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Penner-Honda GB 500 Clubman im Test Heiß gemachter Eintopf vom Profi-Tuner

Endlich bringt der Einzylinder Honda GB 500 Clubman einen adretten Auf- und kernigen Antritt unter einen Hut. Dem technisch fundierten Motor-Tuning von Ulf Penner sei Dank.

Eine Augenweide war Hondas GB 500 Clubman ja schon immer. Doch fehlte es ihr im Vergleich zum Motorenspender XBR 500 an Druck und sattem Einzylinderschlag. Die Clubman wirkte ein wenig zugestopft, ihre Leistungsabgabe verhaltener. Alles Vergangenheit. Denn dieser heiß gemachte Eintopf vom norddeutschen Tuning-Papst Ulf Penner geht richtig gut, verwöhnt mit dem satten Punch, den sich viele von einem 500er-Dampfhammer erhoffen.

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Zylinder stammt aus einer XR 600

In Zahlen: Zehn Newtonmeter mehr in der Drehzahlmitte drücken spürbar kräftiger, der Single wirkt viel souveräner. Nun geht schön und stark zusammen.

Ohne langen Anlauf knackt der zierliche Café Racer jetzt locker die „ton“, die 100 Meilen pro Stunde, entsprechend 160 km/h. Dabei klingt er mit seinem modifizierten Schalldämpfer kerniger als das Serienmodell, ohne deswegen gleich krawallig rüberzukommen.

Fein und direkt folgt der elastische Einzylinder den Befehlen der Gashand, lässt sich dank der großen Schwungmasse selbst im finalen fünften Gang absolut ruck- und lochfrei ab 2500 Touren unter Last nehmen. Hacken kennt der kultivierte Single nicht. Höchstens einen etwas unrunderen Leerlauf. Zu erkennen ist die Kraftkur am schwarzen Zylinder. Der stammt aus einer XR 600, wurde noch ein wenig aufgebohrt und passt dennoch problemlos.

Zusammen mit dem Teflon-beschichteten 101er-Wiseco-Kolben wächst der Hubraum so auf gut 600 cm3, die Verdichtung steigt auf 10:1. Ein durchsatzfreudigerer Luftfilterkasten und der 40er-Flachschiebervergaser erleichtern dem Single zudem die Atmung, während das Sekundärluftsystem auf den Müll fliegt. Das reicht schon, um den gewünschten guten Drehmomentverlauf zu erzielen. Deshalb verzichtete Ulf Penner auf die Bearbeitung von Kopf und Kanälen, die „nur oben herum etwas bringen würde.“ Wer das will, braucht zusätzlich die Pennersche Nockenwelle: „Der Seriennocke geht mit 600 Kubik bei hohen Touren die Luft aus,“ weiß Ulf. Alle Umbauten passen natürlich auch bei der XBR 500.

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Foto: Bilkski

Umbau-Info

Klasse: fetter Büffel- statt schmächtiger Rehrücken! Die Kraft- und Hubraumkur von Ulf Penner zeigt eine deutlich fülligere Drehmomentkurve. Im wichtigen Bereich zwischen 3000 und 5500 Touren sind es rund zehn Newtonmeter mehr. Das ist im Fahrbetrieb deutlich zu spüren. Der Tuning-Eintopf bietet viel mehr Schmalz von unten. Auch die Drehfreude nimmt zu. Dass die Spitzenleistung von 42 auf 46 PS steigt, ist ein erfreulicher Nebenaspekt, denn mehr Spitzenleistung stand bei diesem Drehmoment-Tuning gar nicht im Lastenheft.

Preise: Die Umbauten kosten rund 1350 Euro. Darin inklusive: Hubraumerweiterung auf 600 Kubikzentimeter, Flachschieber-Vergaser, Prüfstandsabstimmung, Dichtungen, Kleinteile, Arbeitszeit.

Einzelpreise: Kolben ca. 200 Euro, Aufbohren ca. 100 Euro, 600-cm3-Zylinder (gebraucht) ca. 100 Euro, Flachschieber-Vergaser ca. 250 Euro.

Kontakt und Infos: Motorradhandel Thomas Hanke, Industriestraße 20, 28199 Bremen, Telefon: 04 21/5 15 99 64 und 0177/5 30 88 96, www.motorradhandelhanke.de und www.tuning-fibel.de

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