Punktewertung (Archivversion)

Motor
Quattro Valvole klingt gut und bringt die Griso in Sachen Fahrleistungen recht nahe an die BMW heran. Die besseren Manieren aber hat der Bayern-Boxer. Eine gleichmäßige Leistungs­entfaltung zum Beispiel statt eines beträchtlichen Hängers in der Mitte des Drehzahlbands. Ein geschmeidigeres Ansprechverhalten, größere Laufruhe, das bessere Getriebe sowie ein tadelloses Startverhalten. Dafür ist der Guzzi-V2 eindeutig aus dem Charakterfach, und das kann ihm keiner nehmen. Für das Harley-Urgestein in der Buell gilt das natürlich ebenso.
Sieger Motor: BMW R 1200 R

Fahrwerk
Gleichstand zwischen Buell und Guzzi in diesem Kapitel – aber mit einer ganz anderen Betonung. Die Griso glänzt in puncto Stabilität und Lenkverhalten, die XB12Ss mit Schräglagenfreiheit und einer fein abgestimmten und komfortablen Gabel. Erstaunlicherweise liefert die kompakte Buell mit zwei Personen eine bessere Vorstellung ab als die geräumige Guzzi, deren Federbein schwächelt. Doch wie schon im Kapitel Motor gilt: Gegen die Allround-Eigenschaften der BMW ist kein Kraut gewachsen. Einziger echter Kritikpunkt: das mangelnde Gefühl für das, was sich unter dem Vorderrad abspielt. Eine Eigenheit der Telelever-Gabel, die jedoch souverän über Unebenheiten jeder Art bügelt. Da hilft nur ein fester Glaube. Der wird nicht nur in den meisten Religionen, sondern auch von der R 1200 R belohnt.
Sieger Fahrwerk: BMW R 1200 R

Alltag
Forever BMW, aber mit Einschränkungen, weil ein Großteil des Kriteriums »Ausstattung« teuer erkauft werden muss. ESA, Bord­-computer, Heizgriffe und Hauptständer zum Beispiel sind Teile des »Touring-Pakets«, das sich BMW mit 1080 Euro vergüten lässt. Ebenso müssen Windschild und Kofferhalter extra bezahlt werden. Bei Guzzi hingegen wird der Bordcomputer serienmäßig mitgeliefert. An der tadellosen Ergonomie der BMW ändert das freilich ebenso wenig wie an der hohen Zuladung und der einfachen Handhabung. Allein der große Lenkeinschlag ist beim Wenden und Rangieren eine Freude.
Sieger Alltag: BMW R 1200 R

Sicherheit
ABS – natürlich ein Thema, aber auch hier mit Einschränkung. Die R 1200 R hat eines, es funktioniert nahezu perfekt, gibt daher viele Punkte – und kostet extra. Safety-Paket heißt das BMW-Angebot, zu dem auch die Stabilitätskontrolle ASC und die Reifenluftdruckkontrolle RDC gehören. Im Übrigen ist die BMW-Bremse nicht schlecht, die Guzzi-Anlage in der Summe aber besser, während die Buell in dieser Hin­-sicht abfällt. Beim Bremsen in Schräglage stellt sie sich zudem spürbar auf.
Sieger Sicherheit: BMW R 1200 R

Kosten
Jetzt wird es knapp. Im Kosten-Kapitel tun sich die drei nicht allzu viel. Beim Verbrauch liegt die Guzzi hinten, bei den Inspektions­kosten die Buell. Die BMW hält überall halbwegs mit, ohne zu glänzen. Und fährt damit unter dem Strich auch hier den Sieg ein.
Sieger Kosten: BMW R 1200 R

Sieger Preis-Leistung: BMW R 1200 R

Kaum zu glauben, aber wahr: Trotz ihres immensen Preises ist die BMW das beste Angebot, weil der Punkteabstand zur Konkurrenz gewaltig ausfällt. Mit 681 Punkten ist sie nicht weit von der schwer zu knackenden 700-Punkte-Schwelle weg.

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