Nordschleife mit 125er und 1000er Ein Ring – Zwei Welten

Foto: fact
Die Arembergkurve ist ein Freund. Leicht überhöht erleichtert sie das Bergabfahren in voller Schräglage, ihr weiter Radius gestattet ein hohes Grundtempo. So gelingt der Lastwechsel in der Kurvenmitte geschmeidig, am Ausgang stubsen altmodisch steil aufragende Curbs die Maschine sanft, aber bestimmt auf die Strecke zurück.

Foto-Show: Nordschleife mit 125er und 1000er

Dann bricht die Hölle los. Überfallartig reißt der 1000er-Vierzylinder an. Verrückt, man hat es selbst entfesselt und ist doch überrumpelt, einen endlosen Sekundenbruchteil lang nur Passagier. Für den Lenkimpuls nach links langt es noch, für den stützenden Druck aus den Fußrasten nach vorn bereits nicht mehr, denn die Kuppe ist schon da, ach was, vorbei, das Vorderrad sticht in die Luft – im 14-prozentigen Gefälle –, und die Lenkerenden werden zu fiesen Schlägern. Der Dritte ist ausgedreht, jetzt der Vierte – ist das Vollgas? Ah, da ist der Gasgriff wohl wieder durch die Handfläche gerutscht, egal.

Foto-Show: Nürburgring aus der Luft

Diejenigen, die behaupten, hier mit einer 1000er voll durchzuladen, lügen ohnehin, und die Kompression unten in der Senke ist auch so schlimm genug. Für einen Lidschlag fährt das Vorderrad bergauf, das Hinterrad noch abwärts, und die Mitte biegt sich. Vor allem klopft es den Fahrer auf den Tank, dass ihm die Luft wegbleibt. Wer Handy und Portemonnaie in der Brusttasche der Rennkombi trägt, kann sich sehenswerte Blutergüsse auf die Rippen hauen lassen. 241 Sachen weist das Datarecording später aus, als besten von drei gemessenen Werten am Grund der Fuchsröhre. Die bleiben einmalig für mich, das habe ich mir versprochen.

Den ganzen Bericht finden Sie in MOTORRAD18/2005. Hier können Sie ein Probe-Abo bestellen.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel