Präsentation Benelli TnT 1130 Pure Provokation

Wie kann man eine Marke bekannt machen? Ganz einfach, man provoziert. Die Benelli TnT 1130 tut das nicht nur mit ihrem Namen, sondern auch mit ihrem gewagten Design.

Foto: Benelli
Explosive Formen: Benelli TnT 1130
Explosive Formen: Benelli TnT 1130
Als MOTORRAD vor ein paar Wochen die ersten Erlkönigbilder der Benelli TnT veröffentlichte, waren die Kommentare der Leser eindeutig. »Was ist denn das für eine abartig designte Maschine? Da muss was schief gelaufen sein!« Die Spekulationen kochten hoch, Leser Peter Franz vermutete gar, wir hätten ein Unfallmotorrad abgelichtet.
Mitnichten. Diese Benelli ist purer Ernst. Und in Ruhe betrachtet ein toll gemachtes Stück Motorradbaukunst. Aggressiv aus-
sehende Lenkerverkleidung, schlanke Tank-Sitzbank-Kombination, Motocross-mäßige Kühlerverkleidungen, Schalldämpfer im Heck. Alles sehr originell gestaltet und in dieser Form tatsächlich beispiellos. Mutig, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Fahrwerk und Motor sind in ihren Grundzügen dagegen schon bekannt. Sie stammen von der supersportlichen Tornado 900 Tre RS. Es bleiben also der aus dem Superbike-Renntriebwerk abgeleitete Dreizylinder-Reihenmotor und der Rahmen, der aus einem Verbund von Stahlrohren mit Aluminium-Gussteilen besteht.
Um eine Streetfighter-gemäße Performance zu erzielen, wurde der Triple auf 1130 cm3 Hubraum vergrößert. Das bedeutet: Allein der Hub der Kurbelwelle wuchs um satte 12,8 Millimeter. Entsprechend kürzere Pleuel ermöglichen es, die gleichen Zylinder zu verwenden. Ein Langhuber wird die Benelli TnT 1130 damit noch lange nicht. Sie ist nur weniger kurzhubig als die 900er-Tornado.
Wo bei der Sportmaschine noch der Kühler saß, befindet sich bei der TnT
der Schalldämpfer. Die riesigen Kühlluftschächte, die die Tornado trägt, hätten bei einem Naked Bike wohl auch ein wenig seltsam ausgesehen. Da aber vor der
Zylinderbank kein Platz für einen Kühler war, setzte man die beiden Radiatoren links und rechts neben den Zylinderkopf. Eine Lösung, wie sie Honda schon in
der VFR und der VTR pflegte. So kann
der Motor weit vorn eingebaut und mehr
Gewicht aufs Vorderrad verlagert werden. Ein Aspekt, der bei den anvisierten 135 PS und satten 118 Nm des Drillings nicht vernachlässigt werden durfte.
Die Verarbeitung des bisher gezeigten Prototyps kann als durchaus liebevoll bezeichnet werden. Hübsche Details wie die Exzenter an der Hinterradachse zum Einstellen der Kettenspannung, der konifizierte Lenker im Supermoto-Stil und die ansprechend in das Rahmenheck integrierten Rücklichter begeistern.
Ab Mai 2004 soll die Benelli TnT 1130 in Deutschland zu haben sein. Für 12900 Euro ist sie kein Schnäppchen, aber etwas Besonderes.

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