Nordström, Gerry: Interview (Archivversion)

Gerry Nordström (48) ist Chefredakteur der schwedischen Motorradzeitschrift »Bike«, die auch in Norwegen, Finnland und Dänemark erscheint

Gerry, wie kamst Du an und auf die Nordschleife?
1983 war ich freier Mitarbeiter von »Bike«. Damals kam ich im Rahmen eines BMW K 100-Langstreckentests rein zufällig in die Eifel und an die Nordschleife. Ich war sofort fasziniert. Obwohl ich gar nicht gefahren bin. 1984 habe ich es dann ausprobiert – und war unrettbar verloren.
Warum? Was ist so speziell an der Nordschleife?
Die Nordschleife ist einmalig. Die Länge der Strecke, ihr Profil, die Umgebung. In Schweden gibt es nicht viele Rennstrecken, und die wenigen sind sehr klein und ziemlich langweilig. Hier aber kannst du dich für eine Runde einbuchen. Oder zehn. Oder zwanzig. Ganz nach Belieben. Und langweilig wird es nie.
Wie viele Runden bist Du seither gefahren?
Grob geschätzt 1500. Ich bin mehrere Male im Jahr gekommen, meistens privat, manchmal dienstlich. Ich hatte viele Jahre eine Jahreskarte. Auch persönliche Kontakte zu den Eifelanern haben sich in dieser Zeit entwickelt.
Was war Deine schnellste Runde?
Ich habe selten gestoppt. Aber ich denke, es war 1992 auf der Fireblade. Damals bin ich 8.08 Minuten gefahren. Diese Zeit werde ich wohl nie mehr erreichen – obwohl die Motorräder immer schneller wurden. Das Alter, Du verstehst...
Und langweilig wurde Dir nie?
Nein, überhaupt nicht. Das ist ja das Faszinierende an diesem Kurs. Er verändert sich, ist immer wieder neu. Außerdem ist es furchtbar spannend, am Speed und an der Linie zu feilen. Erst fährst du zehn Minuten, dann 9.30 und dann 9.00. Aber das braucht seine Zeit. Und unter neun Minuten oder gar 8.30 – daran muss man lange feilen, das geht dann nur noch im Sekundentakt.
Was waren Deine letzten Motorräder, was ist Dein aktuelles?
In den vergangenen Jahren hatte ich drei
verschiedene Yamaha R1, jeweils umgerüstet auf Öhlins. Dazu natürlich ein Lenkungsdämpfer und entsprechende Reifen, nämlich den Metzeler Rennsport. In diesem Jahr habe ich mir eine Kawasaki ZX-10R gekauft. Ein wunderbar direktes, sensationelles Motorrad, auf dem du haargenau spürst, wie schnell du fährst.
Und das bringst Du immer auf dem Hänger aus Stockholm mit?
Nein, nein, das ist hier gut untergestellt. Wenn ich am Ring ankomme, brauche ich nur aufsteigen und losfahren!
Und welches war nun Dein persönlicher Favorit bei diesem Vergleich?
Die Kawasaki ZX-10R. Da funktioniert alles prächtig, die hat einen super Motor. Auch die Yamaha ist toll. Auf der MV würde ich mehr Runden brauchen. Allerdings hat sie Charisma.

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