Neuheiten-Katalog

Das schaut uns an

Ob aus aufregend-schräg geschnittenen Fox-Eyes, großflächig-verglasten Lichtfenstern oder dem klassischen Rundscheinwerfer – der Motorrad-Jahrgang 2003 schaut uns verlockend, fast verführerisch in die Augen. Auf den folgenden Seiten gibt es intensiven Blickkontakt mit vielen weiteren Neuheiten.

Trend? Für den mächtigen Entwicklungsschub, der momentan die 600er-Klasse beflügelt, ein eher schwächlicher Begriff. Dort rüsten Honda, Kawasaki und Yamaha so radikal auf, als gelte es, die Technik aus der MotoGP-Königsklasse auf die 600er und den Serienmotorradbau zu übertragen. Radial verschraubte Bremszangen wie an der Kawasaki ZX-6R, höchst stabile und doch leichte Schwingenkonstruktionen wie an der Honda CBR 600 RR und der Yamaha YZF-R6 oder ein allgemeiner Sprung in die Drehzahlregion 15000/min sind nur ein paar Indizien für den Transfer von Renntechnik in die Serie. Die Preise – hier trübt sich der Spaß ein wenig – folgen dem Drang zur Hochkarätigkeit: Die CBR 600 RR überschreitet als erste 600er die 10000-Euro-Grenze gleich um satte 200 Euro.
Andererseits zeigen die Überarbeitung des Suzuki-Verkaufsschlagers SV 650, die Erweiterung der Reihe durch die beiden Modellen SV 1000 und SV 1000 S ebenso wie die Entwicklung der starken Kawasaki Z 1000, dass auch an diejenigen gedacht wurde, die schlicht und einfach schöne und gute Straßenmotorräder haben wollen und die Rennstrecke anderen überlassen. Ebenfalls erfreulich, dass KTM mit einer leichten, starken Zweizylinder-Enduro jetzt auch auf der Straße richtig loslegt.
Doch das Schönste am Jahrgang 2003 ist abseits aller Innovationen und Fortschritte im Detail, dass er überhaupt so reichhaltig ausfällt, sich mit so vielen neuen Modellen schmückt. Die dafür nötigen Anstrengungen und Investitionen sind den in der Mehrzahl krisengebeutelten Herstellern sicherlich nicht leicht gefallen. Aber der einzig mögliche Weg zu neuen Erfolgen.
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Aprilia Tuono Fighter

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-60-Grad-V-Motor, Bohrung x Hub 97,0 x 67,5 mm, Hubraum 998 cm³, 93 kW (126 PS) bei 9500/min, 101 Nm bei 7300/min, Sechsganggetriebe, ungeregelter Kat. Fahrwerk: Leichtmetall-Brückenrahmen, Upside-down-Gabel, 43 mm, Zentralfederbein, Reifen 120/70 ZR 17 und 190/50 ZR 17. Preis: 11830 Euro.
Weil Aprilia nur 200 Exemplare der edlen Mille R Tuono gebaut hat, braucht die Welt dringend Nachschub. Er kommt in Gestalt der Tuono Fighter, die sich von der RSV mille ableitet. Das heißt, sie besitzt Showa- statt Öhlins-Gabel, Sachs- statt Öhlins-Federbein, andere Bremsen und ein paar Karbon-Schnittchen weniger. Das Fahrgefühl auf der Fighter ist aber immer noch wie auf der Ur-Tuono: eine begeisternde Kombination von supersportlicher Lenkpräzision und unbeschwert-frecher Handlichkeit.

Benelli Tornado Biposto

Motor: wassergekühlter-Dreizylinder-Reihenmotor, Bohrung x Hub 88,0 x 49,2 mm, Hubraum 898 cm³, 100 kW (136 PS) bei 11500/min, 100 Nm bei 8500/min, Sechsganggetriebe. Fahrwerk: Gitterrohrrahmen aus Stahlrohr, Upside-down-Gabel, 43 mm, Zentralfederbein, Reifen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17. Preis: 17000 Euro.
Das mit dem zweiten Posto auf der Benelli ist angesichts ihrer extrem sportlichen Auslegung ja nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass die doppelsitzige Tornado zu einem halbwegs erschwinglichen Preis angeboten wird. Dafür muss der Fan auf Luxusgüter wie Öhlins-Gabel, Karbonteile oder die Einstellmöglichkeiten von Lenkkopfwinkel und Schwingendrehpunkt verzichten. Aber das lässt sich locker verschmerzen. Der Motor wurde noch einmal überarbeitet und soll jetzt zuverlässig seine 131 PS drücken.

