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Neuheiten 2016: Die Gerüchte um eine neue BMW R 1200 S mit Wasserboxer verdichten sich.

Neuer Sportboxer BMW R 1200 S? Wunderlich-Entwurf mit Wasserboxer

In München haben sie schon oft versucht, dem Boxer Sportsgeist einzuimpfen. Meist vergeblich. Einzig die exklusive HP2 Sport machte auch auf dem Rundkurs Spaß. Jetzt, mit dem neuen Wasserboxer, stehen die Vorzeichen besser. Kein Wunder, dass sich Gerüchte um einen neue, richtig scharfe BMW R 1200 S verdichten.

Manchmal ist es erst die Rückschau, die uns die Gegenwart gegenwärtig macht. Sieht man BMW vor zehn Jahren, wird einem die aktuelle, hochdynamische Ausrichtung der Marke heute erst so richtig bewusst. Die Bayern werden mit ziemlicher Sicherheit schon bald einen neuen Sportboxer präsentieren, der vermutlich BMW R 1200 S heißen wird. Und was erwartet man da? Ganz klar, einen echten Curbs-Kratzer mit frechem Boxer-Sound, ordentlich Druck, wenig Gewicht, Race-ABS und Traktionskontrolle, semiaktivem Fahrwerk, perfekt funktionierendem Schaltautomat, und, und, und. Dem ganzen Programm eben, das die Bayern heutzutage so zu bieten haben.

2006, vor nicht einmal zehn Jahren, war das anders. Damals zog die Ankündigung, BMW bringe eine R 1200 S, keinen Rennstrecken-Freak in seinen Einteiler. Zu behäbig war das Markenimage, zu lethargisch war der Boxer, dem bestenfalls altgediente Pistenprofis im Boxer-Cup noch etwas Sportsgeist einzuhauchen vermochten. Sportlich zweizylindern – dafür kam München nicht infrage. Auch die BMW R 1200 S nicht. Sie war einfach zu viel BMW – und zu viel Boxer.

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Wunderlich-Designer mit siebtem Sinn?

Und heute? Dazu hat sich unter anderem BMW-Veredler Wunderlich so seine Gedanken gemacht, die wiederum von Wunderlich-Hausdesigner Nicolas Petit umgesetzt wurden. Und zwar knackig, reduziert, formal gelungen, mitten ins Sportfahrerherz. Beim Anblick der BMW R 1200 S hört man den 1200er förmlich aus dem kühn geschwungenen Endrohr brabbeln, freut sich auf sportlich-versammelte Sitzposition, reichlich Bodenfreiheit, brachiale Bremsen. Und vor allem auf ein Design, das nichts mehr zu tun hat mit der rundlichen Gemütlichkeit der letzten R 1200 S.

Alles Hirngespinste? Ziemlich sicher nicht, denn zum einen war die Ausgangslage der Münchner, einen gelungenen Sportboxer zu platzieren, niemals günstiger als mit dem neuen Wasserboxer. Und zum anderen scheint der Wunderlich-Designer einen, na sagen wir ruhig, siebten Sinn, dafür zu haben, was die BMW-Designabteilung sich so ausdenkt. Das hat er zuletzt bei der S 1000 XR bewiesen, bei der sich sein Entwurf auf wundersame Weise mit der späteren tatsächlichen S 1000-Variante deckte. Man darf also guter Hoffnung sein, dass die echte BMW R 1200 S diesem Entwurf zumindest sehr nahekommen wird. Vermutlich wird die Auspufflösung (auch wegen Euro 4) nicht ganz so radikal ausfallen, aber wer weiß? Die scharf geschnittene Verkleidung mit der Yamaha-R1-Scheinwerferlösung, das luftige, kurze und hohe Rahmenheck, die transparente Verkleidungsscheibe mit freiem Blick auf Cockpit und obere Gabelbrücke – ja, wenn das so käme, sollte uns das recht sein.

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Mit 150 PS ließe sich gut leben - auf Straße und Renne

Und technisch? Was ist noch drin an Leistung, im neuen 125-PS-Boxer, was geht gewichtsmäßig? „Standfeste 145 PS sind kein Problem, das haben wir bei unserem Scrambler vor­exerziert“, ist sich Wunderlich-Geschäftsführer Frank Hoffmann sicher. Natürlich wären runde 150 PS für die neue BMW R 1200 S marketingtechnisch eine willkommene Größe. Und ein Wert, mit dem sich auf jeder Landstraße und Rennstrecke dieser Welt gut leben ließe, selbst wenn es mittlerweile weitaus stärkere Supersportler gibt. 

Ähnliches dürfte fürs Gewicht gelten. Auch hier werden die Kilos nicht haltlos purzeln, aber gegenüber einer R 1200 R oder der RS sollte was gehen. 231 beziehungsweise 236 Kilogramm wiegen diese beiden Wasserboxer nominell, eine BMW R 1200 S mit luftgekühltem Boxer landete schon 2006 bei 220 kg vollgetankt, und die edle, aber mit rund 22.000 Euro auch sündteure HP2 Sport brachte es mit viel Karbon und Leichtbau auf 206 Kilo.

Wann kommt die neue BMW R 1200 S?

Die neue in der Basisversion deutlich günstigere BMW R 1200 S wird also vermutlich je nach Ausstattung irgendwo zwischen 215 und 225 Kilogramm landen. Auch das ist, gemessen an modernen Supersportlern, kein Rekordwert, aber einer, mit dem auch engagierte Sportfahrer unter den Boxerfans leben können. Bleibt die Frage: Wann kommt der neue Sportboxer? „Zu möglichen neuen Produkten nehmen wir aus Wettbewerbsgründen keine Stellung“, antwortet BMW-Pressesprecher Rudi Probst diplomatisch. Schon wieder eine Parallele: Denn so ähnlich hörte sich das bei der S 1000 XR auch an.

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