Neuigkeiten vom insolventen Zubehör-Händler Hein Gericke Chinesen wollen Gericke übernehmen

Für die insolvente Zubehör-Kette Hein Gericke besteht neue Hoffnung: Am 23. Dezember 2013 konnte mit einem in Spanien ansässigen Investor ein Kaufvertrag geschlossen werden, in dem „sämtliche operativen Assets“ (Vermögenswerte) der Hein Gericke Deutschland GmbH und der zugehörigen Auslandstöchter (außer UK) erworben werden, wie das Unternehmen am 30. Dezember in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Foto: Archiv

Um wen es sich bei dem neuen Eigentümer von Hein Gericke handelt wurde nicht genannt. In Branchenkreisen gilt es aber als sicher, dass eine Gruppe chinesischer Investoren, zu der auch der Besitzer des chinesischen Helmherstellers LS2 gehört, bei Gericke einsteigen wird.

LS2 wurde 1990 in China als Ein-Mann-Firma durch Arthur Liao gegründet und wuchs rasch. Nach zwei Jahren beschäftigte das Unternehmen laut seiner Website bereits 100 Mitarbeiter, 2005 hatte sich die Zahl der Angestellten verzehnfacht. 2007 schließlich eröffnete Liao den neuen Firmensitz in Barcelona, Spanien, nannte die Marke LS2 (steht für „Liao’s Systems“) und expandiert seither nicht nur als Helmhersteller, sondern auch als Anbieter von Motorradbekleidung allgemein in Europa stetig weiter. Mit der Übernahme von Hein Gericke hätte LS2 mit einem Schlag nicht nur ein flächendeckendes Händlernetz mit 54 Läden in Deutschland, sondern auch noch Standorte in Österreich, Holland, Belgien und Polen.

Ein Gericke-Sprecher wollte dazu keine Angaben machen, meinte aber zuversichtlich: „Wir wittern hier Morgenluft.“ Vordringliches Ziel müsse nun sein, die Läden mit Ware zu bestücken. Einen Gericke-Katalog für 2014 wird es vorläufig aber nicht geben.

In Großbritannien sind zwölf von 16 Hein Gericke-Shops mittlerweile von der Zubehör-Kette J&S Accessories übernommen worden. Der britische Hein Gericke-Ableger, der bereits vor einem Jahr zahlungsunfähig war, gilt als Auslöser der jetzigen Gericke-Pleite. Nach dem Antrag auf vorläufige Insolvenz vom 16. 12. hat die Hein Gericke Deutschland GmbH am 27. Dezember in Düsseldorf Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren soll im Februar eröffnet werden. Dann möchte der Insolvenzverwalter, der Düsseldorfer Anwalt Georg Kreplin, Einzelheiten über den neuen Eigentümer und die Perspektive der traditionsreichen Firma Hein Gericke nennen.

Der gleichnamige Düsseldorfer Firmengründer hatte das Unternehmen 1987 verkauft. 2003 war das Unternehmen unter der Obhut der Eurobike AG zum ersten Mal insolvent und wurde anschließend vom US-Konzern Fairchild übernommen. Fairchild ging später jedoch selbst pleite.

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