Neuheiten: Modellpräsentation News von MV Agusta und Moto Guzzi

Der Countdown für die Neuheiten-Messe in Mailand läuft. Drei der Motorräder, die dort ihre Weltpremiere feiern, können wir bereits vorab enthüllen - ein verheißungsvoller Aperitif, der Lust macht auf mehr.

Foto: Hersteller

Giovanni Castiglioni, Chef von MV Agusta, hatte sie bereits Anfang des Jahres im MOTORRAD-Interview angekündigt: „Wir bauen -eine Supermotard - aber in unserer ganz -eigenen, sportlichen Interpretation.“ Das stimmt, wie die weitgehend originalgetreue CAD-Zeichnung beweist: Anklänge an eine Enduro gibt es kaum, abgesehen vom vergleichsweise hohen Lenker, dafür umso mehr an eine angriffslustige Streetfighter. Der nagelneue Dreizylinder-Motor mit 798 cm³ sitzt in einem Gitterrohrrahmen, die Linienführung ist darauf ausgelegt, die drei Orgelpfeifen der bildschönen Auspuffanlage zu betonen.

Der mächtige Hinterreifen erinnert an die Ducati Diavel, doch ganz so imposant wie auf der Zeichnung wird er in der realen Version wohl nicht ausfallen; dem Vernehmen nach soll es sich um einen 180er handeln. Scheinwerfer und Rücklicht basieren auf LED-Technik. An Bord dürften außerdem Schaltassistent, Ride-by-Wire, verschiedene Fahrmodi, Traktionskontrolle und erstmals bei MV Agusta auch ABS sein, dazu ein komplett einstellbares Fahrwerk. Rivale wird die Neue heißen, doch wer sich von ihr angemacht fühlt, braucht noch etwas Geduld: Die Serienfertigung ist erst für Ende 2013 vorgesehen.

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Den neuen Dreizylinder-Motor hingegen kann man bereits früher ausprobieren. Im Juli dieses Jahres brachte MV Agusta die kleine Brutale mit 675 cm³, nun folgt bereits die Variante mit 800 cm³, die laut Hersteller 125 PS und damit 15 PS mehr entwickelt. Erfreulicherweise vergrößerten die Techniker nicht die Bohrung, sondern den Hub, was für einen schärferen Antritt bei mittleren Drehzahlen spricht. Sein maximales Drehmoment von 81 Newtonmetern soll der 800er bereits bei 8600/min erreichen, während der 675er nur auf 65 Newtonmeter kommt - und das erst bei 12000/min. Optisch ist die Brutale 800 mit der 675 identisch, bringt aber ein komplett einstellbares Fahrwerk mit. Ride-by-Wire, verschiedene Fahrmodi und Traktionskontrolle stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Neue soll noch in diesem Jahr bei den Händlern stehen, und zwar zum Preis von 9990 Euro. Für 400 Euro Aufpreis gibt es zusätzlich einen elektronischen Schaltassistenten.

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Foto: Hersteller

Ebenfalls vor Jahresende kommt die neue Moto Guzzi California 1400. Das Power-Cruiser-Modell zeigten wir bereits -(MOTORRAD 8 und 21/2012), nun spürte ein Guzzi-Fan den Tourer beim Foto-Shooting im historischen Hafen von Genua auf. Gleichzeitig wurden aus Händlerkreisen erste Daten bekannt. Demnach holt der Zweizylinder-Motor aus seinen 1380 cm³ Hubraum 96 PS und ein Drehmoment von 120 Nm bei 2750/min. Die neue Cali steht vorn auf einem 18-, hinten auf einem 16-Zoll-Rad mit 200er-Reifen und ist mit ABS ausgestattet. Wie bereits vermutet, fallen die Abmessungen gewaltig aus, nur die Sitzhöhe bleibt mit 740 Millimetern moderat. Doch der Radstand beträgt 1685, die Gesamtlänge gar 2445 Millimeter, dazu kommt ein Trockengewicht von 322 Kilogramm, das sich mit allen Ölfüllungen und vollem 20,5-Liter-Tank auf fast 350 Kilogramm erhöhen dürfte. In Italien wird die California 19300 Euro kosten. Wie sich die Wuchtbrumme fährt, werden MOTORRAD-Leser noch in diesem Jahr erfahren.

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