Neuheiten Honda V4 1200, Suzuki 125/250

Der größte Motorrad-Hersteller der Welt hat es offenbar satt: BMW soll ihm nicht länger auf der Nase herumtanzen. Dank neuem V4-Motor wird Honda nun eine ganze Flotte von Maschinen ins Rennen schicken. Ziel: BMWs Vormacht-stellung bei Tourern und Reiseenduros zu brechen.

Die Zeiten, in denen BMW in seinen klassischen Domänen Tourer und Reiseenduros ganz nach Belieben schalten und walten konnte, scheinen zu Ende zu gehen. Den nun schickt sich mit Honda der größte Motorradhersteller der Welt an, zumindest an der langjährigen Erfolgsstory der Münchener teilhaben zu wollen. Und was braucht es, um in diesen Disziplinen Motorradfahrer zu begeistern? Einen eigenständigen kernigen Motor, einen Kardanantrieb und ein Baukastensystem. Honda entwickelt einen völlig neuen Antriebsstrang, der all diesen Kriterien perfekt genügen wird. Einen extrem kompakten 1200er-V4-Motor mit Kardanantrieb, der schon dieses Jahr (siehe MOTORRAD 15 und 16/2009) in einem Sporttourer nach VFR-Konzept debütieren wird.

Natürlich wird es Honda dabei nicht belassen. Die Konstruktion eignet sich hervorragend als Basis für ein Baukastensystem. Von Honda eingereichte Patentschriften, die MOTORRAD vorliegen, zeigen bereits eine weitere Maschine, die in den nächsten Jahren, wahrscheinlich schon 2010 vorgestellt wird: einen waschechten Tourer mit neuartiger Sicherheitstechnik als Nachfolger der Pan European – oder als Konkurrent zur erfolgreichen BMW RT und GT. Und noch ein weiteres Projekt scheint nach unseren geheimen Quellen aus dem Umfeld hochrangiger japanischer Manager aufgegleist zu sein: Eine fantastische Reiseenduro, die endlich gegen die BMW GS ankommen soll. Die Varadero-Nachfolgerin wird dabei von einer auf noch mehr Durchzug abgestimmten Version des neuen V4-Motors angetrieben werden. Um die 135 PS werden die Kon-kurrenz das Fürchten lehren, zumal diese Kraft dank der charaktervollen Motorbauart sanft pulsend dargereicht werden wird.

Trotz Kardanantrieb und Vierzylinder statt V2-Motor wird die neue XLV 1200 weniger auf die Waage bringen als die aktuelle, fast 280 Kilogramm schwere Varadero. Ein Aluminium-Brückenrahmen und ein deutlich kompakterer Motor machen das möglich.

 

Während die große Reiseenduro frühestens 2011 auf den Markt kommen wird, steht der neue große Tourer bereits für das Spätjahr 2010 in den Startlöchern. Unsere Computerretusche zeigt dabei schon ein recht realistisches Bild der neuen Reisemaschine, die mit einer völlig neuen Sicherheitstechnik für Motorräder aufwarten wird. Unter dem in der großen Darstellung weißen Verkleidungsteil befindet sich eine am Rahmen befestigte Crash-Struktur. Diese aus stabilen Rohren aufgebaute Struktur soll bei einem Frontalaufprall verhindern, daß sich das Motorrad nach vorne zu sehr neigt und der Fahrer in die Höhe katapultiert wird. Sinn macht das Ganze aber nur, wenn die Maschine gleichzeitig mit einem Airbag ausgerüstet wird. Und der soll nach den bereits erwähnten Patentschriften sehr nah am Fahrer im hinteren Teil des Tanks montiert werden. Der große Vorteil dieser Anordnung: Der Fahrer wird bei einem Frontalcrash nicht nach oben abgeworfen, um unkontrolliert durch die Gegend zu fliegen, sondern bleibt auf dem Motorrad durch den Airbag fixiert. Damit wird sich Honda weitere Meriten im Bereich der Motorradsicherheit verdienen, so wie es sich für den weltgrößten Motorradhersteller auch gehört.

 

Als Antrieb dient ebenfalls der neue V4-Motor. Dessen kompakte Bauweise durch die niedrigen Unicam-Zylinderköpfe mit nur jeweils einer obenliegenden Nockenwelle und der schmalen hinteren Zylinderbank verspricht neben tollem Antriebskomfort auch eine herausragende Ergonomie. Für den Tourer werden 160 PS und ein optimaler Verbrauch angestrebt. Selbstverständlich kommt auch hier ein Kardanantrieb zum Einsatz, ebenso Hondas hervorragende Bremsentechnik mit dem neuen Brake-by-wire-ABS der Honda Fireblade.

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Zeichnung: Stefan Kraft

Honda XLV 1200

Gerüchte aus Japan besagen, Honda würde eine V4-Varadero-Nachfolgerin bringen. Mit Kardanantrieb und Leichtbauweise wäre sie ein ernster Konkurrent für die BMW R 1200 GS. Als Antrieb soll der neue kompakte V4-1200er des Sporttourers dienen. Auf ihm basiert ein vielseitig nutzbares Baukastensystem.

 

Daten:

Vierzylinder-V-Viertaktmotor, je iene obenliegende Nockenwelle pro Zylinderbank, Hubraum 1200 cm³, Leistung ca. 135 PS, Drehmoment ca 125 Nm, Leichtmetall-Brückenrahmen, Kardanantrieb, Dual CBS-ABS-Bremssystem, Gewicht ca. 250 Kilogramm.

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Foto: Archiv

Honda VFR 1200 T

Erstmals kommt bei einem Motorrad eine Crashbox zum Einsatz, zusammen mit einem auf dem Tank montierten Airbag. Als Antrieb dient der V4-1200er aus dem Sporttourer.

 

Daten:

Vierzylinder-V-Viertaktmotor, Hubraum 1200 cm³, Leistung ca. 160 PS, Drehmoment ca 135 Nm, Leichtmetall-Brückenrahmen mit Crashbox, Kardanantrieb, ABS, Gewicht ca. 275 Kilogramm.

Foto: Archiv

Suzuki GSR 250

Braves Alltagsmotorrad mit sparsamem wassergekühltem Zweizylinder-Twin. Das Design nimmt Elemente der Suzuki B-King auf, allerdings gibt es für die Auspuffanlage eine ansehnlichere Lösung. Ob das Bike nach Deutschland importiert wird, ist noch nicht sicher, preislich würde es sehr attraktiv.

 

Daten:

Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei obenliegende Nockenwellen, Hubraum 248 cm³, Leistung ca. 32 PS, Stahlrohrrahmen, Einscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Gewicht ca. 155 Kilogramm, Preis ca. 4000 Euro

Foto: Archiv

Suzuki GSX-R 125

Endlich scheint sich Suzuki wieder für sportlich eingestellte Jugendliche zu interessieren. Ein neuer wassergekühlter Motor und schnittiges Design kennzeichnen die Baby-Gixxer.

 

Daten:

Einzylinder-Viertakt, eine obenliegende Nockenwelle, Hubraum 124 cm³, Leistung 15 PS, Stahl-Rückgratrahmen, Stahlhinterradschwinge, Einscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Gewicht ca. 140 Kilogramm, Preis ca. 4000 Euro

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