BMW R 1200 CL

Motor: luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Boxermotor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 101 x 73 mm, 61 PS bei 5000/min, 98 Nm bei 3000/min, Sechsganggetriebe, geregelter Kat. Fahrwerk: tragende Motor-Getriebe-Einheit, Telelever, Einarmschwinge mit direkt angelenktem Federbein, Reifen 150/80-16 und 170/80-15. Preis: 17100 Euro.
Mittels einer lenkerfesten Verkleidung, fest montierten Seitenteilen sowie Koffern plus Topcase wird aus dem Cruiser R 1200 C ein mächtiger Reiseriese. Zielrichtung Harley Electra Glide (siehe Vergleichstest S. 64). Der hat die Münchnerin neben dem optionalen Integral-ABS auch ein stabileres Fahrwerk mit dem BMW-typischen Telelever voraus. Hinten arbeitet serienmäßig ein Federbein mit wegabhängiger Dämpfung. Goodies wie Griff- und Sitzheizung, Stereoanlage oder Tempomat kosten Aufpreis.

Buell Lightning XB9S

Motor: luftgekühlter Zweizylinder-45-Grad-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 88,9 x 79,4 mm, 84 PS bei 7400/min, 86 Nm bei 5600/min, Fünfganggetriebe. Fahrwerk: Aluminiumbrückenrahmen mit integriertem Kraftstofftank, Upside-down-Gabel, 43 mm, Zentralfederbein, Reifen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17. Preis: 11439 Euro
Die nackte Schwester der Firebolt XB9R setzt die Streetfighter Tradition bei Buell fort. Statt zum Stummellenker greift der Pilot zur Stange, was das ohnehin flinke Handling weiter dramatisieren dürfte. Extreme Fahrwerksdaten und viele einzigartige Details, wie der Öltank in der Schwinge, die 375 Millimeter messende, innenumfasste Einzelbremsscheibe vorn sowie der Alubrückenrahmen mit integriertem Benzintank heben die Buell von der Masse ab. Was von der Miniverkleidung noch betont wird.

Harley-Davidson Fat Boy

Motor: luftgekühlterZweizylinder-45-Grad-V-Motor, Bohrung x Hub 95,3 x 101,6 mm, Hubraum 1449 cm³, 47 kW (64 PS) bei 5400/min, 105 Nm bei 3000/min, Fünfganggetriebe, ungeregelter Kat. Fahrwerk: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Telegabel, 41 mm, zwei Federbeine, Reifen MT 90 B 16 und 150/80 B 16. Preis: 20940 Euro.
Im Jahr 2003 wird Harley-Davidson 100. Klar, dass man anlässlich eines solchen Jubiläums Besseres zu tun hat, als die eigene Produkt-Welt umzukrempeln. Wer so erfolgreich ist wie Harley, kann es sich ja auch leisten, das meiste beim Alten zu lassen. Immerhin bekam die Fat Boy eine echte technische Neuerung: Sie trägt jetzt einen 150er-Hinterradreifen. Im Bild ist sie in poetischer Zweifarblackierung Sterling Silver/Vivid Black zu sehen. Und sie trägt sechs 100th Anniversary-Embleme.

Honda CBR 600 RR

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 67 x 42,5 mm, Hubraum 599 cm³, 117 PS bei 13000/min, 63 Nm bei 10000/min (Angaben für Auslandsversion ohne Kat) Sechsganggetriebe, geregelter Kat. Fahrwerk: Brückenrahmen aus Alu-Druckgussprofilen, Teleskopgabel, 45 mm, Zentralfederbein. Preis: zirka 10200 Euro
Die 2003er CBR trumpft auf. Optisch stark an die siegreiche MotoGP-Maschine angelehnt, befeuert die 600er ein völlig neuer Motor. Mit übereinander platzierten Getriebewellen, Drehzahlen bis 15000/min und sequentieller Einspritzung. 117 PS sind versprochen. Um die sicher auf den Boden zu bringen, sind Fahrwerk und Schwinge steifer ausgelegt. Für besseres Handling wurden die Massen zentralisiert und abgesenkt. Der Fahrer sitzt näher am Lenkkopf, fast direkt über dem Schwerpunkt der Maschine.

