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BMW-Offensive geht weiter BMW-Motorrad Erlkönige

BMW hat wieder einmal eine Überraschung parat. Die neuen Motorrad-Modelle des bayrischen Automobilherstellers glänzen bereits mit neuen Details.

Für dieses Jahr hat sich im BMW-Modellprogramm nicht viel ereignet. So könnte man meinen, wenn man nur auf die Motorräder blickt. Doch die beiden Roller C 600 Sport und C 650 GT haben bei der Entwicklung und Industrialisierung Kapazitäten gebunden, „echte“ neue Motorräder mussten deshalb für 2012 erst einmal zurückstehen.

Nach der jüngsten Fotopirsch des MOTORRAD-Paparazzo ist klar: Das wird sich nächstes Jahr und in den kommenden Jahren ändern – und zwar drastisch. Vier neue Modelle fuhren ihm vors Teleobjektiv, dazu kommen mindestens zwei Modellüberarbeitungen, von denen man ebenfalls schon weiß, nämlich die der F 800 GS und F 650 GS – entsprechende Fotos zeigte MOTORRAD in Heft 4/2012. Die Modelloffensive der Weiß-Blauen bleibt also nicht bei den Rollern stehen, sie geht munter weiter.

 Zum Teil befinden sich unter den erjagten Erlkönigen Motorräder, von denen schon bekannt war, dass sie erscheinen würden, etwa die Nachfolgerin der R 1200 GS mit dem ersten wassergekühlten Boxermotor, deren Präsentation auf der Intermot erwartet wird. Auch der Elektroroller, der bei Geschwindigkeiten von etwa 80 km/h bis zu 100 Kilometer Reichweite erreichen soll, ist seit dem Innovationstag 2011 kein Geheimnis mehr. Die unverkleidete, puristische Maschine, die sich ausnimmt wie  eine Mischung aus einem Retro-Bike und der vor Jahren auf der Mailänder Messe präsentierten Konzeptstudie Lo Rider, sowie die halb verkleidete S 1000 RR kommen jedoch überraschend. Vor allem die Tatsache,  dass die knappen Verkleidungsteile der S 1000 RR „Tuono“, wie sie beim Öffnen der Bilddateien spontan genannt wurde, schon fertig geformt zu sein scheinen. Ob diese drei letztgenannten Modelle aber schon Ende des Jahres vorgestellt werden, wissen bislang nur die Produktplaner von BMW.

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Foto: Höhne

Doch zunächst zur GS-Nachfolgerin – bei MOTORRAD heißt sie schon länger R 1250 GS LC. Bislang und zuletzt in MOTORRAD 1/2012 auf den ersten Schnappschüssen war sie nur mit Koffern und fast nur von der linken Seite zu sehen. Jetzt zeigt sie sich erstmals von rechts vorn und ohne Koffer, sodass der Auspufftopf wenigstens teilweise sichtbar wird. Er fällt groß aus, das war zu erwarten, dank ovaler Form jedoch relativ schmal, sodass der Träger der Soziusfußraste außen herumgeführt werden kann. Wie bei der aktuellen GS, nur eben auf der anderen Seite. Was daher rührt, dass die Schwinge mit dem integrierten Kardanantrieb ja auch auf die andere Seite verlegt wird.

Verkleidungsteile in allen möglichen Formen und Lackierungen sowie Motorgehäuse, Schwinge und Ventildeckel in allen Kombinationen von Alu natur und Schwarz veranstalten bezüglich des endgültigen Aussehens noch ein munteres Verwirrspiel. Auch darf bezweifelt werden, dass die Zylinderschutzbügel wirklich so weit aus¬ladend den Motor umgreifen wie auf den aktuellen Fotos zu sehen.

Das Retro-Bike/die Lo Rider wird noch vom luftgekühlten 110-PS-Boxer angetrieben. Das beweist nicht nur die Form des auf einem Foto sichtbaren Ventildeckels, sondern auch die Tatsache, dass die Einarmschwinge wie bei allen aktuellen Boxer auf der rechten Seite schwingt. Wie von der GS testete BMW offenbar mehrere Exemplare des neuen Modells; sie unterscheiden sich durch verschiedene Upside-down-Gabeln. Ein bei den R-Modellen üblicher Telelever ist jedoch nicht zu sehen, und das ist für den Moment die wichtigere Nachricht.

