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Die neue BMR R 1200 GS Adventure.

Neue Suzuki V-Strom 1000 und BMW R 1200 GS Adventure Reiseenduro-Neuheiten für 2014 und Patentbilder vom BMW-Roadster

Erwischt: Suzuki V-Strom 1000-Prototyp am Großglockner getestet. Rahmen, Schwinge und Federelemente komplett neu. Motor mit neuen Zylinderköpfen und Doppelzündung. Auspuff mit Klappensteuerung. ABS sicher, Traktionskontrolle wahrscheinlich. Außerdem: BMW R 1200 GS Adventure in originaler Form gefunden.

Keiner hängt es an die große Glocke, wenn er am Großglockner einen Prototyp testet. Auch die Suzuki-Tester nicht, und trotzdem fuhren sie dem fotografierenden Erlkönigjäger vor die Linse. Mit einem Testmotorrad vom Typ V-Strom 1000, das jetzt wirklich anders aussieht als die im letzten Jahr auf der Intermot gezeigte Konzeptstudie. Wir erinnern uns - die Studie hatte noch den Motor der in Deutschland seit Ende 2007 nicht mehr angebotenen V-Strom 1000. Das war auch durch die Motornummer belegt.

Der aktuelle Motor erhielt zumindest neue Zylinderköpfe. Sie verzichten auf die feinen Zierkühlrippen, vor allem aber sind sie mit Doppelzündung versehen. Auf dem Foto unten ist deutlich eine seitliche Zündkerze zu sehen, während der Vorgängermotor mit nur einer zentralen Kerze für jeden Zylinder auskam. Mit dieser Konfiguration schaffte er die strengeren Abgasgrenzwerte nach Euro3 nicht mehr, deshalb hat Suzuki offenbar diesen Weg zur weitergehenden Entgiftung gewählt. Wie BMW bei früheren Boxer-Modellen, KTM bei RC8, Adventure sowie den 690er-Motoren oder Ducati bei der neuen Hypermotard.

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Foto: bmh-images
Suzuki V-Strom 1000-Prototyp: Zu erkennen sind am vorderen Zylinder die seitliche Zündkerze der Doppelzündung. Kofferhalter und Heckpartie erinnern an die BMW GS.
Suzuki V-Strom 1000-Prototyp: Zu erkennen sind am vorderen Zylinder die seitliche Zündkerze der Doppelzündung. Kofferhalter und Heckpartie erinnern an die BMW GS.

Suzuki V-Strom 1000-Prototyp mit zierlicheren Gussteilen

Anders als beim Motor, dessen Basis offenbar immer noch gleich ist wie bei der pensionierten V-Strom, ließen die Entwickler beim Fahrwerk kein Aluteil auf dem anderen. Die frühere V-Strom besaß einen Rahmen aus mächtigen Aluprofilen, dessen Steifigkeit wahrscheinlich auch supersportlichen Ansprüchen genügt hätte. Der neue Rahmen besteht aus zierlicheren Gussteilen. Das lässt sich daran erkennen, dass die Motorhaltepunkte die gleichen sind, die Rahmenstruktur aber größere Fenster ins Innere des Motorrads eröffnet.

Auch der Heckrahmen und die Schwinge sind neu geschaffen, und statt der früher eingebauten, konventionellen Gabel kommt jetzt eine Upside-down-Gabel zum Einsatz. Die Bremssättel sind nach dem Stand der Technik radial verschraubt.

Sensorkränze in Vorder- und Hinterrad deuten auf ein ABS hin, und gut unterrichtete Informanten behaupten, schon von einer hervorragend funktionierenden Traktionskontrolle gehört zu haben. Der neuen V-Strom käme demnach die Rolle eines Pilotprojekts in Sachen elektronische Fahrhilfen zu. Wo sich Suzuki doch bisher so standhaft dagegen gewehrt hat.

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Foto: BMW
BMW R 1200 GS Adventure ohne Lackierung, aber mit originaler Form: Wegen ihrer höheren Elastizität sind Drahtspeichenräder seit jeher für die Adventure erste Wahl.
BMW R 1200 GS Adventure ohne Lackierung, aber mit originaler Form: Wegen ihrer höheren Elastizität sind Drahtspeichenräder seit jeher für die Adventure erste Wahl.

BMW R 1200 GS Adventure mit imposanten Ausmaßen

Das kann man von BMW wahrlich nicht behaupten. Eher schon erhebt sich die Frage, was sich die Bayern für die bevorstehende R 1200 GS Adventure, die erste ihres Namens mit wassergekühltem Motor, noch haben einfallen lassen? Vielleicht - angesichts der Ausmaße dieses Motorrads kommt einem spontan der Gedanke - eine elektrohydraulische Aufhebeautomatik nach einem Umfaller. Denn die Tank-/Airbox-Kombination wölbt sich viel höher empor als bei der Standard-GS. Der Aufsatz lässt vermuten, dass BMW die Ansauglufteinlässe nach dorthin verlegt hat, um die Wattiefe für Wasserdurchfahrten zu vergrößern und staubarme Ansaugluft für Schotterpisten zu erhalten. Traditionsgemäß besitzen die Adventure-Modelle längere Federwege als die Standard-GS; sie stehen auch deshalb noch einmal deutlich höher über den Rädern.

In der Frontansicht offenbart sich, dass die Aufbauten bis hinauf zum Lenkkopf in der Breite des Boxer-Motors auftürmen. Und weil bei dieser BMW R 1200 GS Adventure erstmals seitlich angebrachte Kühler zu schützen sind, ist die ganze Wuchtigkeit auch noch von einem wahren Geflecht an Rohrbügeln umgeben, das ebenfalls bis zum Lenkkopf reicht. Das Bild von einem Offroad-Weltreisemotorrad - hier steht es vor unseren Augen.

Die Fotos stammen aus einem Antrag auf Geschmacksmusterschutz, durch den das Design der BMW R 1200 GS Adventure geschützt werden soll, und sie wurden von einem aufmerksamen Beobachter in der Online-Registratur eines Patentamts entdeckt. Der Mann ist also eine Art Internet-Paparazzo. BMW hat die Veröffentlichung der Fotos gestattet. Fehlt nur noch die Lackierung.

Im kommenden Herbst sind also einige Neuheiten zu erwarten. Der Classic-Boxer zum 90. Jubiläum im September, eine BMW R 1200 RT mit wassergekühltem Boxer und die hier gezeigte BMW R 1200 GS Adventure.

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