Penner-MT-01 (Archivversion) Low Budget

ehr Power für die MT-01? Dafür muss man nicht zum Tuner. Yamaha selbst bietet einen Kit an, der die Leistung von nominell 90 auf 110 PS steigern soll. Höher verdichtende Kolben, Nockenwellen, eine ECU, härtere Ventil- und Kupplungsfedern, offene Ansaugtrichter und eine dumpf bollernde Titan-Auspuffan-
lage von Akrapovic schlagen mit 4350 Euro zu Buche. Hinzu kommen noch 738 Euro für Einzelsitzbank plus
Hitzeschutzbleche sowie nicht unerhebliche Montagekosten. Die Leistungsmessung auf dem MOTORRAD-Prüfstand attestierte dem sogenannten Stage-3-Kit-Motor gerade mal 100 PS, also zehn weniger als versprochen. Zudem war der Drehmomentverlauf schlechter als der des Originals.
»Das kann ich besser«, meinte der Bremer Hobby-Tuner Ulf Penner (Porträt in MOTORRAD 14/2006) und legte an einer serienmäßigen MT-01 Hand an. Sein Ziel: Füllung verbessern, Verdichtung und Einspritzmenge erhöhen – mehr Power für weniger Geld. Er bearbeitete Einlass- wie Auslasskanäle, zwei nach seiner Anweisung geschliffene Nockenwellen vergrößern den Ventilhub und verlängern die Steuerzeiten. Und zwei offene Ansaugtrichter sorgen für ungehinderte Frischluftzufuhr, über den Power-Commander wird die Einspritzmenge erhöht. Lohn- und Materialkosten: unter 3000 Euro. Hat es sich gelohnt? Der Motor reagiert sensibel auf Gasbefehle, wirkt aber im unteren wie mittleren Drehzahl-
bereich nicht sehr dynamisch. Tatsächlich liegt die Penner-MT bei 2000/min mit 127 Nm zehn unter dem Serienpendant – und rund 30 über der Stage-3-MT. Der zunächst lasche Eindruck verfliegt jenseits von 3500 Touren, wenn Penners MT extrem zulegt. Der
V2 dreht blitzartig bis zum Begrenzer bei 5300/min. Neben der geänderten Leistungsentfaltung ist der Grund hierfür eine kürzere Sekundärübersetzung von 17 zu 43. Die ehemals auf rund 220 km/h übersetzte Maschine läuft jetzt knapp 200.
Mit geringem Budget hat der Hobby-Tuner einen gut funktionierenden, nur leider nicht TÜV-konformen Kit entwickelt und die Leistung gesteigert: 106 PS bei 4900/min – 13 PS mehr als die Serie und sechs mehr als mit dem teuren Stage-3-Kit. Gleichwohl bleibt das Ergebnis Geschmackssache. Die Leistungsentfaltung des Serienbikes ist definitiv die homogenste und im Fahrbetrieb die angenehmste. Ulf Penner hat den Charakter der MT geändert, dem Easy-Going des V-Zwo einen gehörigen Schuss Jähzorn
verpasst. Wer’s mag...

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