Neuheiten: BMW, Ducati, Honda und Kawasaki (Archivversion) Ducati bleibt extrem

Motorräder mit scharfem Charakterprofil sind eine Spezialität der Bologneser und hatten stets den größten Erfolg. Ein puristisches Naked Bike mit dem Motor der 1098 R passt da genauso ins Bild wie seine entschiedene Abgrenzung von der neuen Monster.

Ducati baut eine Monster 1100 auf Basis der aktuellen 696. Kenner der Marke bestätigen es schon länger, als weiteres Glied einer starken Indizienkette kommt nun ein zwar grob aufgelöstes, doch sehr reales Handy-Foto dazu. Ein Beweis ist dieses Foto nicht, weil der Hubraum des Motors von außen nicht sichtbar wird – wie könnte er auch? Was zu sehen ist – die Einarmschwinge, die Öhlins-Gabel, die leichten Räder mit den Y-förmigen Speichen –, passt allerdings nicht zu einem Einsteigermotorrad, von dem gleichwohl das Grunddesign stammt. Etwa der Tank mit den charakteristischen Lufteinlässen, die Schalldämpfer oder die Form des Soziussitzes, der hier mit einem roten Plastikteil abgedeckt ist.

Die neue Monster mit dem luftgekühlten, rund 90 PS starken 1100er-Zweiventiler wird das größte, leistungs- und hubraumstärkste Motorrad dieser Reihe. Vierventil-Motoren sind dafür nicht vorgesehen. Allmählich scheinen die Ducati-Entwickler akzeptiert zu haben, dass die starken, schweren Vierventiler, egal ob es sich um den alten "ottovalvole" oder den modernen "testastretta" handelte, nie wirklich mit dem Monster-Konzept harmonierten, weder optisch noch fahrwerkstechnisch. Jetzt handeln sie entsprechend.

Sie entwickeln ein komplett neues Motorrad, das nach allen vorsichtig geflüsterten Indiskretionen ein Hammergerät wird. Fast wäre man versucht zu schreiben: ein echtes Monster. Eine aus Streetfighter- und Dragbike-Elementen gebraute, hochexplosive Mischung mit einer Rakete von Motor. Dem Vernehmen nach soll es sich um den 1198er-Testastretta-evoluzione des aktuellen Superbike-Basismotorrads 1098 R handeln. Wahrscheinlich nicht mit gefrästen Zylinderköpfen und Titanpleueln ausgestattet und vermutlich auch nicht 176 PS stark. Aber gute 150 PS mit satt Drehmoment im unteren Bereich darf man diesem Hochkaräter schon zutrauen.

Leider gibt es von der Sensations-Duc kein Foto, noch nicht einmal ein grob verpixeltes. Als Appetitanreger lieferte der italienische Designer Oberdan Bezzi seine Vision dieses Motorrads als Computerretusche, in die er ungewöhnliche Details wie etwa das „frei tragende“ Tankhinterteil einfließen ließ. Die Bezeichnung „Hyperfighter“ hat er geschickt gewählt – vielleicht sogar erlauscht –, weil sein Entwurf sich trotz aller Unterschiede in der Auslegung die raffinierte Schlichtheit der Hypermotard zum Vorbild nimmt. Was die Proportionen betrifft, so dürfte die tatsächliche Hyperfighter wohl länger und niedriger ausfallen als die gezeichnete. Die Dragbike-Elemente, welche sie in sich tragen soll, lassen dies ebenso vermuten wie schiere technische Notwendigkeit: Sie würde sonst bei jedem zügigen Gasaufziehen ihren Fahrer nach hinten abwerfen.

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