Neuheiten: Ducati Monster-Prototyp gesichtet Ducati baut Modellprogramm weiter aus

Ducati baut sein Modellprogramm weiter aus: Der Prototyp einer Ducati Monster mit Testastretta-Motor wurde gesichtet; seine Auspuffanlage ähnelt der Ducati Diavel. Rahmen und Schwinge sind völlig neu; geänderte Motorhaltepunkte, Motor tragend.

Foto: Sorpresa

Wer kennt sie noch, die Ducati Monster S4 R? Von 2000 bis 2008 mit verschiedenen wassergekühlten Motoren von Ottovalvole bis Testastretta gebaut, repräsentiert sie den Versuch von Ducati, den Trend zu kräftig motorisierten, unverkleideten Motorrädern zu bedienen. Sie sollte die Dynamik und die Fahrwerksqualitäten von Supersportlern bieten, aber auch mehr Sitzkomfort. Mit zuletzt 130 PS ging das Konzept in Sachen Fahrdynamik auf, die Fahrwerke ließen aber zu wünschen übrig.

Jetzt unternimmt Ducati den nächsten Anlauf, und schon der wüst verklebte Prototyp einer Ducati Monster gibt Hinweise darauf, dass es mit den Fahreigenschaften dieses Mal besser klappen könnte. Wie ein Vergleich mit der Diavel zeigt, besitzt das getarnte Motorrad eine lange Schwinge und einen relativ langen Radstand. Dieser sorgt zwar nicht gerade für flinkes Einlenken, fördert aber die Spurstabilität und minimiert die Einflüsse von Bodenunebenheiten und dynamischer Radlastverteilung auf die Lenkung, die bei der Ducati Monster S4 R öfter die saubere Linie verhagelten. Außerdem mildert er die Wheelie-Neigung bei kräftigem Leistungseinsatz.

Anzeige
Foto: Sorpresa

Und dafür ist gesorgt, das zeigt die Diavel-Auspuffanlage, die am Prototyp montiert war. Der Durchmesser der Krümmer deutet auf den 1198er-Motor, der mit 11 Grad Ventilüberschneidung in der Ducati Multistrada 150, in der Ducati Diavel 162 und in der scharfen 1198-Version gar 170 PS leistet.

Fast wäre unter der großflächigen Verklebung verborgen geblieben, dass das Fahrwerk der Entwicklungs-Ducati Monster nicht auf einem Diavel-Rahmen basiert. Doch wie in der Ansicht von rechts offenbar wird, gibt Ducati den gewohnten Montagepunkt zwischen den Zylindern auf und verschraubt den Motor stattdessen an den Zylinderköpfen. Wer genau hinschaut, erkennt, dass auch der Heckrahmen direkt am Motor verschraubt ist und sich das Federbein am hinteren Zylinderkopf abstützt. Die Schwinge ist sowieso im Motor gelagert.

Anzeige
Foto: Sorpresa

Kein Zweifel, die Entwickler arbeiten an einem Fahrwerk mit tragendem Motor, wie es die Panigale besitzt. Statt des gegossenen Alu-Monocoques der Panigale setzen sie aber Gitterrohrstrukturen als Träger des Lenkkopfs ein. Es verwundert, dass sie eine solche Konstruktion mit dem Testastretta-Motor bestücken, dem man die nötige Stabilität bisher nicht zugetraut hat.

So ist zu vermuten, dass der Motor für den Versuchsträger stark modifiziert wurde. Entsprechende Anschlüsse zur Verschraubung der Rahmenteile und des Federbeins brauchte er sowieso; bei dieser Gelegenheit könnten die Zylinder und Zylinderköpfe auch gleich mit kräftigeren Stehbolzen und dickeren Passhülsen aufs Gehäuse gespannt worden sein. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt auf der Hand: Große Teile des bisherigen Rahmens könnten eingespart, Gewicht und Kosten verringert werden.

Alle Motorrad-Neuheiten für 2014 auf einen Blick

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote