürde zu hieven, waren einfach nicht ausreichend, um den spritzigen und leichten Maschinen die Zukunft zu sichern. Ausgerechnet beim Fahrwerkshersteller Bimota in Rimini tüftelt eine kleines Ingenieurs-Team an einem durchaus realistisches Zukunftsprojekt. Ein rund 110 PS starker 500er Zweizylinder-V-Motor mit Benzin- Einspritzung in die Überstömkanäle und elektronischem Motormanagement wird das neue, ultraleichte Supersportmotorrad antreiben. Die Einspritzung ist deshalb notwendig, weil beim Zweitaktmotor der Wechsel von Alt- und Frischgasen gleichzeitig erfolgt (siehe Zeichnung unten). Dabei gelangen unverbrannte Frischgase in den Auslaßtrakt. Bei Verwendung einer Einspritzung dagegen wird der Kraftstoff erst dann in den Zylinder eingespritzt, wenn der Auslaßvorgang weitgehend abgesclossen ist. Ein nachgeschalteter Katalysator reduziert die restlichen Schadstoffe aus unverbranntem Kraftstoff und Schmieröl. Nur so lassen sich Verbrauch- und Abgaswerte zukunftsorientiert beherrschen.Den Beweis, daß eine kompakter und drehmomentstarker Zweitakt-Twin seine Berechtigung hat, demonstrieren derzeit die Zweizylinder im Grand Prix-Sport. Dort stehlen die etwa 140 PS starken und superhandlichen V2 Bikes von Aprilia und Honda den 200-PS-Vierzylindern die Show.

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