Rückblick: Die Marke Bimota (Archivversion) Auf und nieder

Vom Gewinn der TT F1, Vorläufer der Superbike-WM, bis hin zur Firmenpleite – Bimota hat in seiner 32-jährigen Geschichte schon viel mitgemacht. Wie geht es weiter?

Am 13. Dezember 2001 fiel der Hammer des Konkursrichters in Rimini: Damals ging der insolvente Hersteller Bimota an die Firma »moto
alternativa srl” aus Padua über. Dahinter steckte als Galionsfigur der frühere Aprilia- und Bimota-Angestellte Giuseppe della Pietra, dessen Geldgeber sich jedoch bald zerstritten. Della Pietra verschwand in der Versenkung, Bimota wurde in eine AG mit zwei Gesellschaftern umgewandelt: dem Mailänder Pharmaunternehmer Roberto Comini und Gigi Bonini von der Genfer Finanzierungsgesellschaft Novafin.
Worin besteht nun deren Interesse an einer kleinen Firma, die keine schnellen Gewinne erwarten lässt? »Schnelle Gewinne nicht«, sagt Geschäftsführer Bonini. Und: »Nach
unseren Prognosen wird Bimota aber mittelfristig ordentlich zulegen, Geld ist hier also durchaus zu verdienen.« Auf dem Weg dorthin schnappte sich Bimota ein paar gute Leute vom ebenfalls Konkurs gegangenen Hersteller Mondial sowie den Designer Sergio Robbiani und zauberte die DB5. 20 Leute arbeiten derzeit im Werk in Rimini, doch manche Zulieferer bleiben misstrauisch. »Ich bin bei der Pleite auf einer Riesenrechung sitzen geblieben. Für Bimota arbeite ich erst wieder, wenn ich sehe, dass es läuft«, sagt einer. Die Gesellschafter wollen weiter Überzeugungsarbeit leisten, und zwar mit Fakten: »Auf dem Mailänder Salon im November stellen wir wieder ein neues Motorrad vor«, kündigt Bonini an. Der deutsche Bimota-Importeur Tommy Wagner gibt sich zuversichtlich: »Die Firma fährt ein knallhartes Finanzmanagement. Das ist für uns nicht immer einfach, aber wohl der einzig richtige Weg.« ebr

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel