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Die Straßenversion der H2R wurde auf der EICMA 2014 vorgestellt. Sie heißt Ninja H2 und kommt 2015.

Neuvorstellung Kawasaki Ninja H2 auf der EICMA 2014 Straßen-Version der Kawasaki H2R

Auf der EICMA 2014 in Mailand wird mit der Kawasaki Ninja H2 der Straßenableger der Ninja H2R vorgestellt. Statt 300 PS stehen ihr "nur" 200 PS zu.

Die Kawasaki Ninja H2 ist die zahmere Schwester der H2R. Sie kommt ebenfalls mit dem 998-cm³-Reihenvierzylinder mit Kompressionsaufladung, der aber "nur" 200 PS leistet, statt 300 PS in der Racing-Schwester. 200 PS, das kann die ZX-10R ja auch schon. Maximales Drehmoment - da liegt der große Unterschied: 133,5 Nm stellt die H2 bei 10.500/min bereit, bei der ZX-10 R liegen 112 Nm erst bei 13.000/min an. Um die Ninja H2 straßenzulassungsfähig zu machen, mussten neben "geringfügigeren Modifikationen am Motor zur Erfüllung der Geräusch- und Emissionsgesetze" vor allem Änderungen am Ein- und Auslasssystem vorgenommen werden.

Dass die Kawasaki Ninja H2 mit „zahm“ trotzdem nichts am Hut hat, geht deutlich aus folgender Passage der Pressemitteilung hervor: "Da es bei diesem Motorrad in erster Linie um den Spaß an gewaltiger Beschleunigung und dem Geschwindigkeitspotenzial geht, ist auch nur ein Solositz für den Fahrer vorgesehen." Die Sitzposition ähnelt der der Ninja ZX-10R, ein bisschen entspannter soll es der H2-Pilot aber haben. Die Beckenstützpolster am hinteren Teil des Sitzes lassen sich bis zu 15 mm nach hinten versetzen – damit auch größer geratene Sportfahrer sich bei "gewaltiger Beschleunigung" hinter die Verkleidung falten können.

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Elektronische Helferlein

Passend zur "gewaltigen Beschleunigung" und zum "Geschwindigkeitspotenzial" stehen reichlich elektronische Helfer parat. Für die Traktionskontrolle sind drei Modi wählbar: für Rennstrecke, Straße und rutschigen Untergrund. Pro Modus kann noch aus je drei Ansprechempfindlichkeiten gewählt werden. Insgesamt sind also neun Einstellungen verfügbar. Zusätzlich gibt es noch einen Regenmodus, der unabhängig von der Traktionskontrolle zugeschaltet werden kann. Er drosselt die Motorleistung um 50 Prozent und macht die Gasannahme geschmeidiger.

Die Launch Control verhindert beim Anfahren, dass das Hinterrad durchdreht oder das Vorderrad abhebt. Auch hier kann der Pilot aus drei Betriebsarten wählen.

Das serienmäßige ABS der Kawasaki Ninja H2 basiert auf dem der Ninja ZX-10R. Ein elektronisch geregelter Öhlins-Lenkungsdämpfer hält die Front ruhig. Außerdem ist noch ein Quickshifter an Bord. Er soll ohne Zugkraftunterbrechung eine brachiale Beschleunigung durch alle Gänge erlauben.

Für weiche Gangwechsel ist bei der Kawasaki Ninja H2 das Dog-Ring-Getriebe zuständig. Hierbei werden nicht die Gangräder verschoben, stattdessen bewegen sich die Mitnehmerscheiben (Dog-Ring).

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Bordzentrale und Preis

m Cockpit wird ein LC-Display mit einem analogen Drehzahlmesser kombiniert. Ablesbar an der digitalen Infozentrale: Tacho, Ganganzeige, Kilometerzähler, zwei Tageskilometerzähler, aktueller Verbrauch und Durchschnittsverbrauch, Tankinhalt, Kühlmitteltemperatur, Ladedruckanzeige, Ladelufttemperatur (Einlasskammer), Stoppuhr (Rundenzähler), Zeitanzeige – und eine Wirtschaftlichkeitsanzeige fürs grüne Gewissen. Interessant wäre natürlich, wenn sie programmierbar wäre. Beispiel: Wir sind mit der Kawasaki Ninja H2 am Sachsenring, befüllen den 17-Liter-Tank nur knapp, und bekommen während des Turns Zeichen, für wie viele Runden à 3761 Meter der Kraftstoff bei unserer Fahrweise noch reicht. Selberfahren ist schließlich wirtschaftlicher als der Besenwagen. Apropos wirtschaftlich: Ein Schnäppchen wird die zulassungsfähige Ninja H2 wohl nicht, Kawasaki denkt an einen Preis von rund 25000 Euro.