Honda Varadero

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 98 x 66 mm, Hubraum 996 cm³, 94 PS bei 8000/min, 98 Nm bei 6000/min, Sechsganggetriebe, geregelter Katalysator. Fahrwerk: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel, 43 mm, Schwinge mit Federbeinumlenkung, Reifen 110/80 R 19 und 150/70 R 17. Preis: 10190 Euro.
Hondas Reiseenduro-Flaggschiff brüstet sich mit verbessertem Komfort: Eine höhere, zweifach verstellbare Scheibe plus weiter nach unten gezogene Seitenteile optimieren den Wetterschutz, die Sitzbank wurde langstreckentauglicher. Der Motor erhielt ein Sechsganggetriebe. Und soll dank drehzahlschonender Abstimmung, Einspritzung und höherer Verdichtung deutlich weniger verbrauchen als die Schluckspechte der letzten Generationen. Das Fahrwerk ist straffer, zugleich verspricht Honda mehr Komfort.

Honda VTX 1300 S

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-52-Grad-V-Motor, drei Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 89,5 x 104,3 mm, Hubraum 1312 cm³, 75 PS bei 5000/min, 123 Nm bei 3000/min, Fünfganggetriebe, ungeregelter Kat. Fahrwerk: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel, 41 mm, zwei Federbeine, Reifen 140/80-17 und 170/80-15. Preis: 11390 Euro
Die kleine Schwester der 1800-cm³-Diva kokettiert mit denselben optischen Reizen: Sidepipes, Trittbretter, Radkästen, verkleidete Gabelrohre, anarchischer Scheinwerfer. Trotz zweier Ausgleichswellen und vibrationsdämpfender Aufhängung läßt der neue V2-Motor seine 75 PS wohlig pulsierend dahintraben. Ein ungeregelter Katalysator und Gleichdruckvergaser ermöglichen den Sprung über die Euro-2-Hürde. Fahrfertig soll die VTX cruisergerechte 320 Kilogramm auf die Waage bringen. Echt fett.

Hyosung GT 600

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 79,0 x 61,2 mm, Hubraum 600 cm³, 48 kW (64 PS) bei 9000/min, 57 Nm bei 7500/min, Sechsganggetriebe. Fahrwerk: Stahl-Brückenrahmen, Upside-down-Gabel, Zentralfederbein, Reifen 110/70-17 und 150/70-17. Preis: unter 5000 Euro.
Schön, dass es so etwas noch gibt: eine neue 600er für unter 5000 Euro. Und dabei alles andere als armselig ausgestattet. Die Hyosung GT 600 bietet einen Stahl-Brückenrahmen, eine Upside-down-Gabel und last but not least einen wassergekühlten Vierventil-V-2. Das Finish des schnörkellos aufgebauten Motorrads wirkte auf den ersten Blick schon sehr ordentlich: glatte Gussoberflächen am Motorgehäuse, saubere Schweißnähte am Rahmen, goldeloxierte Gabelstandrohre. Das lässt sich sehen.

Kawasaki Z 1000

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 77,2 x 50,9 mm, Hubraum 953 cm³, zirka 140 PS, Sechsganggetriebe, geregelter Kat. Fahrwerk: Stahlrohrrahmen, Upside-down-Gabel, 41 mm, Zentralfederbein, Reifen 120/70 ZR 17 und 190/50 ZR 17. Preis: XX Euro
Die Legende ist wiederbelebt. Und wie! Kawa spricht von »sexy Linienführung«, protzt mit 190 Kilogramm Trockengewicht, 140 PS, vier-in-zwei-in-vier-Auspuffanlage und Einspritzung. Der 953 cm³-Motor basiert auf dem der ZX-9R. Ein neuer Zylinderkopf soll mehr Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich produzieren. Auch bei den schwimmend gelagerten, 300 Millimeter großen Bremsscheiben, den Zangen sowie der Schwinge stand die ZX-9R Pate, der Rahmen wird konventionell aus Stahlrohren gefertigt.

Kawasaki ZX-6R, ZX-6RR

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub 68,0 x 43,8 mm (RR: 67 x 42,5 mm), Hubraum 636 cm³ (RR: 599 cm³), XX kW (117 PS) bei XX, XX Nm bei XX/minSechsganggetriebe, geregelter Kat. Fahrwerk: Leichtmetall-Brückenrahmen, Teleskopgabel, 41 mm, Zentralfederbein, Reifen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17. Preis: XX Euro
Auch Grün setzt auf leicher, stärker, stabiler. Kawasaki bereichert die Mittelklasse mit zwei Modellen: der sportlichen ZX-6R mit 636 cm³ und der supersportlichen ZX-6RR mit 599 cm³. Beide haben ein geschraubtes Rahmenheck; das RR-Modell verfügt zudem über einen vertikal verstellbaren Schwingendrehpunkt und ist für weitaus höhere Drehzahlen ausgelegt als die 636er-Version. Je 165 Kilogramm sollen beide trocken auf die Waage bringen. Kawasaki verspricht eine Leistung von 117 PS.

