Neuheiten 2013: Ducati Hypermotard-Erlkönig Bricht eine neue Ära in Bologna an?

Ein Erlkönig von Ducati, verklebt, von Messsensoren besetzt und deren Kabeln überwuchert, mit wüst zusammengebasteltem Auspuffendrohr - hässlich. Aber mächtig interessant.

Foto: Bernhard Höhne

Erstmals seit 2004, als der luftgekühlte Sporttourer ST2 durch die wassergekühlte ST3 ersetzt wurde, schickt sich Ducati an, einen vormals mit luftgekühlten Motoren ausgestatteten Typ auf wassergekühlte Triebwerke umzustellen. Dies zeigt das Erlkönigfoto unmissverständlich. Wenn das nur nicht den Anfang vom Ende der luftgekühlten Motoren bedeutet. Zumindest würde es die Zurückhaltung der Ducati-Offiziellen bezüglich neuer Supersport-Modelle erklären.

Es fragt sich, welche Hubraumvariante des Testastretta Evoluzione zum Einsatz kommt. Zwei Ansätze sind plausibel. Zum einen der Motor aus der Streetfighter 848 mit 125 PS; das Funbike läge dann leicht über der KTM 990 Supermoto R. Weil Ducati eine neue Reihe in der Regel nicht mit einem "kleinen" Modell beginnt, ist zweitens eine Variante des 1198ers denkbar, mit 130 bis 150 PS und Stoßrichtung auf die Aprilia Dorsoduro 1200 oder die neue 1190er-Super Duke von KTM.

Bislang ohne Beispiel im Ducati-Modellprogramm ist der neue Gitterrohrrahmen. Bei der aktuellen Hypermotard liefen die auf beiden Seiten längs nach vorn geführten Rohre gerade und parallel übereinander, beim zukünftigen Rahmen läuft das obere Rohr zunächst steil nach oben, um nach einer Biegung flacher in Richtung Lenkkopf einzuschwenken. Der Hauptgrund dafür dürfte in der neuen Krümmerführung liegen. Möglicherweise ergibt sich durch die neue Rohrführung auch eine bessere Zugänglichkeit des Motors für leichtere Wartung. Das Federbein sieht aus, als wäre es direkt angelenkt; seine Einbaulage deutet auf eine Hinterradfederung nach Art der Multistrada 1200.

Außer bei Yamaha und älteren Honda-Modellen wie der CBR 600 RR scheinen Underseat-Auspuffanlagen endgültig Vergangenheit zu sein - wenn sogar Ducati davon abrückt, die Firma, welche dieses Prinzip mit der 916 eingeführt hat. Krümmergeschlinge, Vorschalldämpfer und kurzes rechtsseitiges Endrohr, dank Einarmschwinge eng am Motorrad geführt, so lautet jetzt das Rezept. Ganz nebenbei liefert die Bologneser Prototypen-Werkstatt mit dem angeschellten Plastikschlauch als Endstück einen Höhepunkt der Hässlichkeit. Hoffen wir, dass hier in der Serie eine besonders ästhetische Lösung zu sehen sein wird, die man bis dahin mit allen Mitteln verbergen möchte. Und obgleich am Prototyp keine Anzeichen dafür zu erkennen sind, wird es die Hypermotard in Deutschland serienmäßig mit ABS geben

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