Neuheiten 2009: Yamaha Neues von der Super Ténéré

Retusche: Neuland

Die Zeichnung gibt einen ersten Eindruck von der neuen Reise-Enduro. Sie zielt auf die erfolgreiche BMW-GS-Baureihe.

Während der 29. Kalenderwoche soll sie in Nardò gefahren sein. Die knapp 12,6 Kilometer lange Kreisbahn am Golf von Tarent ist ein Dorado für Vollgas-Testfahrten. Tester aller Hersteller sind dort ständig zugange und erproben vom Motor bis zum Blaulicht-Dachaufbau für Polizeiwagen alles nur Erdenkliche auf seine Hochgeschwindigkeitstauglichkeit.

Leider ist das Testgelände auch ein riesiger Hochsicherheitstrakt, deshalb gibt es keine Fotos von der neuen Super Ténéré und auch keine Informationen darüber, was dort probiert wurde. Neben der Vollgasfestigkeit des neuen Triebwerks kommen die Stabilität der Maschine bei hohen Geschwindigkeiten mit und ohne Gepäck als Kriterien ebenso in Frage wie zum Beispiel die thermischen Verhältnisse im Hinterachsantrieb. Der wird bei hohem Tempo richtig heiß.

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Foto: 2snap

Dass Yamahas Speerspitze gegen die BMW R 1200 GS einen Kardanantrieb und damit ein Winkelgetriebe für das Hinterrad erhalten wird, steht kaum noch im Zweifel. Für diese Wahl hat sich Yamaha viel Zeit gelassen; der Einfluss der italienischen, spanischen und französischen Importeure, die lange Zeit eine sportliche, Supermoto-ähnliche Ausrichtung gefordert hatten, hielt die Frage nach dem Antrieb offen. In den letzten Jahren entwickelte sich die BMW GS auch in den genannten Ländern zum Bestseller, was die Entscheidung pro Kardan gefördert hat.

Nach Spekulationen über die Motorbauart sind die Würfel zugunsten eines Reihenzweizylinders mit 1200 cm³ Hubraum gefallen, der zwischen 120 und 125 PS leisten wird. Eine Trockensumpfschmierung schafft genügend Bodenfreiheit und vermeidet Panschverluste. Immer noch ungeklärt ist der Hubzapfenversatz des Reihenmotors – Yamaha selbst hat bei der Ur-Super-Ténéré mit 180 Grad, also gegenläufigen Kolben begonnen und ist beim TRX-Motor zu 90 Grad übergegangen. Der Reihenmotor zündet dadurch im gleichen Rhythmus wie ein 90-Grad-V2, eine Auslegung, die in der TDM 900 erhalten blieb. Für welches Prinzip sich die Ingenieure auch entschieden haben, bei den genannten Werten für Hubraum und Leistung wird sich die nötige Laufkultur nicht ohne zwei Ausgleichswellen erreichen lassen. Es sei denn, sie hätten sich ein ganz neues System einfallen lassen, wie etwa BMW bei der F 800.

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Foto: Archiv

Angesichts der hoch entwickelten Gusstechnik, der die YZF-R1 und R6 sowie die FZ1 und FZ6 wahre Kunstwerke von Rahmen verdanken, liegt es nahe, dass auch die Super Ténéré einen gegossenen Alu-Brückenrahmen erhält. Vielfältig einstellbare Federelemente, am besten mit elektrischer Unterstützung, sind Bedingung für ein Motorrad, das ein breites Einsatzspektrum abdecken soll.

Auf die Frage, ob die Neue im Herbst auf der Kölner Messe Intermot vorgestellt und im kommenden Frühjahr in den Handel kommen wird, schweigen Yamaha-Mitarbeiter und -Händler noch eisern. Nur einer sagte: "Wir wissen, was bis März kommt. Da ist ein solches Motorrad nicht dabei." Nun, es folgt ja noch der April.

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