Kawasaki VN 1600 Classic

Motor: Wassergekühlter Zweiyzlinder-90-Grad-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, Bohrung x Hub: 102 x 95 mm, Hubraum 1552 cm³, Fünfganggetriebe, ungeregelter Kat. Fahrwerk: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel, 43 mm, zwei Federbeine, Reifen . Preis: XX Euro.
Bigger is better. Dachte Kawasaki. Und stellt mit der VN 1600 Classic die neue Königin ihres Long-and-low-Stils vor: geschwungene Kotflügel, großer Tank, breiter 170er-Hinterreifen, tiefe Sitzposition. Der Motor basiert auf dem VN 1500-Triebwerk, fünf Millimeter mehr Hub stocken ihn um 100 cm³ auf. Gegenüber der 1500er hat die dicke, neue Schwester eine 30 Millimeter längere Schwinge und einen 20 Millimeter längeren Radstand. Zwei riesige Bremsscheiben sollen königlich verzögern.

KTM 950 Adventure S

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-75-Grad-V-Motor, Bohrung x Hub: 100 x 60 mm, Hubraum 942 cm3, 72 kW (98 PS) bei 8000/min, 95 Nm bei 6000/min, Sechsganggetriebe. Fahrwerk: Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, 48 mm, Schwinge mit Zentralfederbein und Umlenkung, Reifen 90/90-21, 150/70-18. Preis: 12490 Euro.
KTM hat die große Reiseenduro neu erfunden. Zumindest, was Einsatzbereich und Eckdaten versprechen. Im Vergleich zur Konkurrenz ist der Motor ein Viertel leichter, verfügt aber über mehr Leistung. Federwege von 265 Millimeter vorn und 260 hinten, ein Tankvolumen von 25 Liter, 198 Trockengewicht und eine reisetaugliche Verkleidung sowie Sitzposition prädestinieren die 950 Adventure als ultimatives Fernreise- und Rallyebike. Die ersten Fahreindrücke sind viel versprechend (siehe Seite 16ff.).

KTM 640 LC4 Enduro/Adventure

Motor: wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, Bohrung x Hub: 101 x 78 mm, 40 kW (54 PS) bei 7000/min, max. Drehmoment 55 Nm bei 5500/min, Fünfganggetriebe. Fahrwerk: Doppelschleifenrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, 43 mm, Schwinge mit Federbeinumlenkung, Reifen 90/90-21, 130/80-18 (140/80-18). Preis: xxxxx Euro
»High Flow« heißt das Zauberwort der 2003er-LC4-Modelle. Dahinter verbergen sich größere Auslassventile für mehr Power und Drehmoment. Weitere Neuerungen: hydraulisch betätigte Kupplung, stärkerer Primärtrieb, schnellere Ölumlaufgeschwindigkeit, größerer Luftfilterkasten, geändertes Schwingenprofil und Achsaufnahme. Das Adventure-Modell wird mit Bordnetz-Steckdose, breiterer Sitzbank und verbesserten Hauptständer aufgewertet, die Enduro mit neuer Lampenmaske, Tachometer und Schutzblechen.

Suzuki SV 650/S

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, Bohrung x Hub: 81 x 62,6 mm, 52 kW (71 PS) bei 9000/min, 62 Nm bei 7500/min, Sechsganggetriebe, ungeregelter Kat. Fahrwerk: Alubrückenrahmen, Telegabel, 41 mm, Schwinge mit Federbeinumlenkung, Reifen 120/60 ZR 17, 160/60 ZR 17. Preis: XXX Eur.
Suzukis Mittelklasse-Primus fährt deutlich aufgefrischt in die nächste Saison. So besteht der neue Leichtmetallrahmen ausschließlich aus zusammengeschweißten Gussteilen. Der V2-Motor bekam eine Einspritzung mit Doppeldrosselklappenanlage für sanftes Ansprechverhalten sowie einen ungeregelten Kat verpasst. Optisch wird der Modellwechsel durch eine etwas eckigere Linie sowohl beim nackten als auch beim halbverkleideten Modell dokumentiert. Neu sind außerdem die Instrumente sowie das LED-Rücklicht.