Kawasaki Ninja H2 mit River-Logo

Mit Ausnahme der Kennzeichenbeleuchtung sind alle Leuchtquellen an der Kawasaki Ninja H2 LED. Hell leuchten und die Nase weit oben tragen, wird die Neue im Kawa-Portfolio auch wegen des River-Logos. Das Emblem ist nämlich Kawasaki-Modellen mit "historischer Bedeutung" vorbehalten. Und die H2 trägt’s. Außerdem kommt bei der Ninja H2 erstmalig bei Kawasaki eine Einarmschwinge zum Einsatz.

Details zum Motor

  • elektronische Drosselklappensteuerung
  • Der Lader der Ninja H2 soll eine Aufladung über einen weiten Bereich von Druck- und Luftstromverhältnissen – also über einen weiten Motordrehzahl- und Geschwindigkeitsbereich gewährleisten. Wegen des geringen Hitzeaufbaus wird auf einen Ladeluftkühler verzichtet
  • Der Lader ist in einem Alugehäuse hinter der Zylinderreihe platziert.
  • keine separate Ölversorgung; der Kompressor verwendet das Motoröl zur Schmierung.
  • Lader wird von der Kurbelwelle über einen Planetensatz angetrieben.
  • Das Planetengetriebe erhöht die Drehzahl des Verdichterrads auf das 9,2-fache der Kurbelwellendrehzahl (1,15-fache Übersetzung durch Stirnrad mal 8-fache durch Planetengetriebe). Demnach dreht laut Kawasaki die Verdichterradwelle bei Höchstdrehzahl des Motors (ca. 14.000/min) mit fast 130.000/min.
  • Das Verdichterrad wird mit einem fünfachsigen CNC-Kern aus einem geschmiedeten Aluminiumblock gefertigt.
  • Die Pumpkapazität des Verdichterrads überschreitet 200 Liter/Sekunde, wobei die Ansaugluft Geschwindigkeiten von bis zu 100 m/s. erreichen soll. Nach Durchströmen des Laders ist die Ansaugluft laut Hersteller, auf das 2,4-fache des Umgebungsdrucks komprimiert.

Alle Motorrad-Neuheiten für 2015 auf einen Blick

Technische Daten Ninja H2

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum: 998 cm³
Bohrung und Hub: 76 x 55 mm
Verdichtungsverhältnis: 8,5:1
Ventilsystem: DOHC, 16 Ventile
Gemischaufbereitung: Kraftstoffeinspritzung, ø 50 mm x 4
Einlassventilsystem: Doppeleinspritzung mit Kompressorlader
Schmiersystem: Druckumlaufschmierung, Nasssumpf mit Ölkühler

Leistung: 147,2 kW (200 PS) bei 11.000/min
Höchstleistung mit Ram-Air-System: 154,5 kW (210 PS) bei 11.000/min
Maximales Drehmoment: 133,5 Nm bei 10.500/min
133,5 Nm bei 10.500/min

Getriebe: Sechsganggetriebe mit Mitnehmerscheiben (Dog-Ring)
Endantrieb: Kette
Primärübersetzung: 1,551 (76/49)
Übersetzungsverhältnisse:
1. Gang: 3,188 (51/16)
2. Gang: 2,526 (48/19)
3. Gang: 2,045 (45/22)
4. Gang: 1,727 (38/22
5. Gang: 1,524 (32/21)
6. Gang: 1,348 (31/23)
Endübersetzung: 2,444 (44/18)
Kupplung: Mehrscheibenkupplung im Ölbad, mechanisch betätigt

Rahmen: Trellis-Rahmen aus hochfestem Stahl mit Schwingenaufnahme
Federweg vorne: 120 mm; hinten: 135 mm
Bereifung vorne: 120/70ZR17M/C (58W); hinten: 200/55ZR17M/C (78W)
Räder: Fünfspeichen-Gussaluminiumräder
Lenkkopfwinkel (Sturz): 24,5 Grad
Nachlauf: 103 mm

FEDERUNG
Vorne: 43-mm-Upside-Down-Gabel mit Druck- und Zugstufendämpfung, einstellbarer Federvorspannung und Top-Out-Federn
Hinten: Uni-Trak-Umlenkhebelsystem mit Gasdruck-Stoßdämpfer, Ausgleichsbehälter, getrennt einstellbaren Druckstufen (für hohe und niedrige Geschwindigkeiten), einstellbarer Zugstufendämpfung und Vorspannung sowie Top-out-Feder

BREMSEN
Vorne: Zwei halbschwimmend gelagerte 330-mm-Bremsscheiben; Brembo-Monobloc-Bremssättel aus Aluminiumdruckguss: radial montierte Vierkolben-Festsättel
Hinten: Einzelscheibe, ø 250 mm; Bremssattel, gegenüberliegende Doppelkolben

Maße und Gewicht
Gesamtlänge: 2.085 mm
Gesamtbreite: 770 mm
Gesamthöhe: 1.125 mm
Radstand: 1.455 mm
Bodenfreiheit: 130 mm
Sitzhöhe: 825 mm
Leergewicht: 238 kg
Tankinhalt: 17 Liter

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