Neues Einzylinder-Einsteigerbike von BMW Exklusive Bilder vom Erlkönig

Der erste Erlkönig des neuen Einsteigerbikes von BMW ist unterwegs. Ein Einzylinder nach KTM Duke-Vorbild. Mit kurzem Heck und aggressiver Frontpartie – und mit einem Motor, dessen Zylinderkopf um 180 Grad gedreht ist.

Foto: bmh-Images

Knapp zwei Jahre ist es her, dass BMW etwas ankündigte, was andere schon länger machen. Die Rede ist von einer Kooperation mit einem indischen Partner, in diesem Fall der TVS Motor Company in Chennai. Dort werden über zwei Millionen Zweiräder im Jahr produziert, während BMW gerade die 120.000 anpeilt. Vorbild für dieses Geschäftsmodell könnte ausgerechnet KTM sein. Bereits seit 2007 sitzt bei den Mattighofenern der indische Auto- und Zweiradhersteller Bajaj mit im Boot, die 125er-Duke (2011) und die 200er-Duke (2012) waren die ersten Motorräder aus indischer Produktion.

Ein Jahr später folgte die auch auf dem deutschen Markt überaus erfolgreiche 390er-Duke, die mit 1478 Einheiten nach der 1190er Adventure immerhin Platz zwei in der deutschen KTM-Verkaufsstatistik belegt. Kein Wunder, dass die 390er angesichts der aufziehenden BMW-Konkurrenz bereits nach zwei Jahren modellgepflegt wird. Jetzt also die Bayern. Mit einem Motorrad, das der Duke verblüffend ähneln wird. Vermutlich – oder besser wahrscheinlich – mit einem Gitterrohrrahmen wie bei der KTM. Mit einer Upside-down-Gabel, einer großen Solo-Bremsscheibe und respektablen Reifenbreiten. Und mit einer aggressiv gestalteten Frontpartie – ganz wie bei der Duke. Ist es angesichts dieser Ähnlichkeiten nicht zwingend, auch über einen Hubraum rund um die 400 Kubikzentimeter zu spekulieren?

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Foto: bmh-Images
Der Zylinderkopf der Einstiegs-BMW ist wie bei den Yamaha-250er-Offroadmodellen gedreht, der Einlasstrakt liegt vorne.
Der Zylinderkopf der Einstiegs-BMW ist wie bei den Yamaha-250er-Offroadmodellen gedreht, der Einlasstrakt liegt vorne.

Zylinderkopf der Einstiegs-BMW ist gedreht

Vermutlich schon, denn schließlich werden sich die Münchner leistungsmäßig die Butter nicht vom Brot nehmen lassen wollen, und die über 40 PS der Duke sind mit weniger Hubraum bei einem Straßen-Einzylinder nicht ohne Weiteres zu machen, während die japanische Konkurrenz von Kawasaki (mit der neuen Kawasaki Z 300) und Yamaha (auch der Twin der Yamaha YZF-R3 wird über kurz oder lang in einer MT-Variante erscheinen) auf weniger Hubraum, aber zwei Zylinder setzt. Allerdings: Für Führerschein-A2-Inhaber muss die 390er-Duke aufgrund ihres geringen Gewichts sogar auf 41 PS gedrosselt werden. Die neue BMW dürfte also sogar etwas schwächer – oder etwas schwerer – werden. In jedem Fall muss sie jedoch etwas hübscher ausfallen, besonders rund um die untere Motorpartie, wo beim Erlkönig noch keine Verkleidung den Anblick von Ölfilter und Ölwanne erspart.

Das hat allerdings sein Gutes, denn es zeigt eine technische Besonderheit der deutsch-indischen Koproduktion. Wer genau hinschaut, vermisst nämlich den Krümmer. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Zylinderkopf der Einstiegs-BMW ist wie bei den Yamaha-250er-Offroadmodellen gedreht, der Einlasstrakt liegt vorne, während der Auslasstrakt hinten in den Krümmer mündet. Eine eigenwillige Lösung, aber das hat bei den Münchnern ja Tradition. Ebenso wie eine GS-Variante, die parallel entwickelt wird. Ein Sportler wird wohl auch kommen. Ob die Einstiegs-BMW auch in kleineren Hubraumgrößen – zum Beispiel als 125er – angedacht ist? Wie sagte ein ehemaliger BMW Motorrad-Chef und späterer BMW-Vorstand einmal? „Nicht, solange ich bei BMW bin.“ Jetzt  verlässt er den Konzern, geht zum Konkurrenten VW.

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