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Foto: Höhne

Während die aktuelle R 1200 R ein relativ großes Motorrad darstellt, wirkt der Prototyp nicht nur wegen seines kurzen Hecks zierlicher. Gut möglich, dass sie sich auch als eine Art HP2 Roadster oder Classic, sprich als puristischer Landstraßensportler profilieren soll. Die Kreuzspeichenräder passen bestens zu einem solchen Motorrad.

Auf dem Foto oben rechts ist zwar nicht viel zu sehen, doch es gibt noch den genauesten Eindruck von der Tankform. Sie erinnert an klassische BMW-Tanks, beziehungsweise die schon genannte Lo Rider. Wichtig ist dabei auch, dass der Tank im vorderen Bereich den Lenkkopf seitlich eng umfasst, und das wiederum ist nur dank der normalen Gabel möglich. Wegen des fast senkrecht angeordneten Federbeins macht der Telelever dagegen eine breite Aussparung im vorderen Bereich nötig, die bei der unverkleideten R 1200 R etwas befremdlich wirkt. Den beim Erlkönig noch gut sichtbaren Ansaugschnorchel auf der rechten Seite sollten die BMW-Designer aber gerade bei diesem Motorrad verbergen. Oder ihm eine schönere Form geben.

Der Rundscheinwerfer mit der übergestülpten silbernen Blende passt hingegen sehr gut ins Bild. Es ist der gleiche wie bei der R 1200 R, und er könnte ohne Weiteres übernommen werden. Auch die Rundinstrumente der Prototypen sind dieselben wie bei der R 1200 R.

Foto: Höhne

Dass die nackte oder besser gesagt äußerst knapp verkleidete S 1000 ebenfalls das meiste von der vollverkleideten RR übernommen hat, versteht sich von selbst. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie aber über eine noch ausgefeiltere Elektronik verfügen wird. Wegen des breiten und vergleichsweise hohen Rohrlenkers sitzt der Fahrer nämlich weniger vorderradorientiert und kann beim Beschleunigen nicht so viel Gewicht nach vorn bringen wie auf der Supersportlerin. Auch der Auftrieb an der Vorderachse bei schneller Fahrt wird dadurch stärker. Phänomene, welche vielen auf Superbike-Lenker umgebauten Sportlern in Extremsituationen ein eher fragwürdiges Fahrverhalten bescheren.

Zumindest beim Beschleunigen könnte eine neue Sensorbox dazu beitragen, dass das Vorderrad bleibt, wo es hingehört – am Boden. Bosch hat sie schon fertig entwickelt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie  auch die Drehung eines Motorrads um die Querachse, also Wheelies und Stoppies, genau erfassen kann, statt anhand verschiedener Parameter auf einen solchen Fahrzustand schließen zu müssen. Sie liefert also die Datenbasis für einen frühzeitigen und perfekt dosierten Eingriff der Elektronik.

Foto: Höhne

Seit seinem letztmaligen Erscheinen in MOTORRAD 15/2011 wurde der E-Scooter, auch C-E genannt, in Sachen Design und Fahrwerkstechnik sichtlich weiterentwickelt. Ohne ihm zu gleichen wie ein Ei dem anderen, nähert sich der Elektroroller optisch dem C 650 GT an. Der beim letzten Stand noch aus dem vollen gefräste Aluminiumkasten, der die Akkus aufnimmt und gleichzeitig den Kern des Fahrwerks bildet, hat jetzt nicht mehr die Form eines Quaders; er besitzt angeschrägte Seitenflächen und scheint aus einem Gussteil zu bestehen. An diese Struktur – der Fahrer setzt seine Füße darauf – werden vorn der Lenkkopfträger und der Heckrahmen angeschraubt. Die Schwinge ist ebenfalls darin gelagert.

Wie deutlich zu erkennen ist, steht das Federbein jetzt schräg und ist direkt an der Schwinge verschraubt. Die Großroller mit Benzinmotoren und der Prototyp von vor einem Jahr besitzen dagegen ein links an der Seite liegendes Federbein, was ein zusätzliches Verbindungselement zur Schwinge erfordert.

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