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Schon vor der offiziellen Pressekonferenz auf der Eicma in Mailand war bekannt, dass Ducati eine komplett überarbeitete, wassergekühlte Hypermotard vorstellen würde.

Eicma-Neuheiten 2013 Motorradneuheiten von der Eicma

Auf der Eicma in Mailand stellten die Hersteller ihre Neuheiten für 2013 vor. Nach der Multistrada serviert Ducati zwei komplett neue Hypermotard-Modelle und das homologationsfähige Superbike für die WM - die 1199 Panigale R. Honda zeigt eine überarbeitete CBR 600 RR und präsentiert die völlig neue CB 500-Familie. Triumph, KTM und MV Agusta haben natürlich auch neue Modelle zu bieten.

Ducati-Neuheiten

Als die erste Hypermotard vor einigen Jahren das Licht der Welt erblickte, waren alle fassungslos und begeistert. Mittlerweile ist eine Frischzellenkur aber dringend nötig - zu brav sind die 95 PS des 1100er-Evo-Twins und auch das Handling der alten Hyper lässt noch Wünsche offen. Deshalb hat Ducati die Hypermotard komplett neu entwickelt. Das Herz bildet der Testastretta-Twin aus dem 848er-Sportler, jedoch mit einem Bohrung/Hub-Verhältnis von 88/67,5 mm, macht exakt 821 cm³. Leisten soll dieser flüssigkeitsgekühlte Vierventiler 110 PS bei 9250/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 89 Nm bei 7750/min. Weitere Eckdaten: 52-mm-Drosselklappen, 11Grad Ventilüberschneidung, Sekundärluftsystem. Das verspricht prima Alltagsqualitäten und genügend Sport.

Auch der Gitterrahmen mit 34-mm-Rohrdurchmesser ist komplett neu. Der Lenkkopfwinkel beträgt 64,5 Grad, der Nachlauf 104 mm. Dank der gemäßigteren Daten dürfte die neue Hyper wesentlich berechenbarer abwinkeln als ihre Vorgängerin. Sie ist außerdem deutlich leichter geworden (Leergewicht: 175 kg). Die Sitzhöhe beträgt 870 mm, das ist ein deutliches Plus. Die achtstufige TC, ein dreistufiges ABS und drei Mappings sowie einstell-bares Ride-by-Wire bilden das Elektronikpaket, das bei der SP-Version etwas schärfere Abstimmungen zulässt.

Die SP bietet außerdem eine Marzocchi-Gabel und ein Öhlins-Federbein mit fettem Plus bei den Federwegen (v.: 185 mm/h.: 175 mm), sowie viel Karbon, vier Kilo weniger Gewicht und einen um 20 mm höheren Sitz.

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1199 Panigale R

Für die WM-Homologation bekommt die Panigale als R-Version Titanpleuel (minus 630 g) und weniger Schwungmasse (minus 700 g). Dafür steigt die maximale Drehzahl auf 12000/min. Die Kipphebel sind jetzt DLC-beschichtet. Der serienmäßige Racekit beinhaltet den Termignoni-Auspuff, ein neues Mapping und die Race-Scheibe. Bringen soll das drei Prozent mehr Spitzenleistung und 15 Prozent mehr Midrange-Power. Dank viel Karbon sinkt das Gesamtgewicht trocken auf 165 kg. Das Ducati-eigene Datarecording DDA ist ebenfalls dabei. Alle Features wie das elektronische Fahrwerk der S sind ebenfalls Standard an der R, aber nur diese hat einen vierfach verstellbaren Schwingendrehpunkt. Zirka-Preise: Hypermotard Standard: 11500 Euro, SP-Modell: 14500 Euro, Panigale R: 31000 Euro (jeweils zzgl NK)

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Honda-Neuheiten

Honda ist der größte Zweiradhersteller der Welt. Momentan verkauft die Firma 15,7 Millionen Zweiräder pro Jahr und generiert den größten Teil des Umsatzes in Schwellen- und Entwicklungsländern. Entsprechend fokussiert ist die Entwicklung der Marke auf diese Wachstumsmärkte, wo günstige und zuverlässige Bikes benötigt werden. Dennoch vernachlässigt Honda die anspruchsvollen Kunden in den USA und Europa nicht.