Suzuki SV 1000/S

Sukuki überlässt das Feld der leistungsstarken V2-Straßenfeger nicht weiter der Konkurrenz, sondern bringt mit der großen SV einen sehr viel versprechenden Allrounder mit dem legendären TL-1000-Motor. In einen stabilen und dennoch kostengünstig zu fertigenden Rahmen aus Alu-Gussteilen gesteckt, von einer Einspritzung mit Doppeldrosselklappen versorgt und per G-Kat gefiltert, gibt sich der Donnerbolzen zeitgemäß. Auffällig: die S-Variante mit knackiger Halbverkleidung und Bugspoiler.

Triumph Bonneville America Speedmaster

Motor: luftgekühlter Zweizylinder-Reihenmotor, Bohrung x Hub 86 x 68 mm, Hubraum 790 cm³, 45 kW (61 PS) bei 7400/min, 60 Nm bei 3500/min, ungeregelter Kat. Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohren, Telegabel, 41 mm, zwei Federbeine, Reifen 110/80 R 18 und 170/80 R 15.
Hinter dem viel versprechenden Namen Speedmaster verbirgt sich keine Schweizer Uhr, sondern ein englisches Motorrad für amerikanische Patrioten. Genauer, eine puristische Version der Triumph Bonneville America. Ihr mattschwarz beschichteter Motor, das hintere Scheibenrad und der so genannte Gunfighter-Sattel lassen die Bonneville daherkommen wie eine kleine Harley. Die freilich fast so viel Leistung bringt wie eine große, echte. Außerdem neu bei Bonnevilles: die Doppelscheibenbremse vorn.

Yamaha YZF-R6

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, Bohrung x Hub 65,5 x 44,5 mm, Hubraum 600 cm3, 90,5 kW (123 PS) bei 13000/min, 68,5 Nm bei 12000/min, Sechsganggetriebe, Katalysator. Fahrwerk: Alubrückenrahmen, Telegabel, xx mm, Schwinge mit Federbeinumlenkung, Reifen 120/70 ZR 17, 180/55 ZR 17. Preis: XXX Euro.
In der supersportlichen 600er-Klasse dürfte 2003 der Bär steppen. Unter anderem wegen Yamahas heftig evolutionierter R6. Rahmen samt angeschraubtem Heck sowie die Schwinge bestehen aus Alu-Druckgussteilen. Das fast komplett neue Triebwerk wird von einer Einspritzung versorgt, die wie bei der R1 über vorgeschaltete Unterdruck-Flachschieber verfügt. Eine größere Airbox sowie überarbeitete Kolben und Zylinder sind für die gesteigerte Leistung, ein U-Kat für sauberere Abgase verantwortlich.

Honda XR 125 L

Motor: luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, Bohrung x Hub: 56,5 x 49,5 mm, 8,3 kW (11,3 PS) bei 8500/min, Drehmoment 10 Nm bei 7000/min, Fünfganggetriebe. Fahrwerk: Einschleifenrohrrahmen mit doppelten Unterzügen, Telegabel, 31 mm, Schwinge mit Zentralfederbein und Umlenkung, Reifen 90/90-19, 110/90-17. Preis: 2890 Euro.
Mit der Baby-XR, die optische Anleihen bei den erfolgreichen Offroad-Wettbewerbsmodellen nimmt, will Honda die Jugend gewinnen. Der Preis des kleinen Multitalents ist heiß. 11,3 PS leistet der Einzylinder, das Trockengewicht beträgt lediglich 115,5 Kilogramm. Mit Federwegen von 180 Millimeter vorn und 160 hinten steht kleineren Ausflügen ins Gelände nichts im Weg. Und der Zwölf-Liter-Tank ermöglicht laut Honda Reichweiten von über 300 Kilometern. Damit sind auch Fernreisen realisierbar.

MV Agusta F4 Ago

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, Bohrung x Hub 73,8 x 43,8 mm, Hubraum 749 cm³, 101 kW (136 PS) bei 12600/min, 81 Nm bei 10500/min, Sechsganggetriebe. Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen, Upside-down-Gabel, 50 mm, Zentralfederbein, Reifen 120/65 ZR 17 und 190/50 ZR 17.
Vierzehn seiner fünfzehn Weltmeistertitel gewann Giacomo Agostini auf MV Agusta. Was liegt da näher, als ihm eine Sonderserie der F4 S zu widmen, der besten Serien-MV aller Zeiten. Wie es sich gehört, bleibt es nicht beim Optik-Tuning mit Startnummernfeldern und der standesgemäßen 1 oder dem rot lackierten Rahmen. Die auf 500 Exemplare limitierte F4 Ago rollt auf superleichten Aluschmiederädern, bremst mit goldeloxierten Rennbremszangen, hat einstellbare Fußrasten. Und ist atemberaubend schön.

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