Neuheiten 2005/2006 (Archivversion) Good News

Kawasaki lässt mit der ER-6n eine neue Katze aus dem Sack. MOTORRAD zeigt außerdem, wie die 2006er-Modelle von ZX-10R, Honda Fireblade und Yamaha FZS 1000 Fazer aussehen könnten.

Kawasaki offeriert mit der ER-5 bislang ein alles andere
als aufregendes Mittelklassebike. Ab Herbst 2005 wird das anders. Die ER-6n kommt richtig peppig daher. Der übereinander angeordnete Doppelscheinwerfer mit darüber thronendem Multifunktionsinstrument markiert das neue, frische Gesicht. Ein unter dem Motor positionierter Schalldämpfer à la Buell sorgt
für ein schlankes Heck. Völlig unkonventionell findet das gut zugängliche, direkt angelenkte Federbein dezentral auf der rechten Seite am Gitterrohrrahmen aus Stahl einen Befestigungspunkt. Die Sitzposition in moderater Höhe wirkt touristisch bequem. Für ein direktes Fahrgefühl sorgt ein breiter Lenker, wie man ihn von Kawasakis Z-Modellen kennt, in Verbindung mit einer straffen Gabel mit einem Federweg um die 120 Millimeter.
Herz des Ganzen bildet ein neu entwickelter, wassergekühlter Paralleltwin mit 649 cm3. Zwei oben liegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder und Einspritzung garantieren eine Euro-3-konforme Leistungsausbeute von rund 70 PS. Eine Ausgleichswelle soll störende Vibrationen eliminieren. Durch die Verlegung der Lichtmaschine hinter die Zylinder baut der Motor extrem schmal. Optional will Kawasaki später ein ABS anbieten. Alles in allem verspricht die cool designte ER-6n Spaß pur. Der Preis wird für die Konkurrenz eine bittere Pille: Nur 5990 Euro soll die Einsteiger-Kawa kosten.
Glaubt man den Spatzen auf den Dächern, könnte auch
die für 2006 stark modellgepflegte ZX-10R mit einem unter
dem Motor positionierten Endschalldämpfer kommen. In puncto Schräglagenfreiheit, Ästhetik und Schwerpunkt eigentlich eine optimale Lösung. Bislang nur von Buell umgesetzt, liegt es auf der Hand, auch Supersportler damit auszurüsten. Um die für eine möglichst hohe Leistung erforderliche Krümmerlänge beizubehalten, müssten die Krümmer in einem angepassten Schalldämpferkasten mehrmals gewunden werden. Der Abgasaustritt erfolgt rechts unterhalb der Fußrastenanlage. Ein hitzeresistenter Verkleidungskiel leitet die Abgase um den Reifen herum.
Ansonsten wird Kawasakis Flaggschiff wahrscheinlich einen Lenkungsdämpfer sowie überarbeitete Zünd- und Einspritzkennfelder erhalten. Beides dient einer besseren Fahrbarkeit. Außerdem soll der Windschutz durch eine höhere Kuppel optimiert werden. Dabei könnte man gleich den Ram-Air-Einlass vergrößern. Ob sich trotz Euro-3-Schadstoffnorm ein paar PS dazugesellen, bleibt abzuwarten.
Das gilt natürlich ebenso für Hondas überarbeitete Fire-
blade. MOTORRAD geht allerdings davon aus, dass der weltgrößte Motorradhersteller den Anschluss an die Leistungsspitze herstellt und die 2006er-Fireblade nicht nur auf dem Papier
170 PS leistet. Der Rahmen soll im Lenkkopfbereich verstärkt
werden. Damit ist das von MOTORRAD monierte Gabelflattern hoffentlich kein Thema mehr. Hinzu kommen augenfällige Än-
derungen wie vergrößerte Ram-Air-Einlässe, eine flachere Verkleidungskuppel und ein breiter Verkleidungskiel, der Hinterrad und Bremse bestmöglich vor Schmutz schützt.
Absolut logisch und unumgänglich scheint die Neuauflage der großen Fazer. Zwar dementiert der Importeur, dass schon 2006 mit einer Nachfolgerin zu rechnen ist, doch angesichts von Kostensenkung durch das Baukastensystem könnte eine mit YZF-R1-Teilen angereicherte, sportlichere Variante wie oben im Bild aussehen. Mit radial verschraubten Bremszangen, einer Gussschwinge mit Unterzügen, nach oben geführter Edelstahl-Auspuffanlage, Upside-down-Gabel und vor allem einer radikalen Überarbeitung des Motors. Rund 110 Nm Drehmoment über ein extrem breites Drehzahlband bei einer Spitzenleistung von rund 150 PS und rund 220 Kilogramm fahrfertig – nur Fliegen soll angeblich schöner sein. Dass diesem Landstraßenhammer ein unverkleidetes Schwestermodell im Stil der FZ6 zur Seite gestellt wird, wäre da nur konsequent.

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