Was uns Sportfahrern für 2013 immerhin eine überarbeitete CBR 600 RR beschert. Die auffälligsten Änderungen betreffen die Frontpartie, an der die Verkleidung rund um die Scheinwerfer einen an die MotoGP-Bikes angelehnten Look erhielt.Dieser soll zudem die Aerodynamik verbessern, was nie ein Nachteil ist. Weitere technische Änderungen fielen am Fahrwerk und Motormanagement an. Honda verspricht ein verbessertes Ansprechverhalten und niedrigere Ansauggeräusche. An der Front der CBR 600 RR kommt nun eine Big Piston-Gabel zum Einsatz, das Federbein wurde reibungsoptimiert.

Eine technische Aufrüstung erhält die Supersportlerin in zweierlei Hinsicht. Zum einen bekommt sie den aus der Fireblade bereits bekannten, elektronisch geregelten Lenkungsdämpfer, zum anderen ein ABS mit stark überarbeiteter Regelelektronik. Die komplexere Regelung setzt einen eigenen Bremsdruckmodulator pro Rad ein, sodass zum Beispiel Korrekturbremsungen hinten ohne mitregelndes Vorderrad möglich sind. An das aktuelle Fireblade-Design angelehnte, neue Y-Speichen-Räder runden die Überarbeitung der CBR 600 RR ab. In Deutschland wird der Supersportler ab März 2013 für 12290 Euro (inkl. ABS) und im Repsol-Dekor für 12590 Euro (jeweils zzgl. Nebenkosten) erhältlich sein.

Völlig neu im Honda-Programm ist die CB 500-Familie. Wie schon die NC 700-Baureihe als Baukasten angelegt, kommen gleich drei neue Modelle mit dem frisch entwickelten 500er-Parallel-twin zu den deutschen Händlern. Während die CB 500 X den Tourenfahrer anspricht, bedient die CB 500 F den klassischen Naked Bike-Kunden, der keine Verkleidung zum Motorrad-Glück benötigt. Die CBR 500 R als vollverkleidete Version zielt auf junge Einsteiger und junggebliebene Kunden. Allen Modellen gemein ist der 48 PS starke Zweizylinder mit moderner, verbrauchsoptimierter Einspritzung im Stahlrohrrahmen. Dank der moderaten Leistung passen die CB 500 perfekt zur neuen Führerscheinklasse A2 und versprechen im Unterhalt günstige Bikes zu werden, da Honda einen Verbrauch von 3,7 Liter auf 100 km (WMTC-Messzyklus) angibt.

Die CB-Family steht auf moderater Bereifung in den Größen 120/70 ZR 17 vorne und 160/60 ZR 17 hinten. Vollgetankt kommt die CBR mit 194 Kilogramm noch einigermaßen leichtgewichtig daher. Natürlich wird man Details wie einstellbare Fahrwerkskomponenten an den drei Modellen vermissen, dafür dürften aber ihre Preise überaus attraktiv sein. Doch Honda zielt mit der CBR 500 R nicht nur auf die vernunftorientierte Klientel, sondern wendet sich damit auch an den sportlich versierten Nachwuchs. 2013 wird der im Rahmen der Superbike-WM ausgetragene European Junior Cup nicht mehr auf der KTM 690 Duke, sondern auf der CBR 500 R ausgetragen. In dieser Nachwuchsschmiede für junge Talente zwischen 14 und 19 Jahren können die „Young Guns“ auf internationalen Rennstrecken vor großem Publikum ihr Können unter Beweis stellen. Das komplette Cup-Paket kostet 19950 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und beinhaltet außer dem Motorrad auch intensives Fahrer-Coaching, die technische Betreuung, Benzin und Reifen. Es müssen also nur noch Sturz- und Verschleißteile sowie die Reisekosten zu den kreuz und quer in Europa verteilten Rennstrecken kalkuliert werden

Triumph-Neuheiten

Die Queen der SupersportKlasse schickt sich an, ihren Thron zu verteidigen. Deshalb hat Triumph die Supersport-Waffe Daytona 675 in breitem Umfang erneuert. Das fängt beim Dreizylinder an. Der bekam größere Bohrungen und kürzeren Hub, die Buchsen sind nun beschichtet. Das Drehzahl-Limit wurde auf 14400/min angehoben, und Triumph verspricht drei PS mehr Leistung (128 PS) und mehr Drehmoment (in der Spitze plus 2 Nm) über das nutzbare Leistungsband. Die Doppeleinspritzungen für jeden Zylinder sind genauso neu wie die Titan-Ventile, die bei gleich gebliebener Größe die Anforderungen der Zylinderbefüllung trotz veränderten Bohrung/Hub-Verhältnises meistern sollen.

