Ratgeber Recht (Archivversion) Wild und Winterreifen

Aufgepasst
Achtung Wild

Die Anzahl der Wildunfälle ist im Winterhalbjahr mit seinen kurzen Tagen und der früh einsetzenden Dunkelheit besonders hoch. Darum ist jetzt erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Lässt sich ein Tier am Fahrbahnrand erkennen, hilft meist schon Hupen, um es zu vertreiben. Hektische Ausweichmanöver sollten vermieden werden, da die Gefahr eines Folgeunfalls steigt und dadurch auch der Versicherungsschutz verloren gehen kann. Kommt es zur Kollision mit einem Wildtier, muss auf jeden Fall die Polizei verständigt werden, die sich mit dem zuständigen Förster in Verbindung setzt. Verletzte Tiere sollten weder angefasst noch eigenständig abtransportiert werden – das ist Sache des Waldbesitzers. Grundsätzlich kommt die Teilkaskoversicherung für Unfälle mit Haarwild auf, die Vollkaskoversicherung übernimmt in jedem Fall die Schäden am eigenen Fahrzeug. (Quelle: www.arag.de)


Leser fragen – Experten antworten
Winterreifen?

Ralph Andreß, Rechtsanwalt und MOTORRAD-Verkehrsrechts-Experte, www.kanzleihga.de

Die StVO schreibt in § 2 Absatz 3a vor, dass bei Kraftfahrzeugen die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen ist, wozu insbesondere eine geeignete Bereifung gehört. Wie soll ich mich da als Biker, der kein Auto besitzt und auf sein Motorrad angewiesen ist, verhalten? Was, wenn mich die Polizei anhält und die Reifen meines Motorrads, für das es gar keine Winterreifen gibt, als nicht tauglich einstuft?

Entgegen landläufiger Meinung gibt es in Deutschland keine generelle Winterreifenpflicht. § 2 Absatz 3 a StVO verlangt nur, dass die Bereifung an die Wetterverhältnisse angepasst ist. Solange die Straße schnee- und eisfrei ist, wird jeder Reifen geeignet sein. Bei schneebedeckter Fahrbahn ist man sich darüber einig, dass Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“ oder dem so genannten „Schneeflockensymbol“ geeignet sind.
Es dürfen auch andere „geeignete Reifen“ verwendet werden. Die Anforderungen an diese sind: grobes Profil und eine den niedrigen Temperaturen angepasste Gummimischung. Eine gesetzliche Regelung oder Norm gibt es nicht. Letztlich ist es eine Einzelfallentscheidung, ob Reifen geeignet sind oder nicht.
Wer sein Motorrad nicht entsprechend ausrüstet, muss auch dann, wenn es keine zugelassenen Stollen- oder Winterreifen für das Fahrzeug gibt, mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Mit Behinderung wird ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro fällig, außerdem kommt ein Punkt im Verkehrszentralregister hinzu. Bei einem Unfall kann es deutlich teurer werden, zudem riskiert man den Schutz der Vollkaskoversicherung und im Haftpflichtfall eine schlechtere Quote.

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