Neues von MuZ (Archivversion)

Ostbote

Im sächsischen Zschopau wird mal wieder kräftig geköchelt. Das jüngste Gericht aus der MuZ-Versuchsküche heißt »Nomad«. Das ist der Arbeitstitel für eine Designstudie auf Basis der Skorpion-Baureihe. Längere Federwege (vorn plus 20, hinten plus 15 Millimeter), ein deutlich höherer Lenker, 17 Zoll-Drahtspeichenräder mit grobem Schuhwerk und die beidseitig hochgezogene Auspuffanlage der Skorpion Replica machen die »Nomad« zum Funbike. Mittelfristig soll die vom Rotax-Oldie angetriebene und wenig erfolgreiche »Saxon Country« abgelöst werden. Ob die vom Yamaha XTZ 660-Fünfventiler befeuerte »Nomad« das entsprechende Nachfolgemodell sein wird, ist noch nicht sicher. Auf der IFMA 1996 ist voraussichtlich die endgültige Form der potentiellen F 650-Konkurrentin zu sehen.
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MuZ »Nomad«-Designstudie (KV) (Archivversion) - »Eher kaufen wir KTM“

Mit Guzzi-Chef Arnolfo Sacchi sprach MOTORRAD-Mitarbeiterin Eva Breutel in Modena.
In Deutschland gibt es hartnäckige Gerüchte, daß KTM Guzzi übernehmen will.Wir haben ein Angebot von einer großen Firma. Und die Finprogetti, die die Aktienmehrheit an Guzzi hält, wird die Firma sicher irgendwann verkaufen. Aber erst, wenn Guzzi wirklich Gewinn abwirft. Was KTM anlangt: Da ist es eher wahrscheinlich, daß wir KTM kaufen.In Deutschland wurden bis Oktober nur 807 Guzzis zugelassen, etwa zehn Stück mehr als vor einem Jahr. Das ist nicht gerade eine gewaltige Verbesserung.Wesentlich mehr werden es auch 1996 nicht werden. Wir produzieren dieses Jahr etwa 7000 Motorräder, davon kommen rund 900 nach Deutschland. 1997 werden wir dann 10 000 Motorräder bauen und danach weiter, bis zu 20 000 Stück pro Jahr. Aber das ist die Höchstgrenze, mehr gibt die Fabrik in Mandello gar nicht her.Was ist mit Ihrem Importeur A&G in Bielefeld? Auch da gibt es Gerüchte über mögliche Veränderungen.Vorläufig bleibt A&G unser Importeur. Allerdings hält Aprilia die Mehrheit an A&G, und da kommt es darauf an, ob wir uns in Zukunft weiter so gut vertragen wie bisher.Viele Händler importieren auf eigene Faust Guzzis. Kann da jeder machen, was er will?Nein, natürlich nicht. Vielleicht ist es 1995 ein bißchen wild gelaufen, aber wir werden das jetzt anders organisieren. Allerdings kann ich nach EG-Recht keinem italienischen Händler verbieten, an einen deutschen Kollegen Motorräder zu verkaufen, der sie dann wiederum in Deutschland anbietet. Ich kann ihn nur bitten, es nicht zu tun.Wie sieht es mit der Umstrukturierung bei Guzzi aus? Wurde, wie geplant, mehr Arbeit nach außen verlagert?Ja, mehr als das Dreifache wie noch 1994 wird jetzt außerhalb gemacht. Und es wird noch mehr werden, denn wir machen zum Beispiel Gabeln und Räder noch selbst. Da gibt es einfach spezialisierte Betriebe, die das besser und billiger machen als wir.Wenn Sie Arbeit nach außen verlagern, müssen Sie dann auch Leute entlassen?Nein. Wir haben jetzt 330 Angestellte, es werden 1996 aber 350, weil wir die Produktion erhöhen.1996 ist auch Jubiläumsjahr, denn Guzzi wird 75 Jahre alt. Wie feiern Sie?Zum einen gehen wir zur Tourist Trophy, denn die haben auch Jubiläum. Und dann werden außerplanmäßig dieses Jahr im September die Guzzi-Days in Mandello stattfinden.

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