Auffälligstes Merkmal ist der Auspuff, der zur Zentralisierung der Massen statt wie bisher unter dem Heck jetzt neben der Schwinge angeordnet ist. Insgesamt ist die Daytona nun 1,5 Kilogramm leichter als die Vorgängerin. Dazu tragen auch die neuen, leichteren Räder bei, die mit Pirelli Supercorsa ausgeliefert werden. Schwinge und Rahmen wurden neu konstruiert. Das kleinteilige Cassis-Design wurde aufgegeben, was eine aggressivere Geometrie begünstigt. So schrumpfte beispielsweise der Radstand und die Gewichtsverteilung ist nun frontlastiger.

Neu sind auch die Gabel (nun Kayaba) und die Abstimmung des Federbeins. An der R-Version stammt der Monoshock von Öhlins. Während das erstmals erhältliche ABS bei der Standard-675er extra geordert werden muss, arbeitet das abschaltbare System in der „R“ serienmäßig. Anbrems-Drifter wird’s freuen: In beiden Bikes lässt das ABS Wheelspin am Hinterrad zu. Die Anti-Hopping-Kupplung ist jetzt Standard und wird über das Motormanagement unterstützt. Die „R“ hat noch einen Schaltautomaten.

Die Ergonomie hat sich leicht verändert. Der Fahrer sitzt zehn Millimeter tiefer, was die Belastung der Handgelenke vor allem im Alltagsbetrieb mindern soll. Optisch verändert hat sich die Front der Daytona. Dazu kommt ein neues LCD-Cockpit mit diversen Anzeigemöglichkeiten von der Rundenzeit über die Gangstufe bis zur optionalen Erkennung des Reifendrucks. Damit dürfte Triumph der neuen Daytona alle nötigen Gene mitgegeben haben, um die Supersport-Klasse hart-näckig verteidigen zu können.

Alle Motorrad-Neuheiten 2013 in der Übersicht

KTM-Neuheiten

Neben der 125 Duke und der 200 Duke, die jetzt ein abschaltbares ABS bekommen hat, baut KTM seine Modellpalette bei den kleineren Hubräumen weiter aus. Neu ist die 390 Duke , die mit dem Einzylinder vor allem für Fahranfänger mit dem neuen A2-Führerschein interessant sein dürfte. Der Single leistet 44 PS aus exakt 375 Kubik bei einem Gewicht vollgetankt von weniger als 150 Kilo. Mit dem WP-Fahrwerk dürfte die 390 damit ein ziemlich fetziger und agiler Flitzer sein.

Noch fetziger wird jedenfalls die 690 Duke in R-Version sein. Sie ist der Ableger des Renngeräts, mit dem die Junior-Klasse im Rahmen der diesjährigen Superbike-WM unterwegs war. 70 PS leistet der Single, und das Fahrwerk ist deutlich höher und straffer als das der Standard-690 Duke. Außerdem ist es komplett einstellbar. Das Kampfgewicht der 690 Duke R wird mit vollem 14-Liter-Tank knapp um die 160 Kilo liegen.

Foto: MV Agusta

MV Agusta-Neuheiten

Kaum hat MV Agusta mit der günstigen F3 und dem Naked Bike-Ableger Brutale 675 die Dreizylinder-Ära neu in Varese eingeläutet, da schießen die Italiener schon die nächste nach. Denn neben den überarbeiteten Vierzylinder-Brutales und dem kleinen Triple wird es eine 800er-Brutale geben (Foto). Der Hub des Triples beträgt 54,3 mm, der Motor soll 125 PS bei 11 600/min leisten - knapp 20 PS mehr als die kleine Brutale. MV gibt das maximale Drehmoment mit 81 Nm bei 8600/min an. Das Trockengewicht soll 167 Kilo nicht übersteigen. Im Elektronik-Paket sollen diverse Power-Modi, Ride-by-Wire und eine TC enthalten sein. Das Fahrwerk besteht aus voll einstellbaren Dämpfern, einer 43-mm-Upside down-Gabel (125 mm Federweg) und einem Federbein mit 119 mm Federweg. Bei den Bremsen setzt MV auf Brembo. Vorn sind es radial angeschlagene Vierkolben-Sättel mit 320er-Scheiben. Die vier Farbvarianten kosten von knapp 9990 Euro bis 10990 Euro für eine blaue „Italia“-Version.

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