Präsentation Suzuki B-King (Archivversion) Kraft-Stoff

Be Queen – im MOTORRAD-Fotostudio durfte sich Deutschlands erfolgreichste Rennamazone Katja Poensgen auf Suzukis Studie B-King als Königin des Dragstrip fühlen. Geht das Beschleunigungsmonster nun in Serie?

Ein leichter Dreh am Gasgriff, und der Kompressor schaufelt kubikmeterweise Luft in die Brennräume. Die Kupplung greift, das gewaltige Drehmoment bringt den durchdrehenden 240er-Hinterradreifen auf der Stelle zum Qualmen. Das Vorderrad bäumt sich auf, gleich einem Projektil katapultiert sich das Monster aus dem Stand gen Horizont. So ähnlich könnte die Realität aussehen, sollte die Suzuki-Studie B-King in Serie gehen. Ein bitterböser Streetfighter mit einem dank Kompressor mehr als 200 PS starken Hayabusa-Motor, dessen Sinn und Zweck in nichts anderem als rasanter Beschleunigung liegt. Aber zugegeben: Bisher fährt die B-King nicht wirklich. Nur der Fantasie des MOTORRAD-Fotografen, einer Nebelmaschine und etwas Feintuning am Computer-Bildschirm ist es zu verdanken, dass sich das Hinterrad auf dem Aufmacherfoto in eine Rauchwolke hüllt. Auch wenn es aus der Entfernung so aussieht, als müsse man nur den Zündschlüssel umdrehen – pardon, den Finger auf den Identifikations-Scanner am Tank pressen -, das einzige existierende Modell ist ein reines Showobjekt aus Plastik und Holz, da funktioniert rein gar nichts. Die Federung ist blockiert, der Motor innen hohl, kein Schalter lässt sich betätigen, die riesigen Schalldämpfer sind aus Kunststoff. Aber immerhin rollt sie, und man kann sie betrachten, auf sich wirken lassen, anfassen – sofern man dem kostbaren Einzelstück nahe genug kommen kann. So viel dürfte klar sein: Die B-King ist materialisierte Unvernunft, Diskussionen über Soziustauglichkeit und Windschutz erübrigen sich. Ein solch extremes Gerät findet man entweder gut oder eben nicht, Argumentationsspielraum gibt es da nicht. Beeindruckend sind die mächtigen Dimensionen, der aggressive Auftritt. Die breiten Einlassschächte neben dem Tank, die fetten Reifen, die mächtigen, trapezförmigen Schalldämpfer, das böse Gesicht mit der futuristischen Darth-Vader-Maske – ein Terminator auf zwei Rädern. Die überwältigende Resonanz auf Messen hat die Marketing-Strategen bei Suzuki offensichtlich ins Grübeln gebracht. War das Projekt ursprünglich nur als Designstudie gedacht, so macht man sich zur Zeit Gedanken über eine Umsetzung. In England liefen auf den Messen bereits Umfragen. Wissen wollte der englische Importeur nicht ob, sondern wie die B-King kommen soll. Als abgespeckte Version für unter 15000 Euro oder mit Kompressor und Elektronik-Schickschnack für etwa 25000 Euro? Auch MOTORRAD stellte die B-King bereits Ende letzten Jahres auf der Internetseite zur Diskussion. Klares Ergebnis: Bauen.

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