Neuheiten 2010 Neue Honda-Modelle

Es geht Schlag auf Schlag: Kurz nach den ersten grieseligen Fotos der neuen 1200 V4 kamen die ersten scharfen Erlkönigbilder. Ganz offiziell dagegen präsentierte Honda zwei neue Moto Crosser sowie den puristischen Chopper Fury. Er wird nun auch in Europa angeboten und auf Kundenwunsch mit ABS ausgestattet.

Foto: Conradt
V4-Motoren, die eng in kompakte Fahrwerke gequetscht werden, bekommen eher Hitzeprobleme als Reihenmotoren. Wegen ihrer verschachtelten Bauweise läßt sich die erhitzte Luft schwieriger ableiten. Dieser speziellen Problematik verdankt die motorradinteressierte Welt die hier gezeigten Erlkönigfotos von der neuen Honda 1200 V4, aufgenommen bei Überhitzungstests in einer Wüste in den USA. Das Motorrad zeigt sich mit einer ausladenden Frontverkleidung, die besten Windschutz verspricht, aber mit recht offenherzigen Flanken. Dass der Testpilot luftig gekleidet ist, liegt wohl nicht nur am Wüstenklima: In diesem Aufzug kann er leichter Hitzenester an den Kontaktstellen zwischen sich und der Maschine aufspüren.

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Foto: Honda
An weiteren Informationen über die rund 170 PS starke V4 ist seit der letzten Ausgabe von MOTORRAD vor allem eine hinzugekommen: Sie wird im kommenden Oktober offiziell vorgestellt. Außerdem bestätigte ein Journalistenkollege aus den USA, dass der Motor zwei Zylinderköpfe mit sogenannter Unicam-Ventilsteuerung erhält. Bei diesem von Honda entwickelten und erfolgreich in Offroad-Modellen eingesetzten Prinzip betätigt eine Nockenwelle die Einlassventile über Tassenstößel und die Auslassventile über Gabelkipphebel. Wie mit dieser Technik Bauhöhe gespart werden kann, zeigen die von Honda präsentierten 2010er-Moto-Cross-Modelle CRF 250 R und CRF 450 R mit ihren charakteristischen, nach vorn abfallenden Ventildeckeln. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die 450er umfassend überarbeitet wurde, ist die Reihe nun an der 250er. Sie erhielt einen komplett neuen Motor mit Ausgleichswelle, leichterem Gehäuse, Einspritzung und kleinerer Bohrung bei längerem Hub. Die Ingenieure versprechen sich davon eine günstigere Leistungsentfaltung. Das Getriebe weist einen größeren Ab-stand der beiden Wellen auf, was größer dimensionierte Zahnräder erlaubt. Auch beim Fahrwerk bleibt nichts wie es war; die Änderungen sind so zahlreich, dass sie hier nur stichwortartig beschrieben werden können: steiferer Rahmen mit steilerem Lenkkopf und längerer Schwinge, damit auch längerem Radstand. Anders als bei der 450er stammt die neue Gabel mit 48er-Gleitrohren von Showa.

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Foto: Honda
An der 450er wurden nur Kleinigkeiten optimiert, etwa das Kennfeld der Einspritzung oder die Dichtringe der Kayaba-Gabel. Das „HRC-Settings-Kit“, welches eine individuelle Abstimmung von Einspritzung und Zündung erlaubt, kann nun mit nur einem Stecker und ohne Demontage des Tanks an das Steuergerät angeschlossen werden. Neben Fotos und Informationen über die neue V4 kommen aus den USA aber auch ganze Motorräder nach Europa. In Gestalt der Fury zum Beispiel, einem aufregend gestylten, von Honda USA entwickelten Chopper. Der Kontrast zwischen der  schwungvollen Tank-Sitzbank-Linie  und dem Fachwerk am Lenkkopf wirkt atemberaubend. MOTORRAD hat ihn in Heft 9/2009 bereits vorgestellt. Wie die Modellbezeichnung VT 1300 CX andeutet, erhielt die Fury den 52-Grad-V2 der VTX 1300, die bis zur Einführung der Euro-3-Homologation auch in Deutschland angeboten wurde. Nachdem der Langhuber – die Kolben legen zwischen den Totpunkten 104,3 mm zurück – in Sachen Abgasreinigung modernisiert wurde, leistet er noch 58 PS bei 4250/min, bereits 2000 Umdrehungen tiefer liegt das maximale Drehmoment von 107 Nm an. Als erster Chopper von Honda wird die Fury auf Wunsch mit einem Kombibremssystem in Verbindung mit ABS angeboten.

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