Neuheiten: Impressionen von der Tokyo Motor Show Kostenproben

Bei der diesjährigen Messe in Tokio geht es vorrangig ums Sparen. Sparen beim Geld und sparen beim Energieverbrauch. Einige Highlights gab es trotz gedrückter Stimmung zu bewundern.

Foto: Honda

Ein wenig scheint die Luft bei den Japanern raus zu sein. Honda, Toyota und Bridgestone verabschieden sich von der Formel 1, und im Motorradmarkt sieht die Lage nach teilweise massiven Verkaufseinbrüchen, nicht zuletzt auf dem heimischen Markt, auch alles andere als rosig aus. Das drückt im fernen Osten gewaltig auf die Stimmung, wie der Besucher der diesjährigen Tokyo Motor Show unschwer erkennen konnte. Immerhin fand die Ausstellung statt, nachdem im Vorfeld sogar über eine mögliche Absage spekuliert worden war.

 

Allerdings beschränkte sich die Ausstellungsfläche für Auto und Motorrad auf magere drei Hallen, und selbst die konnte der Veranstalter nicht vollends füllen. Die wenigen Motorradhersteller und Zubehörspezialisten verloren sich in einer einzigen Halle. Dabei waren die großen Vier aus Japan nicht einmal vollzählig ange-treten, Kawasaki blieb der Messe fern. Als einziger nicht einheimischer Hersteller war Harley-Davidson gekommen. Europäische Aussteller blieben geschlossen zu Hause, das gilt übrigens auch für den Autobereich. Wohl auch ein Politikum, denn die japanischen Autoproduzenten waren der IAA ferngeblieben und einige Motorradhersteller auf der Mailänder Messe nicht vertreten.
Solche politischen Spielchen werden Kunden und Messebesuchern egal sein, die wollen neue Motorräder und edles Zubehör sehen, und davon gab es leider wenig. Das Motto der Messe, ob Auto oder Motorrad, war allenthalben Umwelt und Energie. Statt nobler Karossen oder fetter Big Bikes standen dieses Mal futuristische Energiesparkonzepte mit alternativen Antrieben im Mittelpunkt. Wobei die Japaner ganz offensichtlich mittelfristige Perspektiven bei der Brennstoffzelle sehen, Suzuki und Honda stellten derartige Konzepte auch bei Motorrädern vor.


Im Zentrum des Yamaha-Messestands sahen die Besucher überraschenderweise ein Auto, nämlich der Lexus LFA, dessen 550-PS-Zehnzylinder in einer Kooperation mit Toyota entwickelt wurde. Die bereits in MOTORRAD 24/2009 präsentierte Super Ténéré-Studie wurde übrigens bei der Pressekonferenz des Yamaha-Präsidenten mit keinem Wort erwähnt, selbst der Designer hielt sich zur Umsetzung in die Serie bedeckt. Allein für den japanischen Markt ist die Neuauflage des Klassikers SR 500 mit 400er-Motor und Einspritzung bestimmt. Bis auf winzige Retuschen ist sie technisch und optisch identisch mit der mehr als 30 Jahre alten SR.


Den größten Stand hatte eindeutig Honda mit der neuen VFR 1200 F und der CB 1100 (siehe MOTORRAD 24/09) als den Highlights der Messe. Daneben zeigte der größte Motorradhersteller der Welt das schönste Motorrad, eine edel verarbeitete Designstudie im Retro-Stil auf Basis der CB 1100, die nicht nur CB-Fans begeistert. Schade, dass dieses Teil nicht gebaut wird. Aber die Studie wird die Zubehörindustrie vielleicht inspirieren, entsprechende Umbauteile für die hoffentlich auch in Europa erhältliche Basis-CB 1100 anzubieten.
Dass die vielen lustigen, teils etwas abgedrehten Studien mit Brennstoffzellen, Elektro- oder Hybridantrieb nicht in Serie gehen, wird hingegen manch einer erleichtert zur Kenntnis nehmen. Recht nah an einer Produktion sind dagegen viele der gezeigten elektrifizierten Roller oder Fahrräder mit Hilfsmotor für den Stadt- und Kurzstreckeneinsatz.

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