Quadrophonie

Gilera, für die Freunde des historischen Rennsports ein Wort wie Donnerhall. Assoziieren sie doch automatisch die gloriosen Triumphe der Vierzylinder in der Königsklasse des Grand-Prix-Sports. 1950 und 1952 holte Umberto Masetti den begehrten Titel, von 1953 bis 1955 siegte der legendäre Geoff Duke in Folge, und 1957 fuhr Libero Liberati den letzten Titel für die Italiener nach Hause. Der berühmte Vierzylinder lebte gewissermaßen bei MV Agusta weiter, wohin Gilera-Konstrukteur Piero Remor wechselte und ein Abbild des klassischen Reihenvierzylinders schuf, der bis 1965 weitere Titel en suite einfuhr.Die Tradition der Marke reicht bis ins Jahr 1909 zurück, als der 22-jährige Rennfahrer Giuseppe Gilera die Firma in Mailand gründete. 1919 entstand das Werk in Arcore nahe der berühmten Rennstrecke von Monza. Über die Jahre hinweg produzierte Gilera einerseits Gebrauchsmotorräder für den Alltag, andererseits Modelle für den Rennsport. So entstand bereits 1926 der erste Reihenvierzylinder, der weiter entwickelt mit Kompressor 1939 unter Dario Serafini den seinerzeit höchsten Titel, die Europameisterschaft, einfuhr. Nach dem Krieg baute Gilera neben dem 500er-Einzylinder Saturno und der 250er-Nettuno vor allem Zweiräder mit 125 bis 175 cm³. 1969 übernahm der Rollerriese Piaggio die Marke, stellte 1993 nach einem letzten Aufbäumen mit der neuen Saturno die Motorradproduktion ein und machte das Werk in Arcore dicht. Jetzt knüpft Gilera mit dem Vierzylinder wieder an alte Traditionen an.

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