Neuheiten Ducati Hyperstrada Sportlicher Reise-V2 aus Italien

Sportliche Reisemotorräder von Ducati hatten es in Deutschland bisher nicht leicht – weder ST-Modelle noch Multistrada konnten sich durchsetzen. Mit der neuen Hyperstrada soll das anders werden.

Zeichnung: Kraft
Ducati-Chef Claudio Domenicali ist ein Bewunderer von Porsche. Wenn er intern von der bereits in den Startlöchern stehenden, aber noch geheimen Sporttourenmaschine spricht, vergleicht er sie gerne mit dem Porsche Cayenne. Ist die supersportliche 1198 Ducatis 911er, entspreche die neue Baureihe dem großen und leistungsstarken SUV der Stuttgarter Sportwagen-Schmiede. Stark, schnell, komfortabel und elegant soll sie sein, prädestiniert für die große Reise. Hyperstrada könnte Ducatis neueste Schöpfung beispielsweise heißen, allerdings ist die Namensfindung in Bologna noch nicht abgeschlossen. Analog zu ­Porsches Reisedampfer werden die Talente der Neuen eher auf als abseits der Straße liegen. Wobei sie optisch durchaus typische Offroad-Attribute zur Schau stellt und hochbeinig wie eine Mischung aus Reise-Enduro und Supermoto daherkommt. Nicht filigran, gleichwohl schlank und sportlich mit einer gewissen Leichtigkeit zeichneten die Ducati-Designer die neue Maschine. Die Frontverkleidung geht ohne Absatz direkt in den schützenden Windschild über, das Heck endet spitz und aggressiv. Die Auspuff­anlage liegt unter der Sitzbank und nimmt im Abschluss die Form des Hecks auf. Motor und Rahmen stammen vom erst kürzlich vorgestellten Streetfighter, wobei die Einarmschwinge für mehr Fahrstabilität deutlich länger ausfällt.
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Foto: Motociclismo

Reise-Motorrad der neuen Art

Eine Entscheidung, die gut nachvollziehbar ist, schließlich leistet der 1099 Kubik­zentimeter große Vau-Zwo satte 155 PS. Trocken soll die sportliche Reisemaschine 170 Kilogramm auf die Waage bringen, das bedeutet vollgetankt und fahr­fertig gerade mal um die 200 Kilo. Fahrdynamisch erschließt sie sich damit im Segment der Sporttourer eine ganz neue Welt. Um den gebotenen Vorwärtsdrang besser zu kontrollieren, bietet Ducati dem Fahrer gleich zwei unterstützende Systeme an. Zum einen wird die Hyperstrada mit einer speziell auf die Tourenbelange abgestimmten Traktions­kontrolle erhältlich sein. Mit der Technik hat Ducati schon eifrig Erfahrungen im Rennsport gesammelt und das System in den Supersport-Modellen 1098 R und 1198 S zur Serienreife gebracht. Zum anderen bekommt sie ein völlig neu entwickeltes und laut gut informierten Kreisen sehr effizient arbeitendes ABS, dessen Regeleinheit im oder direkt unterm Tank platziert und damit bestens aufgeräumt ist. Passend dazu wird das Vorderrad mit den mächtig zubeißenden, radial verschraubten Mono­block-Zangen von Brembo ausgerüstet.

Wie bei Ducati üblich, wird das neue Reise-Motorrad in zwei Versionen erhältlich sein. Während die "Basis"-Variante für etwa 15000 Euro beim Händler zu haben ist, kostet die edlere "S"-Version 19000 Euro und ist mit leichteren Schmiederädern, Öhlins-Federelementen, diversen Karbon-Verkleidungsteilen und der Traktionskontrolle ausgerüstet, die es fürs Basis­modell nicht gibt. Die Farbgebung folgt der übli­chen Palette: Die Hyperstrada trägt Kunststoffkleider in Rot, Schwarz oder Weiß. Passende, in die Linienführung integrierte Koffer sind nur eine Option im reichhaltigen Zubehörprogramm.

Auch in Sachen Erfolg will das Ducati-Management dem Vorbild Porsche nach­eifern. Um ausreichend Produktions­kapazi­täten für den neuen, potenziellen Erfolgsbringer Hyperstrada zu reservieren, verzichtet Ducati auf ein direktes Nachfolgemodell vom bisherigen Sport-Touring-Modell Multistrada 1100. Die Erwartungen in die Hypermotard sind also groß. Der Cayenne trägt einen wichtigen Teil zu Porsches positiver Bilanz bei. Man darf gespannt sein, ob die Hyperstrada ebenfalls diese Rolle für sich beanspruchen kann, wenn man zukünftig von Ducatis Erfolgsstory schreibt.
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