Neuer Investor bei MV Agusta Rettung in letzter Sekunde?

Es sieht aus wie die Rettung in letzter Sekunde. Offenbar ist ein neuer Geldgeber eingestiegen, um MV Agusta vor der Pleite zu bewahren.

MV Agusta hat sich nach eigenen Angaben mit der „Black Ocean Group“ als Investor auf eine Kapitalerhöhung geeinigt. Die russisch-US-amerikanische Gruppe, die bisher nicht im Motorradbereich, dafür aber in der privaten Luftfahrt und der Landwirtschaft in Erscheinung getreten ist, unterhält laut Website Firmensitze in New York, Luxemburg, London und Moskau. Ihr Einstieg kommt für MV Agusta offenbar genau richtig.

Der Hersteller hatte im Frühjahr einen Vergleich mit seinen Gläubigern beantragt, nachdem MV Agusta dem Vernehmen nach rund 40 Millionen Euro Schulden bei seinen Zulieferern angehäuft hat. Seither soll gemäß einer gerichtlichen Anordung ein Restrukturierungsplan erarbeitet und umgesetzt werden. Dazu soll nun offenbar das Geld von Black Ocean beitragen. Wie dieser Plan jedoch aussieht und wie hoch die Anteile des neuen Investors sind, dazu schweigen sich beide Seiten aus.

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MV-Agusta-Chef gibt sich gelassen

Zusätzlich für Wirbel um MV Agusta hatten Ende letzter Woche italienische Pressemeldungen gesorgt, wonach MV-Inhaber Giovanni Castiglioni im Verdacht stehe, Sozialabgaben für seine Mitarbeiter nicht korrekt abgeführt, sondern stattdessen in die Firma gesteckt zu haben. Castiglioni gab sich auf MOTORRAD-Nachfrage dazu ganz gelassen: „Wir haben uns vollkommen regelkonform verhalten.“ Ermittlungen laufen offenbar noch.

Auch die zu Mercedes-Benz gehörende Edelmarke AMG hält 25 Prozent an MV Agusta. Von AMG gab es zu den Vorgängen in Italien bisher keinen Kommentar.

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