Neuheiten Buell, Harley-Davidson und Triumph Neue Muscle-Spielzeuge

Harley lässt bei den Neuheiten für 2009 zwar nicht die größten Muskeln spielen, präsentiert jedoch mit der V-Rod Muscle ein aufregend gestyltes Spielzeug. Buell bringt ein weiteres Modell mit dem starken 1125er-Motor, und auch Triumph setzt auf Stärke.

Foto: Harley-Davidson
Die neue V-Rod Muscle erhielt einen eigens für sie konstruierten Rahmen, wird angetrieben vom 1250er-Revolution-Motor mit 123 PS und präsentiert das schärfste Styling aller bisherigen V-Rods. Mit kantig gestalteten Ansaugöffnungen vorn, einem lang ausgezogenen Hinterradkotflügel und dem Doppelrohr-Auspuff wirkt sie so gierig nach Beschleunigung wie ein Dragster am Vorstart.

Dabei ist sie ein sehr sicherheitsbewusstes Motorrad, besitzt wie die beiden anderen VRSC-Modelle V-Rod und Night-Rod serienmäßig ein ABS und nutzt eine sonst eher im Rennsport gebräuchliche Anti-Hopping-Kupplung, um beim Zurückschalten und Einkuppeln in Schräglage ein Ausbrechen des Hinterrads zu verhindern. Sie kostet in Deutschland ab 18445 Euro. Ein Motorrad von nicht minder beeindruckender Gestalt stellt die LTRSE CVO Road Glide dar, ein vom hauseigenen Tuning-Betrieb Custom Vehicle Operations aufgebauter Tourer. Wie die gesamte "normale" Tourer-Palette erhielt auch sie ein komplett neues Fahrwerk, das nicht nur die Handlichkeit fördern soll, sondern auch eine elastischere Motoraufhängung ermöglicht, die weniger Vibrationen zur Besatzung durchdringen lässt. Deshalb kommen sowohl im Tourer von CVO wie auch in den Standardmodellen Motoren ohne Ausgleichswelle zum Einsatz.
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Foto: Harley-Davidson
Herzstück des Tuning-Bikes ist ein auf 1800 cm³ – 110 Cubic inches – vergrößerter Screaming-eagle-Motor, für den Harley leider noch keine Leistungs- und Drehmomentwerte angibt. Wie die drei anderen CVO-Modelle Fat Bob, Electra Glide und Softail Springer schmückt sich die ganz besondere Road King mit einer Vielzahl schmucker Chromteile, ein Großteil davon mit besonderen Emblemen. Die Rück- und Blinkleuchten wurden neu gestaltet ebenso wie die Verkleidung, die statt einer hohen Scheibe nur noch einen niedrigen schwarzen Windabweiser trägt. Zur Anpassung an unterschiedliche Beladung ist die Hinterradfederung luftunterstützt.
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Foto: Buell

Buell-Debüt

Weißwandreifen, klar. Sie springen an der überarbeiteten Heritage Softail Classic sofort ins Auge. Doch der Retro-Look wird noch mit vielen weiteren Details sorgsam gepflegt. Dazu gehören neue Beschläge an Sitz und Satteltaschen oder erhabene Glasdekors, sogar ein Tacho-Ziffernblatt in absichtlich altmodischem Look haben die Designer nicht vergessen. Weniger ästhetischen als profanen ergonomischen Bedürfnissen dienen eine vergößerte Beifahrer-Sitzbank mit abnehmbarer Rückenlehne sowie ein höherer Lenker für den Fahrer.

Gemeinsames Merkmal der Softail-Reihe, die neben der Heritage so unterschiedliche Motorräder wie die Cross Bones und die puristische Rocker umfasst, sind die Twin Cam 96 B-Motoren mit Ausgleichswelle. Dank ihres ruhigeren Laufs können sie starr verschraubt werden und für höhere Rahmensteifigkeit sorgen. Es fällt auf, dass Harley-Davidson nur bei denjenigen Motoren den Hubraum in Cubic-inches angibt, die zur Gänze im heimatlichen Milwaukee entwickelt wurden. Bei den Revolution-engines der V-Rods, die mit einem kräftigen Schuss Porsche-Ingenieurskunst zur Serienreife fanden, ist davon ebenso wenig die Rede wie beim wassergekühlten V2 von Buell, der in Kooperation mit Rotax entstand und auch dort produziert wird. Hier dient die Hubraumangabe in Kubikzentimetern sogar als Modellbezeichnung für das Motorrad: 1125. Zum R-Modell, das im vergangenen Frühjahr debütierte, gesellt sich 2009 die 1125 CR. CR als Abkürzung für Café Racer und Hommage an historische Vorbilder.
Café Racer klingt vielleicht etwas zu harmlos, denn aus technischer Sicht ist die CR eine R mit kleiner Scheinwerferverkleidung und Alu-Rohrlenker. Eine echte Waffe also, die vollen 147 PS des 1125er-Motors bleiben erhalten, die Zugkraft, welche die maximal 111 Nm am Hinterrad entwickeln, wird durch eine kürzere Übersetzung als beim R-Modell sogar noch gesteigert. Damit stellt sich die CR in eine Reihe mit Kalibern wie der BMW K 1200 R oder gar der Suzuki B-King. Zwar fehlt ihr ein ABS, doch dafür ist sie für einen wesentlich günstigeren Preis von 11599 Euro zu haben.
Foto: Triumph

Britische Stilsicherheit bei Triumph

Als wohl wichtigste Neuheit von Triumph durfte die Daytona 675 nicht mit zu vielen Änderungen auffallen. Sie erfreut sich nach wie vor höchster Beliebtheit, ein spektakulärer Wandel wäre also riskant. So mussten die Analysten vor 14 Tagen, als MOTORRAD bereits Erlkönigfotos der neuen Triumph-Modelle zeigte, schon genau hinsehen, um die Retuschen an Scheinwerfern und Verkleidungsscheibe zu erkennen. Bedeutender ist, was man nicht sieht. Drei PS mehr resultieren aus größeren Ventilen und einem geänderten Brennraum, das auf knapp 14000/min erhöhte Drehzahllimit erforderte einen neuen Steuerkettenspanner. Ein leichterer Auspuff und ein Ventildeckel aus Magnesium sparen insgesamt drei Kilogramm ein, der erste Gang wurde länger übersetzt.
Foto: Triumph
Die Street Triple R bleibt beim Motor des Standardmodells. Sie verfügt wie bereits vorhergesagt über Vierkolben-Festsättel und voll einstellbare Federelemente; auch die Einstelloptionen für High- und Lowspeed-Druckstufe am Federbein sind bestätigt. Auf den Erlkönigfotos nicht zu erkennen waren der konische Magura-Alu-Lenker sowie die etwas höhere Sitzbank. Die neue Bonneville mit den Gussrädern im Stil der späten 1970er Jahre wird es in zwei Varianten geben; das höherwertig ausgestattete SE-Modell erhält einen Drehzahlmesser, verchromte Tankembleme und gebürstete Motordeckel. Außerdem ist sie in einer Zweifarb-Lackierung erhältlich. Auf die vierte Triumph-Neuheit, den 1600er-Cruiser mit Namen Thunderbird, müssen Interessenten wohl noch bis 2010 warten, immerhin wurde bekannt, dass der riesige Zweizylinder wie die kleineren mit 270 Grad Kurbelversatz läuft, also einen 90-Grad-V2 imitiert.

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