Neuheiten: KTM Freeride Die neue KTM Freeride

Elektrisierende Nachrichten aus Mattighofen: KTM wird auf der Tokyo Motorcycle Show eine Enduro und eine Supermoto mit Elektroantrieb vorstellen.

Foto: KTM
Flüsterleisen Fahrspaß und abgasfreien Motorsport versprechen die beiden Elektromotorräder, die KTM jetzt erstmals in seriennaher Form präsentiert und die in eineinhalb Jahren tatsächlich zu kaufen sein sollen. Im Gegensatz zu anderen arrivierten oder potenziellen Anbietern von Elektrozweirädern, die in erster Linie die hervorragende Stadtverkehrstauglichkeit ihrer Fahrzeuge propagieren, sehen die Österreicher auch das Thema Elektromobilität sportlich. Ihre Marketingstrategen er-hoffen sich neue Impulse für den Offroadsport in der Nähe von Ballungsgebieten und wollen damit neue Kunden anlocken.

Unter den Elektromotorspezialisten und Konstrukteuren, die sich beim Fahrwerksbau an Mountainbike-Technik orientieren, ist KTM der erste Großserien-Motorradhersteller, der elektrisch angetriebene Sportler präsentiert. Diesen soliden technischen Hintergrund sieht man den Prototypen auch an. Die Qualität der Federelemente, die Ausführung von Rahmen und Schwinge entspricht höchsten Standards. Selbst die nur in einer Brücke geklemmte Gabel der Supermoto-Version wirkt mit ihrer dreifachen Verschraubung pro Seite sehr solide.

In punkto Fahrdynamik vergleicht KTM die Elektromotorräder mit denkbar starker Konkurrenz: den hauseigenen Enduros mit 125er-Zweitaktmotoren. Die Voraus-setzung dafür schafft ein bürstenloser, so-genannter Scheibenläufer-Elektromotor, eine gängige Bauweise, die äußerst kompakte Maße mit hoher Leistungsfähigkeit verbindet. 10 PS Dauerleistung, 30 PS Spitzenleistung und ein Drehmoment von 45 Nm, das bereits bei 500/min zur Ver-fügung steht, werden die fahrfertig nur 90 Kilogramm schweren Motorräder vehement beschleunigen.

Die Energie dafür liefert ein mächtiger Block mit Lithium-Ionen-Akkus, der durch einfaches Umstecken gewechselt werden kann. Dieses Einstöpselverfahren (plug-in), das auch eine Abdichtung gegen Schlamm und Wasser bis zum Druck einer Dampfstrahlreinigung beinhaltet, hat KTM zum Patent angemeldet. Als Ideal schwebt den Konstrukteuren vor, dass mit einer Ladung auf einer Crossstrecke lange genug gefah-ren werden kann, um unterdessen einen Ersatzakku aufladen zu können. Eineinhalb Stunden soll das dauern; die nötigen Pausen für den Fahrer eingerechnet, müssten die Maschinen also etwa 45 Minuten laufen.

Den Vergleich mit verbrennungsmotorgetriebenen Offroadern sucht KTM auch bei der Preisgestaltung. "Unter 10000 Euro" sollen die Elektromotorräder kosten; das ist Marketingdeutsch und bedeutet eben auch "nicht viel darunter". Eine beträchtliche Summe. Richtig einschätzen lassen sich die Kosten für die Elektrosportler freilich erst, wenn KTM den Preis für einen Zusatzakku nennt. Der steht jedoch noch nicht fest. Wie geheime Quellen berichten, wird derzeit auch ein Leasingverfahren für die Akkublocks kalkuliert.
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Technische Daten

Synchronmotor mit Dauermagneten in Scheibenbauweise, 7,4 kW (10 PS), Spitzenleistung 22 kW (30 PS), Drehmoment 45 Nm bei 500/min, Lithium-Ionen-Akkus für 2,5 kWh, Ladezeit 1,5 Stunden, Leichtmetall-Brückenrahmen mit Unterzügen, Scheibenbremse vorn und hinten, Gewicht fahrfertig 90 kg

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