Neuheiten 2001 (Archivversion) Bunte Gesellschaft

Einmal alle zwei Jahre trifft sich die versammelte Motorradwelt in Müchen, zeigt die Trends für die kommende Saison auf. Die Neuheiten im Überblick.

Es gibt Jahrgänge, denen ein einziges Motorrad seinen Stempel aufdrückt. 1985 war so ein Jahr, als Suzuki die GSX-R 750 präsentierte und ein ganz neues Genre im Motorradbau etablierte. Die Rennreplika. Oder 1992, als Honda mit dem Leichtbauwunder CBR 900 RR schockierte. Und dann 1998, als Yamaha mit der R1 das Verhältnis von Leistung und Gewicht nochmals neu definierte.Und 2001? Ist so ein Trendsetter nicht ohne weiteres auszumachen. Jedenfalls nicht mit einem flüchtigen Blick, weil die Sensationen eher im Verborgenen blühen. Das beste Beispiel: Honda. Frisch aus den Staaten eingeflogen, präsentierte der weltgrößte Motorradbauer auf der Intermot die VTX 1800. Der erste Eindruck: ein gediegener Cruiser, schlicht und ohne viel Schnickschnack, mit einem schörkellosen V2. Doch dann die technischen Daten. Was dieser Hubraumriese an Leistung ausschüttet, ist in der eher betulichen Cruiserszene einmalig. 105 PS sind ein Wort unter Betschwestern. Und 163 satte Newtonmeter sind sonst nur im Automobilbereich angesiedelt. Ist das keine Revolution, nur weil sie in dezentem Schwarz oder Rot stattfindet?Genau wie bei Suzuki. Und doch ganz anders. Der Hammer aus Hamamatsu kommt grellbunt daher. Und fällt dennoch nicht auf, weil die GSX-R 1000 den kleinen Schwestern gleicht wie ein Ei dem anderen. Die Sensation verbirgt sich auch hier hinter den Zahlen: 160 PS – bei 170 Kilogramm Trockengewicht. Das die R1 zu toppen sei, war vor zwei Jahren noch nicht vorstellbar. Genauso wenig wie ein vollwertiger Tourer, der fahrfertig weit unter der 300-Kilo-Grenze bleibt und den satten Dampf eines reinrassigen Sportlers mitbringt. Yamaha macht es nun vor, mit der FJR 1300. 237 Kilo Trockengewicht, 145 PS, dazu alle Features, die das Reisen angenehm machen. Ein Denkanstoss für alle anderen.Dass derartige Impulse nicht immer aus Japan kommen müssen, zeigen die neuen Modelle von Aprilia, Cagiva, Ducati und Co. Gerade die italienische Artenvielfalt und der mediterrane Chic zeigen, dass man im Kampf um die Käufergunst nie besser gerüstet war als im Jahr 2001 und preislich längst mithalten kann. Aprilia schickt einen brandneuen Tourer und eine Reiseenduro ins Rennen, MV Agusta revolutioniert mit der Brutale das Naked-Bike-Design, und Ducati zeigt mit dem neuen Motor der 996 R, dass der Desmo-V2 noch lange nicht am Ende ist. Wenn das kein guter Anfang für den Motorradjahrgang 2001 ist.

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