Neuheiten 2004: Vorstellung Honda Fireblade Kurz vor Fünf

Auch der nächste Fireblade-Jahrgang hat nur vier statt fünf Zylinder. Aber sonst ist die neue Feuerklinge ganz nah dran an Rossis Werksrenner.

Foto: Honda
Honda Fireblade, Jahrgang 2004
Honda Fireblade, Jahrgang 2004
Von der Piste in die Kiste: So scheint das derzeitige Honda-Motto zu lauten, wenn es um die Konzeption neuer Supersportler geht. Der beste Beweis ist die Fireblade Jahrgang 2004, von der
nun erste Fotos vorliegen.
Dieses Motorrad sieht nicht nur aus, als komme es direkt von der Rennstrecke – auch unterm Plastikkleid steckt ab-
gesehen vom Reihenvierer jede Menge
von jenem Erbgut, das die Herren Rossi
und Gibernau schnell und beeindruckend
souverän macht. Bestes Beispiel: der Rahmen. Okay, beim Serienbike gegossen, beim Renner aus gezogenen Profilen zusammengeschweißt. Das grundsätzliche Layout jedoch ist fast identisch. Genauso mächtig die vorderen, bis auf halbe Motorhöhe reichenden Unterzüge mit Querstrebe zum Hauptprofil, genauso massiv die Motoraufnahmen, die im Fall des konventionellen Reihenvierers auf beiden Seiten der Zylinderbank
liegen. Gleiches gilt für die Schwinge. Selbstverständlich kommt auch bei der neuen Fireblade ein Bauteil zum Einsatz, bei dem das Federbein vollständig in die Schwinge integriert ist und von zwei im Rahmen angelenkten Zugstreben betätigt wird. Platz genug ist da, weil das Getriebe mit übereinandergelagerten Wellen nun extrem kurz baut, die Schwinge dementsprechend lang ausfallen kann. Vorne bleibt Honda bei einer massiven Upside-down-Gabel, die erstmals radial verschraubte Bremszangen trägt.
In Sachen Leistung hingegen wird Hondas jüngster Supersportler ganz gegen den Trend gehörigen Abstand zur Rennschwester und wohl auch zu der
einen oder anderen Konkurrentin halten. Von 162 PS ist die Rede. Ebenso wenig strebt die Fireblade neue Gewichtsrekorde an. Eine Tendenz, die sich schon bei der CBR 600 RR klar abzeichnete. Das bedeutet keine Abkehr von Sportambitionen. Schließlich stammt die Erkenntnis, dass nur ein perfektes Zusammenspiel aller Komponenten schnell macht, unmittelbar aus dem Rennsport.
Genau wie eine weitere, der sich
Honda im zivilen Leben über Jahre verweigerte: Extrem leistungsstarke und leichte Motorräder kommen nicht ohne Lenkungsdämpfer aus. Die neue Fireblade hat endlich einen. Aber keinen herkömmlichen, sondern einen Drehflügeldämpfer. »HESD« steht auf dem kastenförmigen Bauteil, das zentral über dem Steuerkopfrohr positioniert ist. Fantasiebegabte lesen daraus »Honda Electronical Steering Damper«. Auch in dieser Hinsicht wäre die Fireblade also nah dran an
Rossis Fünfzylinder (siehe Seite 136).

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