Platz 4: Suzuki Bandit Feine Strolche

Schnörkellos, preiswert, bewährt. Das Erfolgsrezept der Bandit hat viele Seiten. Sicher, es ist auch ihre Unkompliziertheit, die sie so sympathisch macht. Sie hat keine Starallüren, mimt den netten Typ von nebenan, den verlässlichen Kumpel, ist aber auch mit dabei, wenn es gilt, mal die Sau raus zu lassen. Die verhalten drehfreudige 600er fiel im Jahr 1995 genau in die neue 78-PS-Versicherungsklasse. Und startete voll durch.
Leckere Zutaten wie ein bunt lackierter Doppelschleifen-Rohrrahmen und ein fein verrippter, luft/-ölgekühlter Vierzylinder gefielen auf Anhieb. Der stammte, runtergebuchst, von der ersten GSX-R 750 ab. Und das Grundkonzept von der edleren, leider nie offiziell importierten 400er. Das Bandit-Design verknüpft ein wenig den Look der Siebziger mit modernen Elementen – nicht zu progressiv, trotzdem nicht altbacken. Das Mäntelchen des verwegenen Haudegens, unter dem der brave Biedermann schlummert? Bandit-Fahren ist akzeptiert, kaum einer pfeift anerkennend, doch genau so wenig rümpft einer die Nase. Klar gibt’s genügend Power für flotte Sprints, aber alles stets beherrschbar.
Wer mehr wollte, kam ab 1996 auf seine Kosten, als die Bandit mit chefmäßigen 1200 cm3 und Drehmoment satt noch eins drauf setzte, von Beginn an als Naked-Version oder mit Halbschale. Verdammt viel Motorrad zu einem absolut humanen Preis. Das Massen-Image sehen ihre Fans eher als Vorteil. Was alle fahren, kann nicht schlecht sein. Bandit-Fahrer brauchen keinen großen Auftritt beim Biker-Treff oder vorm Szene-Café. Und bei Bedarf helfen ein riesiges Zubehör-Angebot samt reger Internetforen beim Individualisieren der Maschine.
Ausgereifte Motoren, schlichtes Fahrwerk sowie ordentliche Bremsen taugen für Normalfahrer allemal. Nicht langweilen und niemals überfordern, lautet das Motto. Falls der Name Programm ist – wen hat die Bandit beklaut? Nun, sie hat Zehntausenden ihr Herz gestohlen. Allein von der 600er fahren 41811 Exemplare in Deutschland herum – Platz zwei im Bestand nach der Yamaha XV 535 (Stand: 1. Januar 2007). Hinzu kommen noch 20546 Exemplare der 1200er: Platz 14.
Die Abenteuer der feinen Strolche gehen unverändert weiter. Inzwischen mit satten 650 beziehungsweise 1250 cm3, wassergekühlt, Euro-3-konform und mit ABS. Die klassischen Kühlrippen sind nun Geschichte, der Touch bleibt: Wildheit ja, aber bitte mit Vollkasko. Ei

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