Neuheiten von Harley-Davidson, Honda und BMW (Archivversion) Spät-Starter

Last-minute-news für die bevorstehende Saison: Harley kommt mit einem V-Rod-Ableger, Honda kleidet die CB 1300 ein. BMW stellt die K 1200 R Power-Cup vor und werkelt hinter den Kulissen an einer Zweizylinder-Sportenduro.

Wer jemals bei einer Harley-Davidson V-Rod etwas härter am Kabel gezogen hat, dabei völlig willen- und haltlos hinter dem breiten Lenker her-
flatterte, ahnte bereits: Der Motor ist durchaus zu Höherem berufen, er würde auch in einem knackigen Naked Bike eine hervorragende Figur machen. Gerüchte, dass Harley an einem weiteren Modell auf V-Rod-Basis arbeitet, kursierten schon seit längerem. Nun endlich enthüllten die Amis ihr neues Modell. Die VRSCR Street Rod offenbart auf den
ersten Blick, dass sie stark an die V-Rod angelehnt ist, und sie unterscheidet sich auch technisch nicht sehr vom Cruiser.
Denn geblieben ist nicht nur der
V2, sondern ebenso weitere wesentliche Elemente wie Rahmen, Heck und Tank. Die Sitzposition ist mit den in die Fahr-
zeugmitte zurückverlegten Fußrasten und dem schmaleren Lenker dagegen nun eher als versammelt zu bezeichnen. Damit das Naked Bike im Hot-Rod-Stil sich etwas zügiger als der niedrige Cruiser durch die Kurven scheuchen lässt, bekam es sportliche Brembo-Bremsen und straffe Federelemente. Vorn arbeitet eine 43er-Upside-down-Gabel, hinten erhielt die Street Rod knackiger abgestimmte Federbeine. Das ganze Fahrzeug wurde, vor allem hinten, so weit angehoben, dass der Sitz satte 100 Millimeter höher kommt. Das hat nicht nur Einfluss auf die Sitzposition, es vergrößert außerdem die Schräglagenfreiheit enorm.
Mit 1700 Millimeter Radstand ist auch die Neue lang wie ein Sattelschlepper, der Lenkkopfwinkel ändert sich von ganz flachen 57 auf flache 60 Grad. Ein spritziger Kurvenflitzer wird die Street Rod somit sicher nicht, ihre Stärke wird neben dem coolen Auftritt der rasante Abzug sein. Wozu der wassergekühlte
V-Zweizylinder die besten Anlagen mitbringt. Der Vierventiler blieb im Wesentlichen unangetastet, eine neue Auspuffanlage beschert ihm zusätzliche drei PS, so dass er jetzt mit 120 PS bei 8250/min angegeben wird.
Während die Harley Street Rod als reines Naked Bike mit Sprintqualitäten konzipiert ist, kleidet Honda die CB 1300 wahlweise mit einer Halbschale ein, um mit besserem Windschutz den Langstreckenkomfort zu unterstreichen. Die kantige Form weckt Erinnerungen an klassische Bol-d’Or-Hondas der 80er Jahre.
Im Cockpit sind Staufächer integriert, um kleinere Utensilien zu verstauen. Die ab Mai lieferbare Neue gibt es nur mit ABS für 10990 Euro, die Basismaschine wahlweise mit oder ohne. Sie kostet 10090 Euro, das ABS 600 Euro Aufpreis. Alle Versionen starten außerdem mit kleineren Detailänderungen in die kommende Saison. Die Einspritzung ist neu programmiert, was das Ansprechverhalten weicher machen soll. Neue Seitendeckel lassen die Maschine im Bereich der Beine schlanker werden.
Sportliche Ambitionen hat die dicke CB sicher nicht. Dagegen startet BMW mit dem neuen Naked-Bike-Hammer, der 160 PS starken K 1200 R, 2005 so-
gar eine eigene Rennserie, den BMW Motorrad Power-Cup. Der wird den bisher im Rahmenprogramm der Straßen-WM ausgetragenen Boxer-Cup ersetzen. Am 15. Mai findet der Auftakt der sieben Rennen umfassenden neuen Serie im Rahmen des Frankreich-GP in Le Mans statt, auch auf dem Sachsenring gehen die wilden Reiter am 30. Juli an den Start. Die Maschinen basieren auf der
im Frühjahr auf den Markt kommenden Serienmaschine, die mit Metzeler-Rennreifen, reichlich Kohlefaser, einem straffen Fahrwerk und einem offen brüllenden Auspuff renntauglich gemacht wurde.
Streng geheim ist ein weiteres Projekt der Bayern, die R 1200 GS HP (High Performance), eine sportliche Version der Reiseenduro. Kürzlich wurden Maschinen in den USA bei Wüstenrennen ein-
gesetzt, bei denen der aktuelle Boxer
in einem völlig neu konzipierten Fahrwerk hängt. Der Rahmen ist eine solide Brückenkonstruktion, in die der Motor als mittragendes Bauteil integriert ist. Vorn ersetzt eine Upside-down-Gabel das für harten Offroad-Einsatz ungeeignete Telelever. Auch hinten steht jede Menge Federweg zur Verfügung. Während die Einarmschwinge verlängert und verstärkt wurde, ist der Hinterachsantrieb wiederum ein Serienteil.
Gerüchteweise soll aus diesen Renn-
einsätzen eine nur in Kleinserie ver-
fügbare Serienmaschine folgen, die im Vergleich zur Standard-GS um einiges teurer werden dürfte. Mehr als 15000 Euro sollte man bis zur Auslieferung
angespart haben. Aber da bleibt wohl noch ein bisschen Zeit.

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