Offener Schlagabtausch: HP2 Sport versus R 1200 S (Archivversion)

Technisch basiert die BMW HP2 Sport auf der R 1200 S. Allerdings ist sie deutlich stärker, leichter und drehfreudiger ausgelegt. Auf der Rennstrecke lässt die real 14 PS stärkere, viel bulliger antretende HP2 Schwester S keine Chance. Rasanter beim Beschleunigen, stabiler auf der brachial zupackenden Bremse und deutlich präziser sowie neutraler in Kurven. Dazu bleibt die Neue einfach gelassener: Wo die S auf derben Bodenwellen bei hohem Tempo heftig durchsackt und in Schräglage auch einknickt, reagiert die HP2 Sport viel weniger empfindlich. Um es ganz deutlich zu machen: Ein Neuling kann in Lédenon auf dem reinrassigen HP2-Sportgerät schneller sein als ein Kenner der anspruchsvollen Strecke mit der R 1200 S. Wenn das mal kein Erfolg ist...

Preislich trennen beide Welten. Jedoch hinkt der Vergleich. Mit »Sport-Paket« (Öhlins-Federbein, Sechs-Zoll-Hinterrad samt 190er-Reifen) sowie Bordcomputer und ABS kommt die R 1200 S auf 15000 Euro. Und das ganz ohne Karbonteile, Data-recording oder leichte Schmiederäder.

Auf der Landstraße hat die HP2 Nachteile: Die Sitzposition ist extremer, das hintere Federbein unkomfortabler. Ferner sind Windschutz, Reichweite und Spiegel der R 1200 S besser. Ihr Soziusplatz ist bescheiden, aber an Bord. Interessenten müssen sich sputen. Denn die R 1200 S fiel aus dem Programm, wie schon 2007 die ST. Ob BMW bald eine preisgünstige Variante der HP2 präsentiert?

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