Sachs-Historie

Die heutige Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH kann auf eine wilde Geschichte zurückblicken. Denn Sachs hieß früher einmal Hercules, und beide Firmen gehörten zu den Großen im deutschen Motorradbau.

Hercules und Sachs verbindet, dass Hercules einst Einbaumotoren in seine Fahrwerke montierte, was Sachs heute tut. Wobei Hercules sich seit den zwanziger
Jahren, als man in Nürnberg mit der Produktion von Motorrädern begann, gern bei Sachs bediente. Ansonsten hatten beide Hersteller wenig miteinander zu tun. Das änderte sich erst in den fünfziger Jahren, als mit dem Motorrad auch Hercules kriselte und vom Lieferanten Sachs aufgekauft wurde. Später ging Sachs an Mannesmann, dann Mannesmann an Vodafone. Die neuen Chefs wollten sich aufs Wesentliche konzentrieren – die Autosparte von Fichtel und Sachs – und veräußerten 1998 Motorenentwicklung und Motorradproduktion an die holländische Gruppe Winning Wheels. Weil sich wenig bewegte, wagten leitende Angestellte 2001 ein Management-Buy-out, zu begleichende Pensionsansprüche im Preis
inbegriffen. Von den 400 Beschäftigten der Motorenentwicklung blieben nach der Übernahme durch den chinesischen Investor New Superior nur 44 übrig – zu wenig für 700 Pensionäre und mit ein Grund für die jetzige Insolvenz. Sachs verdiente sein Geld in den letzten Jahren hauptsächlich mit dem Import von Rollern und Quads meist asiatischer Herkunft und machte im Motorradbereich vor allem durch Designstudien Eindruck. Die Roadster-Reihe mit zugekauften 800er- und 650er-Suzuki-Motoren lief nicht und wurde eingestellt.

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