Pao Chin Wang

Pao Chin Wang, Verkäufer bei J-Motors, dem größten Grauhändler der Insel, regt sich ein bisschen auf.

"BMW hat mit Pan German einen offiziellen Importeur, Harley hat einen, MV Agusta, Ducati, Bimota, Suzuki und Kawasaki, die hier von Kymco vertrieben werden, ebenfalls. Aber Honda, obwohl die meistverkaufte Marke, hält das bislang wohl nicht für nötig. Ebenso wenig Yamaha. Wir würden das gerne übernehmen, aber so bleibt uns nichts anderes übrig, als die Maschinen grau in Hongkong oder Singapur zu besorgen. Immerhin bringen wir in unseren zehn Filialen um die 1800 Maschinen an den Mann, auch Guzzi und Aprilia. Im ersten Jahr der Marktöffnung waren es sogar 3000. Dass der Boom nicht einfach weitergeht, hat nur zum Teil mit Geld zu tun. Die Leute, die hier die Gesetze machen, kennen sich halt nicht aus, und deshalb kommen seltsame Regeln raus fürs Motorrad. Wir dürfen zum Beispiel noch immer nicht die Autobahnen benutzen. Was für ein Unsinn. Es läuft momentan eine Petition, die das ändern soll. Schätzungsweise die Hälfte der Neumaschinen in Taiwan läuft über Finanzierungen, speziell Sportmotorräder, die im Vergleich eher teuer sind. Sportler dürften ein Fünftel des Marktes ausmachen, 20 Prozent entfallen auf Cruiser. Am beliebtesten sind Allrounder mit 40 Prozent. Das restliche Fünftel geht querbeet, von allem etwas. So sieht das zumindest bei unseren Marken aus. Von Kollegen weiß ich, dass bei den Nobelmarken nur der Wunsch eine Rolle spielt, das Geld überhaupt nicht. Ducati zum Beispiel hat im letzten Jahr rund 300 Maschinen verkauft, und für die 1098 S gab es schon vor ihrer Präsentation zehn Bestellungen. Da war es egal, dass du umgerechnet 35 000 Euro hinlegen musst. Diese Leute kaufen ihr Motorrad so wie Paris Hilton Diamanten.“

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