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Richtig pflegen

Putz-Meister

Ein gepflegtes Motorrad sieht nicht nur besser aus, es hält auch länger. Denn bei regelmäßiger Fürsorge erkennt man frühzeitig Verschleiß oder etwaige Defekte. Und zum Schrauben sollte die Maschine ohnehin glänzend dastehen. Die hier vorgestellten Sprays und Mittelchen dürfen deshalb im Werkstattschrank nicht fehlen.

Wenn Komplettreiniger und Multiöle etwa an stark verschmutzten eloxierten Alu-Felgen oder an korrodierten Chromflächen schlapp machen, helfen spezielle Mittel wie die Polierwatte Nevr-Dull (für Aluminium), das Chrompflegemittel Autosol oder entsprechende Polituren
vom Spezialisten Rot-Weiß.

Gute Produkte (zum Beispiel Dr. Wack S 100, Louis Procycle) haften als Gel an den schmutzigen Flächen. Nicht in der prallen Sonne anwenden und am abgekühlten Motorrad lediglich ein paar Minuten einwirken lassen (ansonsten können unter Umständen Alu-Teile anlaufen), bevor man sie mit einem starken Wasserstrahl abspült. Wie von Zauberhand löst sich der Dreck, sogar das Kettenfett von Felge und Schwinge. Mit etwas Nachputzen ist das Motorrad wieder blitzsauber. Badetag muss nicht einmal pro Woche sein, sollte aber regelmäßig erfolgen, so dass sich der Schmutz gar nicht erst festsetzen kann.

Sonneneinstrahlung lässt Gummi, Kunststoffe und lackierte Teile ermatten und aus-bleichen. Noch unschöner, wenn Risse und poröse Stellen entstehen. Um dem vorzubeugen, helfen nur Spezialmittel (etwa Polo Silicon-Spray oder S 100 Lack- und Kunststoffpolish), die Tiefenglanz und Elastizität bewahren. Auf keinen Fall an Gummistopfen, Ansaugstutzen, Plastikverkleidungen sowie der Windschutzscheibe Vielzwecksprays wie WD-40 benutzen, da sie Weichmacher entziehen und Kunststoff, Gummi und Lack schneller altern lassen!

Ideal zum Schmieren und Konservieren kleiner Lagerstellen, von Hand- und Fußhebeln oder Schlössern. Kriecht selbst in extrem schwer zugängliche Stellen regelrecht hinein und verdrängt dabei Feuchtigkeit, die ansonsten Korrosion fördert. Typische Vertreter des Genres: WD-40, Caramba Super oder auch das Waffenöl Ballistol. Löst auch hartnäckigen Schmutz wie Kettenfett oder Bremsabrieb-Partikel von Felge, Schwinge, Schalldämpfer und anderen Metallflächen.

Bieten verschiedene Hersteller an. Die sich schnell verflüchtigende Flüssigkeit wirkt stark fettlösend und arbeitet rückstandsfrei. Beim Reinigen von Bremsscheiben und -trommeln unbedingt Schutzhandschuhe tragen, denn der Reiniger greift die Haut an. Den Innenbereich der Sättel übrigens besser mit Silikonspray säubern, da die Kolben-Dichtringe aus Gummi sehr empfindlich auf Bremsenreiniger reagieren.

Haupt- und Seitenständermechanik, Radlager, Schwingenlager – Stellen, an denen zähes Fett dauerhafter schmiert als Öl. Sollte bei jeder größeren Wartung des Motorrads (mindestens einmal pro Jahr) zur Anwendung kommen.

Beim Einsprühen der Kette gilt: innen reichlich, außen mäßig. Bildet sich in der Mitte der Lauffläche ein schmaler, blanker Streifen, ist es Zeit zu fetten. Regel: lieber häufiger und sparsam auftragen als selten und dick. Vor Fahrt-antritt mindestens 15 Minuten einwirken lassen, damit das Mittel in sämtliche Ritzen kriechen kann. Tipp: Für unterwegs gibt es bei vielen Anbietern kleine Abfüllungen, die sich gut unter der Sitzbank verstauen lassen.


Leser fragen – Experten antworten

Reifen-Alter

"Ich hab beim Händler einen neuen Satz Reifen erworben. Leider habe ich erst jetzt das Produktionsdatum festgestellt, dass die Reifen vier Jahre alt sind. Ist das ein Grund zur Reklamation?"

Bei uns gilt die Regel: Radialreifen verkaufen wir normalerweise als "frische Ware", wenn sie nicht älter als drei Jahre sind. Bei Diagonalreifen ist es unbedenklich, bis zu vier Jahre alte Reifen als neu anzubieten. Reifenhersteller garantieren bis zu sechs Jahre für die einwandfreie Funktion des Produkts. Ich persönlich gehe auch mit sieben Jahre alten Reifen auf die Rennstrecke – meiner eigenen Erfahrung nach ist selbst so ein Alter unproblematisch. Entscheidend ist jedoch die richtige Lagerung: Dunkel und kühl müssen die Gummis liegen – bei UV-Einstrahlung und Wärme können wichtige Weichmacher entweichen, die Pneus härten aus und werden porös. Wurden im vorliegenden Fall die Reifen gut gelagert, gibt es keinen Grund zur Reklamation. Der Händler hätte den Kunden jedoch über Lagerzeit und -bedingungen aufklären sollen, und fair wäre in so einem Fall ein angemessener Rabatt von zehn bis 15 Prozent.

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